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Invasion der Türkei führt zu Problemen im Bildungssystem


Jinda Ali Ehmê ist Sprecherin der Schulverwaltung von Hesekê. Sie warnt davor, dass das syrische Regime versuche die Invasion der Türkei zu nutzen, um das demokratische Bildungssystem zum Erliegen zu bringen. 



Die Sprecherin der Schulverwaltung im nordsyrischen Kanton Hesekê, Jinda Ali Ehmê, hat sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANHA über die Probleme für das neu aufgebaute demokratische Schulsystem in der Region geäußert. Sie berichtet, dass durch die Invasion der Türkei in den Grenzgebieten 19.000 Schüler*innen ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können und auch in Hesekê die Schule nicht beginnen kann, da in den Schulgebäuden Schutzsuchende untergebracht wurden.
159 Schulen in Unterkünfte für Schutzsuchende umgewandelt
Ehmê berichtet, dass in Hesekê 68 von 200 Schulen, in Til Temir 65 und in Dirbêsiyê weitere 26 Schulen in Unterkünfte für Flüchtlinge, die vor der türkischen Invasion Schutz suchen mussten, umgewandelt wurden. Dies beeinflusse die Schulbildung im Kanton negativ.
Bildung im Schichtsystem
Es werde aber alles getan, betont Ehmê, um die Bildung für Kinder und Jugendliche nicht abreißen zu lassen. Im Moment werde Unterricht in drei Schichten erteilt. Allerdings können Schüler*innen aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) und Zirgan (Abu Rasen) ihren Unterricht derzeit nicht fortsetzen. Jinda Ali Ehmê appelliert an die Schutzsuchenden, ins Waşokanî-Camp, dass die Autonomieverwaltung errichtet hat, umzuziehen, um den Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur Bildung zu ermöglichen.

Bildung in Muttersprache passt dem Regime nicht“
Die Lehrbeauftragte berichtet, das syrische Regime versuche bewusst dafür zu sorgen, dass die Schutzsuchenden weiter in den Schulgebäuden bleiben. So solle das Bildungssystem sabotiert werden. Der Unterricht in Muttersprache für alle Bevölkerungsgruppen passe dem Regime nicht, und es wolle Zwietracht säen, um zu verhindern, dass die Menschen umziehen. „Wir wollen die Menschen davon überzeugen, in die Camps umzuziehen, damit die Kinder wieder zur Schule gehen können“, so Ehmê.
500 Schulen im Kanton außer Betrieb
Azad Mehmûd, Ko-Vorsitzender der Schulverwaltung des Kantons Hesekê, berichtet, dass über 500 Schulen im ganzen Kanton im Moment aufgrund der von der Türkei ausgelösten Binnenflucht geschlossen seien.

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