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Assyrer in Til Temir: Stoppt den Terror Erdoğans


„Erdoğan und seinen Terrorbanden haben einen Angriff gestartet, den sie ‚Friedensquelle‘ nennen. Wir nennen diese Invasion ‚Quelle der Plünderung und Zerstörung‘“, erklären Assyrer in der nordsyrischen Stadt Til Temir.

Die Angriffe des türkischen Staates und der Al-Qaida-Gruppen auf Nordostsyrien gehen weiter. Eines der Zentren, auf die sich die Angriffe in den letzten Tagen konzentrieren, ist Til Temir. Die in der Region lebenden Assyrer appellieren an die Weltöffentlichkeit und erklären: „Wir können mit diesen Terroristen nicht zusammenleben.“
Die dschihadistischen Gruppen, denen Erdoğan jetzt das Etikett „Syrische Nationalarmee“ verpasst hat und die der Welt als „syrische Rebellen“ verkauft werden, haben 2015 unter dem Namen „Islamischer Staat“ das Dorf Xabûr bei Til Temir angegriffen und Dutzende Assyrer ermordet, Hunderte weitere wurden verschleppt. Durch die Intervention der YPG/YPJ konnten Tausende Assyrer vor einem Massaker bewahrt und die Islamisten zurückgeschlagen werden.
Die Assyrer, die jetzt erneut mit einem Angriff des türkischen Staates und islamistischer Banden konfrontiert sind, appellieren an die Vereinten Nationen und die Europäische Union, aber vor allem an die Menschen weltweit, gegen Terror und Besatzung zu kämpfen.
Gehen oder bleiben?
Aufgrund der Invasion sind bereits viele Assyrer geflüchtet, berichtet Valentina Harcik aus Til Temir: „Manche sind gegangen, andere sind geblieben. Aus der Heimat zu fliehen und im Ausland zu leben, ist nicht gerade einfach. Um fern der Heimat leben zu können, braucht man gute materielle Voraussetzungen. Was soll jetzt aus der Zukunft der Kinder werden? Hier gab es Schulen, es gab Bildung. Jetzt ist alles eingestellt worden. Alle stehen jetzt vor der Wahl, ob sie gehen oder bleiben.“
Die Katastrophe trifft uns alle
Vor Beginn der Invasion ging es den Menschen gut, aber die Lage verschlechtert sich zunehmend, sagt Valentina: „Wir haben die Hoffnung jedoch nicht aufgegeben. Hier haben sich die Völker und Glaubensgemeinschaften der Region die Hand gereicht und verteidigen gemeinsam ihre Zukunft. Wenn es zur Katastrophe kommt, betrifft sie uns alle, nicht nur die Assyrer, die Araber oder die Kurden. Unser Schicksal ist dasselbe. Wir gehören alle zum Volk Syriens und haben großes Leid erfahren. Deshalb kämpfen wir alle zusammen. Ich glaube daran, dass wir aus diesem Krieg noch stärker hervorgehen werden.“
Berichtet der Welt davon
„Was will Erdoğan von uns?“, fragt Boris Yuhana, ein weiterer assyrischer Bewohner von Til Temir: „Uns geht es im Moment wegen dem Krieg nicht gut, aber vorher haben wir in Ruhe gelebt. Jetzt ist Erdoğan gekommen und will uns, unsere kurdischen und arabischen Geschwister töten. Wir wissen wirklich nicht, was er davon hat und was er von uns will. Ich rufe unser im Ausland lebendes Volk dazu auf, aufzustehen und einen revolutionären Kampf zu führen. Der ganzen Welt soll berichtet werden, was uns angetan wird. Ich appelliere auch an die UN, sie dürfen nicht dazu schweigen. Erdoğan und seine Terror-Gemeinde greift unschuldige Menschen an. Er hat kein Recht dazu. Er hat nicht das Recht, die Kurden, die Assyrer oder irgendein anderes Volk oder eine Glaubensgemeinschaft anzugreifen. Er will unser Land besetzen, aber das werden wir nicht hinnehmen.“
Quelle der Plünderung und Zerstörung
Şemun Kako ist der Vertreter der Assyrischen Partei in Til Temir. Er verweist darauf, dass die Assyrer sowohl an der Verteidigung als auch an der Leitung Nord- und Ostsyriens beteiligt sind: „In dieser Region herrschte Stabilität. Mit der Invasion soll diese Stabilität zerstört werden. In den letzten vier Jahren haben wir in Ruhe gelebt. Das hat Erdoğan und seinen Terrorbanden nicht gepasst, deshalb haben sie einen Angriff gestartet, den sie ‚Friedensquelle‘ nennen. Wir nennen diese Operation ‚Quelle der Plünderung und Zerstörung‘. Sie behaupten, dass es um Befreiung geht, aber sie greifen an, um unsere Häuser, unsere Heimat zu plündern. Es handelt sich um einen Zerstörungsangriff. Diese Leute sind Terroristen, das sollte jedem klar sein. Wir können nicht mit ihnen zusammenleben.“

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