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Kobanê: Blockade dauert trotz Abkommen an

Kobanê: Frauenkoordination fordert Ende der Belagerung

Die Frauenkoordination der Selbstverwaltung in Kobanê warnt vor einer sich verschärfenden humanitären Krise infolge der anhaltenden Belagerung.


ANF / KOBANÊ, 3. Feb. 2026.

Die Frauenkoordination der Selbstverwaltung im Kanton Firat hat sich mit einem dringlichen Appell an die Öffentlichkeit gewandt. In einer schriftlichen Erklärung warnt sie vor den dramatischen Folgen der anhaltenden Belagerung von Kobanê, die inzwischen zwei Wochen überschritten hat – trotz des Abkommens zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und der sogenannten syrischen Übergangsregierung

Nach Angaben der Frauenkoordination wurden durch die Blockade sämtliche Grundversorgungen wie Strom, Wasser und Internet unterbrochen. Auch lebenswichtige Güter wie Nahrungsmittel, Medikamente, Treibstoff und Babynahrung seien nicht mehr erhältlich. Besonders betroffen seien Kinder, ältere Menschen und Frauen, heißt es in der Mitteilung.

Die Verantwortlichkeit für die Blockade wird Regimemilizen und weiteren Dschihadistengruppen zugeschrieben, die mit der Türkei verbunden sind. Deren Angriffe hätten demnach vor allem gegen die Zivilbevölkerung – insbesondere Frauen – eine „brutale Dimension“ angenommen. Die Angriffe richteten sich gegen jene, „die im Kampf gegen den Terrorismus ihr Leben riskiert und eine zentrale Rolle im Schutz gesellschaftlicher Werte gespielt haben“, so die Erklärung.

Nach Einschätzung der Koordination leben derzeit rund 600.000 Menschen in Kobanê und im ländlichen Umland, die unter extremen Bedingungen auszuharren versuchen. Die Stadt stehe am Rande einer humanitären Katastrophe. Die Organisation ruft die internationale Gemeinschaft, humanitäre Institutionen und rechtsstaatliche Akteure dazu auf, ihrer rechtlichen und moralischen Verantwortung nachzukommen. Insbesondere fordert sie die sofortige Aufhebung der Belagerung sowie die Einrichtung eines humanitären Korridors, um dringend benötigte Hilfsgüter in die Stadt zu bringen.

 

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