Hilfskonvoi mit 25 Lkw für Kobanê an türkischer Grenze gestoppt
Ein Hilfskonvoi mit 25 Lkw darf seit drei Tagen nicht nach Kobanê weiterfahren. Die Stadt steht unter Belagerung durch syrische und pro-türkische Milizen. Zivilgesellschaft und DEM-Partei fordern die sofortige Freigabe der blockierten Hilfsgüter.
Die türkischen Behörden blockieren seit drei Tagen die Weiterfahrt eines Hilfskonvois mit 25 Lastwagen, der für die belagerte nordsyrische Stadt Kobanê bestimmt ist. Die Fahrzeuge, beladen mit Wasser, Babynahrung, Kleidung und weiteren lebensnotwendigen Gütern, wurden in Amed (tr. Diyarbakır) zusammengestellt und stehen seit ihrer Ankunft bei Pirsûs (Suruç) auf einem Rastplatz still – ohne Genehmigung zur Weiterfahrt.
Die Hilfsgüter wurden unter Federführung des Städtischen Schutz- und Solidaritätsbündnisses Amed zusammengetragen. Neben Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen begleiten auch Funktionär:innen der DEM-Partei die Transporte und halten seit Tagen Mahnwache an den Fahrzeugen.
Blockade trifft belagerte Zivilbevölkerung
Kobanê steht seit knapp zwei Wochen unter Belagerung: Die Stadt gegenüber von Pirsûs ist umringt von verschiedenen bewaffneten Gruppen, darunter Hayat Tahrir al-Scham (HTS), Reste der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) sowie Türkei-treue Dschihadistenfraktionen und syrische Regimemilizen. Die humanitäre Lage in der Region verschärft sich täglich.
Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei in Amed, Nihat Demirbilekli, äußerte scharfe Kritik an der Blockadepolitik. „In diesen Lkw sind nicht nur Hilfsgüter, da ist Hoffnung drin, Solidarität, Menschlichkeit“, sagte Demirbilekli. „Wir fordern die Behörden auf: Öffnen Sie die Tore. Kobanê darf nicht allein gelassen werden.“
Appell an die Öffentlichkeit
Demirbilekli rief zur breiten gesellschaftlichen Solidarität auf. Es sei beschämend, dass die Konvois festgehalten würden, während in Kobanê Kinder hungerten und medizinische Hilfe fehlte. „Mit jeder weiteren Stunde wächst auch die Empörung in der Bevölkerung“, sagte er. „Wir fordern, dass die Hilfe Kobanê unverzüglich erreicht – und rufen alle Menschen auf, ihre Stimme zu erheben.“
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