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Mazlum Abdi: Annäherung zwischen Selbstverwaltung und Damaskus


Der QSD-Oberkommandierende Mazlum Abdi sieht Fortschritte in den Gesprächen zwischen der Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien und der Zentralregierung in Damaskus. Besonders beim Thema militärische Integration bestehe ein gemeinsames Verständnis.

Konsens bei militärischer Integration im öffentlichen Interesse
 
ANF / TABQA, 25. Dez. 2025.

Der Oberkommandierende der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), Mazlum Abdi, hat sich zuversichtlich über den Fortgang der Gespräche zwischen der Demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES) und der Übergangsregierung in Damaskus geäußert. Im Rahmen einer Sitzung des Beratungsrats zur Unterstützung des Verhandlungskomitees in Tabqa sagte Abdi am Donnerstag, in zentralen Fragen sei ein gemeinsames Verständnis erzielt worden.

Konsens bei militärischer Integration im öffentlichen Interesse

Abdi erklärte, insbesondere beim Thema militärische Integration sei man sich nähergekommen: „Zwischen beiden Seiten besteht ein gemeinsames Verständnis darüber, wie die Integration der militärischen Kräfte im Sinne des öffentlichen Interesses gestaltet werden kann.“ Die Äußerungen gelten als Hinweis auf mögliche erste Schritte hin zu einer strukturellen Einbindung der QSD in nationale syrische Sicherheitsstrukturen.

Verfassungsfragen zentral für politische Lösung

Mit Blick auf eine dauerhafte politische Lösung für ganz Syrien betonte Abdi die zentrale Bedeutung von verfassungsrechtlichen Reformen. Diese erforderten Zeit und weitreichende Verhandlungen. „Ein gerechter und stabiler Ausweg aus dem Konflikt kann nur auf Basis eines inklusiven und dezentralisierten Regierungsmodells gefunden werden“, sagte Abdi. Ziel müsse ein System sein, das die aktive Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen garantiere und extreme Zentralisierung überwinde. „Eine neue syrische Verfassung muss die Erwartungen aller Bevölkerungsgruppen widerspiegeln. Dafür ist ein vertiefter und konstruktiver Dialog erforderlich“, so Abdi.

Fortschritte bei Grenzfragen und Ressourcennutzung

Auch in praktischen Fragen wie der Kontrolle von Grenzübergängen und der Verwaltung natürlicher Ressourcen sieht Abdi positive Entwicklungen. Man habe Fortschritte bei der Entwicklung einer gemeinsamen Vision zur Grenzverwaltung erzielt. Zudem bestehe Übereinstimmung darüber, dass natürliche Ressourcen nicht im Besitz einzelner Gruppen, sondern der gesamten Nation Syriens seien. „In vielen grundlegenden Fragen haben wir bereits Konsens erzielt. Wir hoffen, dass auch in den verbleibenden Punkten eine Einigung möglich ist“, so Abdi. Ziel sei es, dass die Bevölkerung ihre Regionen im Rahmen einer verfassungsmäßig verankerten Selbstverwaltung über demokratisch legitimierte Institutionen selbst verwalten könne.

 

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