Syrien: IS-Drohnen starten von Stellungen regierungsnaher Truppen
Wie einer aktuellen Mitteilung der QSD zu entnehmen ist, sind im Osten der Provinz Raqqa zwei Drohnen abgeschossen worden. Eine Datenanalyse hat ergeben, dass diese dem IS zuzurechnen und von Stellungen regierungsnaher Truppen gestartet sind.
Das Pressezentrum der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) hat in einer Erklärung am Mittwochnachmittag den erfolgreichen Abschuss von zwei Drohnen östlich von Raqqa bekannt gegeben. Eine daraufhin durchgeführte Datenanalyse der Speicherkarte hat ergeben, dass diese der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zugerechnet werden können und von Stellungen regierungsnaher Truppen aus gestartet sind.
Wie die QSD in der Erklärung schreiben, seien die beiden Drohnen von Stellungen aus gestartet, die bewaffnete Gruppen innehalten, die mit der selbsternannten Regierung in Damaskus in Verbindung stehen sollen und an der Front in der Umgebung des Dorfes Ghanem al-Ali im Osten der Provinz Raqqa gelegen sind.
Von diesen Positionen gehen bereits seit rund einer Woche immer wieder Angriffe auf Einheiten der QSD aus, wobei am Samstag drei QSD-Kämpfer leicht verletzt wurden.

Technische Auswertung zeigt IS-Ursprung
Technische Teams des multiethnischen Militärbündnisses haben die Drohnentrümmer eigenen Angaben zufolge nach dem erfolgreichen Abschuss geborgen. Hierbei habe es sich um eine Drohne des Typs Matrice M30 und eine offensive FPV-Drohne (First Person View) gehandelt.
Den Expert:innen sei es in der Folge gelungen, „die auf der Speicherkarte der M30-Drohne gespeicherten Daten abrufen und analysieren“ zu können. „Bei der Analyse stellte sich heraus, dass die Drohne von einer Gruppe ausländischer Militanter betrieben wurde, die der Terrororganisation IS angehören und an Stellungen der mit der Regierung in Damaskus verbündeten Fraktionen stationiert sind, direkt gegenüber den Verteidigungslinien der Demokratischen Kräfte Syriens“, so die QSD-Angaben.
Zusammenarbeit zwischen Übergangsregierung und IS belegt
Diese Erkenntnisse, so heißt es in der Erklärung, belegen „eindeutig die Beteiligung mehrerer Fraktionen der Regierung in Damaskus an der Zusammenarbeit mit ausländischen IS-nahen Elementen“, „denen sie ihre Standorte und Stellungen für Aufklärungs- und Drohnenangriffe zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht es der Terrororganisation, ihre Fähigkeiten auf noch gefährlichere Weise wieder aufzubauen.“
Im Interesse der Transparenz und um zu verdeutlichen, wie ernsthaft diese Verbindungen sind, „die eine direkte Bedrohung für die Sicherheit der Zivilbevölkerung und die regionale Stabilität darstellen, einschließlich des andauernden Kampfes gegen die Terrororganisation“, kündigten die QSD an, die dokumentierten Bilder und Materialien zu veröffentlichen.
Internationale Anti-IS-Koalition zum Handeln aufgefordert
Die QSD forderten „unsere Partner:innen in der internationalen Koalition auf, diese alarmierenden Erkenntnisse genau zu prüfen und eine Untersuchung über die Beteiligung ausländischer Personen, die mit dem IS in Verbindung stehen, am Betrieb von Drohnen aus Frontgebieten einzuleiten. Wir fordern sie außerdem dringend auf, alle Parteien zu verfolgen, die solche Operationen unterstützen oder sich an der Bereitstellung technischer und logistischer Hilfe beteiligen. Das Ignorieren dieser Verstöße untergräbt die regionale Sicherheit und ermöglicht es dem IS, sich neu zu formieren und die Zivilbevölkerung und Gemeinden zu bedrohen.“
Fotos © QSD
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