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Dutzende Tote und Verletzte im drusischen Suweida

 


Bei einer neuen Welle der Gewalt sind in der südsyrischen Provinz Suweida mindestens 37 Menschen getötet worden, darunter 27 Angehörige der drusischen Minderheit. Die Angriffe sollen von sunnitischen Beduinenstämmen ausgehen.

Gewalt gegen drusische Minderheit
 
ANF / REDAKTION, 14. Juli 2025.

Bei einer neuen Welle der Gewalt sind in der südsyrischen Provinz Suweida (auch Suwaida) mindestens 37 Menschen getötet worden, darunter 27 Angehörige der drusischen Minderheit sowie zehn Mitglieder von sunnitischen Beduinenstämmen. Dies berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Auch zwei drusische Kinder seien unter den Toten. Das Innenministerium der Übergangsregierung in Damaskus spricht von mindestens 30 Toten und 100 Verletzten.

Auslöser der als Unruhen zwischen Drusen und Beduinen dargestellten Gewalt sei ein Raubüberfall auf einen drusischen Jugendlichen auf der Autobahn zwischen Damaskus und Suweida vor einigen Tagen. Aktivist:innen berichten dagegen von gezielten Angriffen auf die drusische Gemeinschaft sowie einer Welle von Entführungen durch sunnitische Beduinen, die dem neuen Regime des selbsternannten Präsidenten Ahmed al-Scharaa und dessen Dschihadistenmiliz „Hayat Tahrir al-Sham“ (HTS) nahestehen.

Aus Damaskus verlautete derweil, das Verteidigungsministerium habe militärische Verstärkung in die Region geschickt, um die Lage „unter Kontrolle“ zu bringen. Sogenannte Sicherheitskräfte seien im Grenzgebiet der Provinzen Daraa und Suweida stationiert worden, meldete die syrische amtliche Nachrichtenagentur Sana.

GfbV fordert Grenzübergang für humanitäre Zwecke

In den letzten Monaten kamen bei mutmaßlich staatlich koordinierten Übergriffen auf die drusische Gemeinschaft, gezielten Morden und Auseinandersetzungen in Suweida bereits zahlreiche Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt. Zuvor waren bei Massakern an der alawitisch geprägten Westküste des Landes tausende Menschen von Islamisten getötet worden. Die in Göttingen ansässige Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appellierte am Wochenende an Jordanien, einen Grenzübergang für humanitäre Zwecke zu öffnen. Die einzige Außengrenze der Prozinv Suweide ist die zum Haschemitischen Königreich.

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