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KON-MED fordert Einführung von Kurdisch als Standardsprache in Deutschland

In den Herkunftsländern der in Deutschland lebenden Kurd:innen ist der Gebrauch der kurdischen Sprache teilweise mit umfassenden Repressionen assoziiert. Aber auch hier bestehen erhebliche Defizite, erklärt KON-MED zum Tag der Muttersprache.

Die Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland e.V. (KON-MED) weist zum UNESCO-Welttag der Muttersprache darauf hin, dass auch in der Bundesrepublik erhebliche Defizite in Bezug auf die kurdische Sprache bestehen. Emine Ruken Akca und Kerem Gök, Ko-Vorsitzende von KON-MED, erklären dazu:

„Der 21. Februar ist Internationaler Tag der Muttersprache. Dieser wurde von der UNESCO zur Förderung sprachlicher sowie kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit ausgerufen. Weltweit sind gut die Hälfte aller Sprachen vom Aussterben bedroht, darunter auch der kurdische Dialekt Kirmanckî. Die UNESCO erachtet es als Notwendigkeit, Sprachen als Zeichen der kulturellen Identität der Sprechenden zu fördern, und verweist auf die Bedeutung von Sprachen und Fremdsprachen sowie Mehrsprachigkeit als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt. 

In unseren Herkunftsländern ist der Gebrauch der kurdischen Sprache teilweise mit umfassenden Repressionen assoziiert. Die fünfjährige Haftstrafe für die Kurdischlehrerin Zara Mohammadi im Iran ist nur ein Beispiel hierfür. Die Artuklu-Universität in Mardin, die seitens der Türkei als Universität mit einem Lehrstuhl für Kurdologie gepriesen wird, musste den Namen in Institut für lebende Sprachen umbenennen; das Verfassen von Dissertationen in Kurdisch ist untersagt. 

Auch in Deutschland bestehen erhebliche Defizite im Hinblick auf die kurdische Sprache. Aufgrund der nationalstaatlichen Subsumierung der Kurd:innen, die die zweitgrößte migrantische Community ausmachen, ist Kurdisch oftmals nicht unter den Sprachen vertreten, in denen Informationen von Institutionen veröffentlicht werden. Die Benachteiligung macht sich auch im Bereich des herkunftssprachlichen Unterrichts bemerkbar. In vielen Bundesländern ist dies zwar möglich, die Zugangsvoraussetzungen sind allerdings sehr hoch. Die Ausbildung von Kurdisch-Lehrkräften ist ebenfalls nicht gesichert. 

Unsere Co-Vorsitzende Emine Ruken Akça fordert daher die Schaffung sämtlicher Voraussetzungen für das Recht auf herkunftssprachlichen Unterricht in Kurdisch, insbesondere auch vor dem Hintergrund der positiven Implikationen von Mehrsprachigkeit auf die Entwicklung. Sie verweist zudem auf die Notwendigkeit, Kurdisch als Standardsprache bei multilingualen Veröffentlichungen seitens staatlicher Institutionen und Behörden zu etablieren.“

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