Hilferuf aus Idlib: “Das Regime will alle töten, die sich für ihre Grundrechte einsetzen”


Zivilgesellschaftliche Organisationen im Nordwesten Syriens, darunter Partner*innen von “Adopt a Revolution”, fordern in einer Stellungnahme zur aktuellen militärischen Eskalation in Nordwestsyrien, ein Ende der Offensive und internationales Eingreifen.


Aktuelle Aufnahme aus der Stadt Darat Ezza, die mit Streumunition und Brandkampfstoffen beschossen wurde.

Das Statement im Wortlaut übersetzt aus dem Englischen:

8.10.2023 – Den vierten Tag in Folge wird die Region Idlib und das westliche Umland von Aleppo im Nordwesten Syriens systematisch und willkürlich vom terroristischen Assad-Regime und seiner Verbündeten angegriffen. Dieser Beschuss hat Menschen, Gebäude und Zelte getroffen, Körper wurden dabei verstümmelt und Blut vergossen. Es gibt keinen Zufluchtsort. Dem Assad-Regime kümmert ist  das Leben von mehr als zwei Millionen Zivilist*innen egal, die in diesen Gebieten leben. Nach Angaben des syrischen Zivilschutzes ist die Zahl der durch die brutale Militärmaschinerie des Regimes getöteten Menschen auf 38 gestiegen.

In den 12 Jahren, die seit dem Beginn dieser Revolution für Freiheit und Würde vergangen sind, setzt dieses Regime weiterhin seine gesamte militärische Macht ein, darunter Flugzeuge, Artillerie, Raketenwerfer und international geächtete Waffen. Zuletzt wurde die Stadt Darat Ezza mit Streumunition und Brandkampfstoffen beschossen. Das Ziel ist, alle Menschen zu töten, die sich für ihre Grundrechte einsetzen.

Der Nordwesten Syriens ist zu einer Region geworden, die das Assad-Regime als Vorwand nutzt, um die Bevölkerung zum Schweigen zu bringen und von seinen wirtschaftlichen und politischen Problemen abzulenken. Gleichzeitig ist die Region ein Spielplatz für Konflikte und internationale Zukunftspläne.

Wir fordern:

  •  von syrischen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Europa und den USA, die Stimme des syrischen Volkes und die Bilder von den Massakern, denen wir ausgesetzt sind, öffentlich zu machen und Druck auszuüben, um diese Offensive zu stoppen. Außerdem müssen sie den Schutz der Zivilbevölkerung vor Luft- und Bodenbeschuss an den entscheidenden Stellen einfordern.
  • von Staaten, die mit dem Syrien-Konflikt befasst sind, uns vor der Militärmaschinerie des terroristischen Assad-Regimes zu schützen und sich für dessen Strafverfolgung einzusetzen.
  • von Aktivist*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen auf der ganzen Welt, Kampagnen zu starten und Druck auf ihre Regierungen auszuüben, um die Bewohner*innen dieser Region vor ihrer Ermordung und Vertreibung zu schützen.
  • von den internationalen Gremien und Institutionen, allen voran die Vereinten Nationen, unverzüglich tätig zu werden, um die Massaker an der Bevölkerung und die wahllosen Angriffe auf die Häuser unschuldiger Zivilist*innen sowie die Infrastruktur – einschließlich der Krankenhäuser – zu beenden.

Abschließend wünschen wir Barmherzigkeit für die Opfer, Heilung für die Verwundeten und das baldige Ende dieses verbrecherischen Regimes sowie die sofortige Beendigung der Offensive und die Rettung der Zivilbevölkerung vor dem Morden, der Vertreibung und der Zwangsumsiedlung, die sich erneut abspielen.


Sanabel Al-Amal Association, Ziviles Zentrum Atareb, General Women’s Union, Syrian Women’s Gathering, Eve Association, Volunteer team to build, Syria Spring Team, Ghayath Association, Team befree, March Youth Team, Himam Team

 

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