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HDP: „Wir knüpfen Solidaritätsnetzwerke von Frauen für Frauen“

Die HDP-Abgeordnete Züleyha Gülüm weist darauf hin, dass häusliche Gewalt Einzug in den Zeltstädten für Erdbebenopfer gefunden hat. Der Frauenrat der HDP baut Solidaritätsnetzwerke von Frauen für Frauen auf.

Der Frauenrat der Demokratischen Partei der Völker (HDP) und die Frauenbewegung TJA widmen ihre diesjährigen Aktivitäten zum Frauenkampftag 8. März den Opfern der Erdbebenkatastrophe vor einem Monat. Aus verschiedenen Regionen fahren Frauen in die betroffene Region, um praktische Solidarität zu zeigen. Mehrfach wurden bereits „Lila Laster“ mit gesammelten Hilfsgütern in das Gebiet geschickt.

Die Istanbuler HDP-Abgeordnete Züleyha Gülüm hat sich gegenüber ANF zu den Problemen von Frauen im Erdbebengebiet in der Türkei und Kurdistan geäußert. Die geschlechtsspezifische Problematik müsse in vielerlei Hinsicht angegangen werden, meint die HDP-Politikerin. Frauen sind der Gewalt von Männern ausgesetzt, ihre Sicherheit muss so schnell wie möglich gewährleistet werden.

Züleyha Gülüm betont, dass Frauen im Erdbebengebiet mit mehr Problemen konfrontiert sind: „Wie wir persönlich beobachtet haben, werden Frauen sehr stark schikaniert. Das Problem der Unterkunft und der Sicherheit ist wirklich extrem. Frauen, die in Sammelzelten leben, sind sexuellen Übergriffen, Belästigungen und Gewalt durch Männer ausgesetzt, die sie kennen oder nicht kennen. Die Sicherheit für Frauen muss in jeder Hinsicht gewährleistet sein. In der Nähe der Massenzeltgebiete sollten Notrufzentralen eingerichtet und die Frauen darüber informiert werden. Die Gewalt gegen durch das Erdbeben obdachlos gewordene Frauen an den Orten, an denen sie Schutz suchen mussten, sollte durch die wirksame Umsetzung des Gesetzes Nr. 6284 verhindert werden. Eines der wichtigsten Probleme für Frauen ist der Zugang zu Sauberkeit und Hygiene. In einigen Zeltgebieten werden die mobilen Toiletten gemischt genutzt. Mobile Toiletten, die für Frauen reserviert sind, gibt es entweder gar nicht oder sie sind sehr unzureichend. Die Frauen brauchen Binden, Tampons, Unterwäsche und medizinische Hilfsmittel für ihre Gesundheit. Auch Windeln und Babynahrung müssen regelmäßig in die Erdbebengebiete geliefert werden."

Solidarität von Frauen für Frauen

Die HDP will die Solidarität zum 8. März verstärken, sagt Züleyha Gülüm: „Wir versuchen, Solidaritätsnetzwerke von Frauen für Frauen zu knüpfen. Wir stellen Frauenzelte auf. Wir führen Gespräche in unseren Zelten, wir versuchen, unsere Erfahrungen und Schmerzen mit Solidarität zu überwinden. Wir organisieren Kampagnen, um die dringenden Bedürfnisse der Frauen zu erfüllen. Wir führen Aktivitäten durch, um den Staat zu zwingen, seiner Verantwortung gerecht zu werden. Zum 8. März organisieren wir Veranstaltungen, bei denen wir zusammenkommen und die Solidarität von Frauen stärken.“

 

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