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Vergeltungsschläge der YPG in Besatzungszone


Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) haben wieder in der türkischen Besatzungszone in Nordsyrien zugeschlagen und Vergeltungsangriffe gegen die Invasionstruppen durchgeführt. Mindestens vier Soldaten und neun Söldner sind getötet worden.

Bei mehreren Vergeltungsschlägen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) sind im Norden von Syrien mindestens vier türkische Soldaten getötet worden. Das kurdische Kampfbündnis beantwortet damit die Eskalation der militärischen Gewalt der Türkei gegen Gebiete der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien (AANES). Auch neun islamistische Milizionäre, die unter dem Sold der Regierung in Ankara stehen, sind bei den Angriffen tödlich verletzt worden. Das teilten die YPG am Sonntag in Hesekê mit.

„Die Aggression des türkischen Besatzerstaates gegen unsere Regionen dauert unvermindert an. Zum Ziel der andauernden Attacken, die hohe Verluste fordern, wird unser Volk. Gleichzeitig bedeuten diese Angriffe massive materielle Schäden für die Bevölkerung. Die türkische Besatzungsarmee missachtet bei ihrem brutalen Vorgehen jegliche Kriegsregeln. Auf Grundlage der legitimen Selbstverteidigung handeln wir, um unser Volk und seine Errungenschaften unter allen Umständen zu verteidigen“, heißt es in der Stellungnahme der YPG.

Video zeigt Szenen der Vergeltungsschläge | YPG-Pressezentrum

Die Vergeltungsangriffe wurden nach YPG-Angaben im Zeitraum zwischen dem 23. und 27. Oktober durchgeführt. Wo genau zugeschlagen worden ist, dazu wurden keine Informationen preisgegeben. Im Zuge der Aktionen konnte auch türkisches Kriegsgerät zerstört werden, darunter ein Fahrzeug der Besatzungstruppen, ein Maschinengranatwerfer sowie ein Mehrzweckmaschinengewehr.

Westen ignoriert expansionistische Ambitionen der Türkei

Weitgehend ignoriert von der Weltöffentlichkeit setzt die Türkei im Schulterschluss mit dschihadistischen Milizen die Angriffe auf das Autonomiegebiet Nord- und Ostsyriens fort. Das im Oktober 2019 mit der Besatzung von Serêkaniyê (ar. Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) zwischen Russland, den USA und der Türkei vereinbarte Waffenstillstands- und Deeskalationsabkommen existiert nur auf dem Papier. Täglich erfolgen im Rahmen eines wie nach den Lehrbüchern der NATO-Aufstandsbekämpfung geführten „Krieges niedriger Intensität” Artillerie- und Drohnenangriffe gegen Wohngebiete sowie zivile und militärische Infrastruktur. Die Angriffe dienen der Zermürbung und Vertreibung der Zivilbevölkerung und haben das Ziel, die türkisch-dschihadistische Besatzungszone auszuweiten. Erst am Montag waren bei einem türkischen Drohnenangriff auf eine Einrichtung der Autonomieverwaltung in Qamişlo zwei Menschen ums Leben gekommen. Die AANES erklärte, dass das internationale Schweigen den politischen Interessen der Türkei und dem IS dient und forderte die in Syrien involvierten Akteure und die internationale Gemeinschaft auf, klare und entschlossene Positionen zu beziehen.

Vergeltung für türkische Kriegsverbrechen

Die YPG, die das Rückgrat der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) bilden, verüben immer wieder Vergeltung für türkische Kriegsverbrechen in Rojava. Ende September waren bei einer Serie von Vergeltungsschlägen mindestens 19 Angehörige der türkisch-dschihadistischen Invasionstruppen in der Besatzungszone getötet worden.

 

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