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Frauenverband Kongra Star aus Rojava zum Widerstand auf den Straßen von Rojhilat und Iran


Der Frauenverband Kongra Star aus Rojava ruft zur Unterstützung der Gefangenen im Evin-Gefängnis und des Widerstands auf den Straßen von Rojhilat und Iran auf.

Während das iranische Regime nach dem Brand im Evin-Gefängnis in Teheran am Samstagabend von vier Toten spricht, befürchten Menschenrechtsorganisationen eine weit dramatischere Bilanz. Auch aus dem Lakan-Gefängnis von Rascht wurden sechs Tote vom 9. Oktober nachgemeldet. Die sechs Gefangenen wurden vom Wachpersonal umgebracht.

Foltergefängnis Evin ist vor allem mit Freiheitskämpfer:innen belegt

Der Frauenverband Kongra Star aus Rojava gab am Sonntag eine Erklärung zum Angriff auf die Gefangenen im Evin-Gefängnis ab: „Als Kongra Star verfolgen wir den jüngsten Angriff auf das Evin-Gefängnis in Teheran mit großer Wut. In dem als Foltergefängnis bekannten Gefängnis, in dem hauptsächlich politische Gefangene, Aktivist:innen und Kämpfer:innen für Demokratie und Freiheit inhaftiert sind, brach ein Feuer aus und es wurden Waffen gegen die Gefangenen eingesetzt. Dies geschah im Schatten der Unruhen im Iran.“

Die Menschen akzeptieren keine Rückkehr zum alten System“

Kongra Star erinnert an die von Frauen angeführten Aufstände in Rojhilat und im Iran nach der Ermordung von Jina Amini durch die iranische Sittenpolizei: „Obwohl das iranische Regime mit Gewalt gegen den Aufstand vorgeht, stellen sich die Demonstrant:innen dem herrschenden System ohne Angst und mit großer Entschlossenheit entgegen, es ist klar, dass sie eine Rückkehr zum alten System niemals akzeptieren werden.“

Viele Teilnehmer:innen am Aufstand befinden sich im Evin-Gefängnis“

Viele der 7.800 im Rahmen der Proteste Verhafteten, viele Freiheitskämpfer:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen sind im berüchtigten Evin-Gefängnis inhaftiert. Der Frauenverband weist auf die Rolle des Evin-Gefängnisses hin: „In den letzten Wochen wurden viele vom Regime verhaftete Demonstrant:innen im Evin-Gefängnis eingesperrt. Schon vor diesem Brand sind viele Gefangene im Evin-Gefängnis gefallen, viele der Gefangenen sind hier zum Tode verurteilt und das Schicksal vieler politischer Gefangener in diesem Gefängnis ist seit Jahren unbekannt.“

Unzählige Gefangene wurden in den Gefängnissen ermordet“

Das Regime verübte immer wieder schwerste Massaker in den Gefängnissen. Kongra Star weist darauf hin: „Und dies ist nicht das erste Mal ist, dass das iranische Regime in Gefängnissen Massaker an Menschen verübt, die nach Freiheit und Demokratie streben. Von 1981 bis 1988 wurden Tausende von Menschen, die nach Freiheit und Demokratie strebten, vom Khomeini-Regime in den Gefängnissen von Evin und Gohardasht ermordet, ihre genaue Zahl ist bis heute unbekannt, weil das iranische Regime diese Massaker heimlich und langsam durchführte. Die Gefangenen werden nach und nach umgebracht.“

Şirin Alamhouli schrieb „Jin Jiyan Azadî“ vor Hinrichtung an die Wand ihrer Zelle

Aber auch offizielle Hinrichtungen fanden im Evin Gefängnis statt: „Am 9. Mai 2010 wurden vier kurdische politische Gefangene, Şirin Alamhouli, Farzad Kamanger, Ali Heydarian und Farhad Vakili nach Jahre langer Haft im Evin-Gefängnis hingerichtet. Şirin Alamhouli schrieb während ihrer Zeit im Evin-Gefängnis ‚Jin Jiyan Azadî‘ an die Wand ihrer Zelle. Mit dem Widerstandsgeist von Şirin und ihren Genoss:innen findet nun die Revolution unter der gleichen Parole und unter der Führung von Frauen statt.“

Die Angriffe auf die Gefangenen sind Angriffe auf die Revolution“

Der Frauenverband sieht in den Angriffen auf die Gefangenen im Evin-Gefängnis einen Angriff auf die Revolution. Kongra Star schreibt dazu: „In demselben Gefängnis, in dem letzte Nacht ein Feuer ausgebrochen ist, hat der Geist von ‚Jin Jiyan Azadî‘ Hoffnung geschaffen und wurde zum Slogan des Widerstands. Wenn der Staat dieses Gefängnis angreift, will er den Widerstand zerstören, der sich unter dieser Losung erhoben hat. Das iranische Regime konnte den Widerstand nicht mit Gewalt auslöschen, jetzt greift es den Ort an, an dem die Losung ‚Jin Jiyan Azadî‘ zum ersten Mal in Rojhilat und im Iran erhoben wurde.“

Das Regime will durch den Brand die Agenda im Iran ändern“

Der Aufstand im Iran und Rojhilat unterscheide sich von früheren Aufständen deutlich. Es handele sich um einen Massenaufstand, der breite Teile der Gesellschaft erfasst habe und von Frauen angeführt werde, erklärt Kongra Star und fährt fort: „Das Volk bringt seine Position zum Ausdruck, indem es ‚Frauen, Leben, Freiheit‘ ruft und den Tod der Diktatur fordert. Nun steht das iranische Regime unter großem Druck und versucht, das Volk durch Massaker an Kurd:innen, Belutsch:innen und allen dort lebenden Menschen einzuschüchtern. Das Feuer in dem Gefängnis wurde vom Staat mit der Absicht gelegt, den derzeitigen Aufstand auszulöschen. Das Regime will die Tagesordnung im Iran und darüber hinaus ändern, indem es Informationen unterdrückt und die Wahrheit über den Brand verschweigt.“

Wir müssen die Stimme des Widerstands in den Gefängnissen und auf den Straßen werden“

Kongra Star erinnert an die Gefallenen im Evin-Gefängnis und grüßt den Widerstand in den Gefängnissen und auf den Straßen von Rojhilat und des Irans und ruft auf: „Wir müssen unseren Kampf für die Freiheit der Frauen und aller Völker mit dem Geist des Widerstands von Şirin Alamhouli verstärken. Darüber hinaus rufen wir alle Frauen, alle freiheitlichen und demokratischen Kräfte und Einzelpersonen auf, sich dem Widerstand überall auf der Welt anzuschließen und ihn zu unterstützen. Wir müssen die Stimme der Freiheitskämpfer:innen und des Gefängniswiderstands werden.“

 

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