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Forum zur Frauenrevolution in Qamişlo


In Qamişlo findet ein zweitägiges Forum zur Frauenrevolution in Nahen Osten statt. Zentrales Thema ist die Notwendigkeit zur Selbstverteidigung. „Es gibt keine Freiheit ohne Verteidigung“, erklärte die PYD-Politikerin Foza Yusîf.

An der Universität Rojava in Qamişlo wird das zweitägige Forum zur Frauenrevolution im Nahen Osten fortgesetzt. Das von Frauenorganisationen in Nord- und Ostsyrien veranstaltete Forum befasst sich mit der Frauenrevolution in Rojava und ihrer Rolle für Veränderungsprozesse in Organisationen und Gesellschaft in der gesamten Region. Organisiert wird die Veranstaltung von Kongra Star, dem Rat der Frauen Syriens, der Jineolojî-Akademie, der Frauenunion Zenobiya, dem Rat der Suryoye-Frauen, dem Frauenrat von Nord- und Ostsyrien sowie den Frauenverteidigungseinheiten YPJ.

Der erste Tag widmete sich den Errungenschaften aus zehn Jahren Frauenrevolution in Rojava und der Rolle der YPJ bei der Verteidigung und Entwicklung dieses Prozesses. Foza Yusîf, Mitglied des Vorstands der Partei der Demokratischen Einheit (PYD), sagte auf dem Forum: „Die Welt macht eine sehr schwierige Phase durch, die auf die vom kapitalistischen System entwickelte, von Männern dominierte Mentalität zurückzuführen ist. Im Nahen Osten herrscht ein harter Krieg. Hunderte geflüchtete Frauen und Kinder befinden sich in den Wüsten. Dies entwickelt sich zum Dritten Weltkrieg, einem Krieg der Männer.“

Foza Yusîf fuhr wie folgt fort: „Heute führt das kapitalistische Regime eine Politik der kulturellen Vernichtung gegen die Völker durch. Der Krieg, den die kapitalistischen Kräfte führen, zielt darauf ab, die Errungenschaften der Völker zu zerstören. Das Ziel dieses Krieges ist die Kontrolle der Macht. Mehr als drei Millionen Menschen sind innerhalb von fünf Monaten aus der Ukraine geflohen. Während des zehnjährigen Krieges in Syrien sind Hunderttausende von Menschen ausgewandert und Hunderte von ihnen wurden massakriert. In Libyen dauern die Konflikte an, und im Libanon herrscht Armut. Der Irak ist immer noch nicht in der Lage, eine Regierung zu bilden, und in Afghanistan wird seit fast 70 Jahren Blut vergossen. Das ist die momentane Realität. Die Welt braucht eine neue Revolution und eine neue Politik. Deshalb sagen wir, dass die Revolution von Rojava eine Revolution der Frauen ist. Heute haben wir mit dem Projekt der freien Frauen und der demokratischen Nation eine Botschaft an die Welt gesendet. Die Revolution von Rojava hat in diesem Sinne die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen. Die Frauenrevolution wurde von kurdischen Frauen angeführt, und gemeinsam mit allen Frauen Mesopotamiens wollten wir diese Mentalität ändern.“

Die PYD-Politikerin wies in ihrem Beitrag darauf hin, dass die Revolution von Rojava auf den Ideen von Abdullah Öcalan basiert. „Die Frauen Mesopotamiens Frauen haben das Glück, selbst Geschichte zu schreiben“, erklärte Foza Yusîf weiter. Das mache den Herrschenden Angst: „Deshalb müssen wir uns auf einen großen Krieg vorbereiten. So wie wir die Vorhut aller Frauen in der Welt waren, müssen wir die revolutionäre Frauenrevolution vorantreiben. Wir müssen die Mentalität und den Gedanken der Selbstverteidigung entwickeln. Wir sollten uns nichts vormachen. Deshalb muss jede freie Frau bereit sein, zu den Waffen zu greifen, sonst bleibt die Zukunft der Frauen in den Händen der Herrschenden. Wir müssen unsere Seele mit Freiheit sättigen. Es gibt keine Freiheit ohne Verteidigung, wir können unsere Freiheit nicht ohne Verteidigung erhalten. Wir müssen immer die Situation der Frauen in Efrîn, Serêkaniyê und Afghanistan im Auge behalten. Wir sind stark und glauben an uns, wir müssen das 21. Jahrhundert zum Jahr der Freiheit für alle Widerstandskämpferinnen werden lassen. Das 21. Jahrhundert wird das Jahr der Freiheit der Frauen und der Völker sein!"

Die YPJ kämpften gegen reaktionären Radikalismus“

In der zweiten Sitzung am Freitag wurden die Rolle der YPJ in der Revolution, die Situation der Frauen in den besetzten Gebieten und ideologische Angriffe gegen Frauen diskutiert. Die Sitzung begann mit einer Filmvorführung über den Widerstand der YPJ, anschließend referierte die YPJ-Kommandantin Jiyan Tolhildan. Einleitend erinnerte sie an die Gefallenen der Revolution von Rojava, die ihr Leben im Kampf gegen patriarchalische Unterdrückung eingesetzt haben. Die YPJ kämpften gegen reaktionären Radikalismus und die staatliche Politik, die Frauen alle legitimen Rechte vorenthält, und versuchten, eine ethisch-politische Gesellschaft aufzubauen, so die Kommandantin: „Wir glauben, dass wir das Projekt der demokratischen Nation in der Region verwirklichen werden. Zuallererst sollten alle Frauen die Grundsätze der Selbstverteidigung anstreben. Dieses Bewusstsein muss in der Gesellschaft verankert werden.“

Frauenkämpfe im Nahen Osten

Heute wird das Forum mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu relevanten Themen im Nahen Osten fortgesetzt. Angekündigt sind unter anderem Beiträge zum Potenzial von Frauen für nachhaltige Transformationsprozesse und Frauenkämpfe im politischen und rechtlichen Bereich. Weitere Themenblöcke sind „Was brauchen wir, um Frauenrechte zu schützen und zu fördern?“ und „Entwicklung von Frauenökonomie gegen Armutspolitik“.

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