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Şengal-Autonomierat: Widerstand bis zum Schluss


Parallel zu der türkischen Invasion in Südkurdistan und den ständigen Angriffen auf Nordostsyrien greift die irakische Armee die Verteidigungskräfte in Şengal an. Der Autonomierat Şengal ruft zur Unterstützung des Widerstandskampfes auf.

Seit Montag greift die irakische Armee die selbstverwaltete Region Şengal an. Es kommt zu heftigen Zusammenstößen mit den Verteidigungseinheiten der basisdemokratisch selbstverwalteten Region. Der Autonomierat von Şengal (MXDŞ), das höchste Gremium der Selbstverwaltung, teilt dazu mit, dass der Angriff Teil eines koordinierten Vorgehens der Türkei, der südkurdischen Partei PDK und der irakischen Regierung ist. Die Menschen in der Region und ihre Selbstverteidigungseinheiten würden entschlossenen Widerstand leisten.

Der Autonomierat weist darauf hin, dass im April das ezidische Fest Çarşema Nîsanê gefeiert wird. Ein großer Teil der ezidischen Bevölkerung ist 2014 nach dem IS-Angriff aus Şengal geflohen. „Nun wollte unser Volk mit großer Hoffnung dieses Fest auf seinem eigenen Land, in Şengal, feiern. Die Vorbereitungen für dieses Fest waren gerade in vollem Gange. Gestern in den Abendstunden hat jedoch ein Militäreinheit der Kadhimi-Regierung in der Gemeinde Digurê Kontrollpunkte des Asayîşa Êzîdxanê angegriffen“, erklärt der MXDŞ:

„Ohne zuvor Gespräche mit unserer Selbstverwaltung zu führen, ist der Irak zum Angriff übergegangen. Es wurden Mitglieder des Asayîş und Zivilist:innen verletzt. Nach dem Angriff versuchten die irakischen Truppen, das Zentrum der Asayîş unter Kontrolle zu bekommen. Durch das besonnene Agieren der Asayîşa Êzîdxanê konnten schwere Gefechte verhindert werden. Es wurde sich darum bemüht, die Kämpfe zu beenden. Aber gestern Nacht gegen 2.00 Uhr nahm eine Gruppe irakischer Soldaten Mitglieder der Asayîş auf der Straße nach Cidal bei Tilezer gefangen.

Daraufhin begannen die Kämpfe von neuem. Der Angriff blieb allerdings nicht auf die Asayîşa Êzîdxanê beschränkt. Der Willen der Ezid:innen soll gebrochen werden und es wurden irakische Soldaten in die Gebiete entsandt, die von den Widerstandseinheiten und Fraueneinheiten Şengals (YBŞ/YJŞ) geschickt. Daraufhin brachen Gefechte aus. Während wir diese Erklärung abgeben, geht der irakische Angriff auf unsere Verteidigungskräfte weiter.

Wir erklären gegenüber unserem Volk und unseren Freund:innen, dass diese Angriffe auf grausamste Weise andauern. Die Angriffe sind vom türkischen Staat geplant und es geht dabei darum, den Willen unseres Volkes zu brechen. Das irakische Militär verhält sich wie die türkische Armee. Der Angriff findet offenbar in Koordination mit der PDK und türkischem Staat statt.

Als Demokratischer Autonomierat Şengal erklären wir, dass wir uns diesen Angriffen genauso wenig beugen werden, wie wir uns dem 74. Ferman (IS-Genozid) gebeugt haben. Wir werden bis zum Schluss Widerstand leisten. Wir werden keinen anderen Weg wählen als den des Widerstands und der Verteidigung der Errungenschaften unseres Volkes.

Schließlich rufen wir unser Volk und alle Kreise auf, sich gegen diese Angriffe zu stellen. Dieser Angriff auf Şengal ist nicht unabhängig von früheren Massakern, Vernichtungsplänen und dem Abkommen vom 9. Oktober 2020 zu betrachten. Begonnen hat der Angriff nach dem Treffen zwischen Mesrûr Barzanî und Erdoğan. Wir rufen unsere Jugend dazu auf, am Widerstand teilzunehmen und die Verteidigungskräfte zu unterstützen. Unser Widerstand wird bis zum Sieg weitergehen. Der Irak ist unterrichtet, dass er für jedes Gefecht, zu dem es kommt, selbst verantwortlich ist.“

 

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