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Kirchen in der Cizîrê-Region (Rojava): Einheit bringt Frieden


Die Vertreter der syrisch-orthodoxen Kirchen in der Cizîrê-Region in Rojava haben sich in ihren Predigten am ersten Weihnachtstag für mehr Einheit, Liebe und Frieden ausgesprochen.

In Nordostsyrien steht das Weihnachtsfest auch 2021 unter dem Eindruck der türkischen und islamistischen Aggression. Vertreter der syrisch-orthodoxen Kirchen in der Cizîrê-Region haben sich in ihren Predigten am ersten Weihnachtstag für mehr Einheit, Liebe und Frieden ausgesprochen. In den Botschaften hieß es, nur die Einheit der Menschen und Menschlichkeit könne zum Frieden zwischen den Völkern, Kulturen und Religionen beitragen. Trotz anhaltender Angriffe und Bedrohungen strömten christliche Gläubige in die Gotteshäuser in Hesekê, Qamişlo und Til Temir.

Assyrische Kirche in Hesekê

In der syrisch-orthodoxen Kirche wird Weihnachten im Gegensatz zu allen anderen orthodoxen Kirchen nicht erst am 6. Januar, sondern gemeinsam mit den Kirchen des westlichen Christentums bereits am 25. Dezember gefeiert, jedoch nach eigener Liturgie. Vor dem Fest wird 25 Tage lang gefastet (früher 40 Tage). In dieser Zeit, die auch als Phase der Vorbereitung gilt, ernähren sich Gläubige der syrisch-orthodoxen Kirche vegan, verzichten auf Alkohol, Süßes oder den Fernseher, sprechen Gebete und backen für Weihnachten. Bis zur Mittagszeit wird gar nichts gegessen.

An Heiligabend gibt es in den Kirchen Gottesdienste mit Beichten, das eigentliche Weihnachtsfest findet am 25. Dezember statt. Die Gemeindemitglieder stehen bereits in aller Frühe auf, denn das Fest der Geburt Christi beginnt in der Regel mit einem Gottesdienst um 7 Uhr. In den drei Stunden, die der Gottesdienst dauert, empfängt die Gemeinde die Kommunion. Wie in den katholischen und reformierten Gotteshäusern, steht eine Krippe in der Kirche. Diese macht mit dem Jesuskind prozessionsartig eine Runde um das Kircheninnere. Gesungen und gebetet wird dabei in Alt-Aramäisch, das auch als die Sprache Jesu gilt.

Nach dem Ende treffen sich die Gemeindemitglieder auf dem Kirchenvorplatz und wünschen sich gegenseitig ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Im Anschluss daran gehen die Familien nach Hause zum Essen. Zur Tradition der syrisch-orthodoxen Kirchen gehört es aber auch, dass sich die Mitglieder über Weihnachten gegenseitig zu Hause besuchen. Am 26. Dezember findet nochmals ein Gottesdienst zu Ehren Marias statt.

 

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