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Mobile Klinik in Dêrik hat ihre Arbeit aufgenommen


Die mobile Klinik, ein Gesundheitsprojekt der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik, konnte im Umland von Dêrik ihre Arbeit aufnehmen. Die Prävention und Be­handlung von Krankheiten in der Region kann so entscheidend verbessert werden.

Das erste Gesundheitsprojekt der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik, eine Mobile Klinik, hat Mitte Oktober im Umland von Dêrik in Nordostsyrien ihre Arbeit aufgenommen. Sie bietet den Men­schen in den Dörfern einen niedrigschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Prävention und Be­handlung von Krankheiten in der Region wird so entscheidend verbessert.

Ermöglicht wurde das Kooperationsprojekt durch Spenden der Städtepartnerschaft und der „Stiftung der Freien Frau in Syrien“ (WJAS), mit denen ein geeigneter LKW erworben werden konnte. Sein Ausbau und die Ausstattung mit medizinischem Gerät und Medikamenten wurde mit einer Förderung durch die „Landesent­wicklungszentrale Berlin“ (LEZ) im Rahmen eines Covid-19-Sonderprogramms realisiert.

An der Spendenkampagne beteiligten sich Mitarbeiter*innen der Bezirksverwaltung, aber auch viele Menschen aus ganz Deutschland. Die Städtepartnerschaft zwischen dem Bezirk Friedrichshain-Kreuz­berg und der Stadt Dêrik in Nordostsyrien besteht seit Februar 2019. Der Verein unterstützt die Partnerstadt mit Projekten in den Bereichen Ökologie, Gesundheit und Geflüchtetenhilfe.

Dêrik ist Corona-Hotspot in Nordostsyrien

Dêrik ist derzeit die Stadt mit den meisten Covid-19-Infektionen im Nordosten Syriens. Seit dem 6. Novem­ber gibt es deswegen einen Lockdown: Alle Institutionen wie Schulen, Gebetsstätten, Märkte, Handwerksbetriebe, Sportstätten und Restaurants sind geschlossen. Lebensmittelgeschäfte dürfen nur noch vormittags öff­nen. Das Betreten und Verlassen der Stadt ist bis auf Notfälle untersagt.

Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei und ihrer dschihadistischen Milizen im Oktober 2019 mussten in der Region viele Flüchtlingscamps eingerichtet werden. Dort liegen allerdings auch die Gefäng­nisse und Lager für IS-Terroristen und ihre Angehörigen – über 70.000 Menschen. Sie alle müssen von der Selbstverwaltung versorgt werden. Internationale Hilfe gibt es kaum, das Gebiet unterliegt einem ‚Rundum-Embargo‘. Obwohl die Selbstverwaltung neue Krankenhäuser gebaut und neues Personal ausgebildet hat, ist die medizinische Infrastruktur durch den seit zehn Jahren andauernden Krieg und die Angriffe der Türkei und des IS weitgehend zerstört. In der Corona-Krise herrscht derzeit ein dramatischer Mangel an Schutzaus­rüstung, Testmöglichkeiten, Medikamenten und Beatmungsgeräten.

Mobile Klinik soll Umland von Dêrik versorgen

Im Umland von Dêrik gibt es keine flächendeckende medizinische Basisversorgung. Die Wege zum nächsten Gesundheitszentrum oder Krankenhaus sind weit und beschwerlich. Die Mobile Klinik ermöglicht den Men­schen in den ländlichen Gebieten erstmals einen niedrigschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Das Projekt ist zwar noch in der Aufbauphase, seit Mitte Oktober ist der Klinikwagen aber bereits im Einsatz. Er fährt an drei Tagen in der Woche in die Dörfer und bietet eine allgemeinmedizinische Sprechstunde an. Das von WJAS gestellte medizinische Team besteht ausschließlich aus weiblichem Perso­nal. Um die Arbeit der Mobilen Klinik gerade in der jetzigen Pandemie nachhaltig mit Medikamenten, Test-Kits und Schutzausrüs­tung zu sichern, bittet die Städtepartnerschaft um weitere Unterstützung durch Spenden für das Projekt.

Spendenkonto:
Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Derik e.V.
IBAN: DE54 4306 0967 1225 6804 00 * BIC: GENODEM1GLS * GLS Bank * Stichwort: Mobile Klinik

 

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