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Lilwa Abdullah: Schwerer Kampf gegen IS-Zellen in Deir ez-Zor



Die Sprecherin des Militärrats von Deir ez-Zor, Lilwa Abdullah, berichtet über die Schwierigkeiten im Kampf gegen IS-Zellen. Insbesondere die geografische Ausdehnung des Gebiets und fehlende technische Mittel erschweren den Kampf.

In der selbstverwalteten ostsyrischen Region Deir ez-Zor existiert ein weites Netzwerk von IS-Zellen. Trotz Konkurrenz des syrischen Regimes und der Türkei haben beide Regionalmächte ein großes Interesse an der Destabilisierung der Region und zielen auf die Zerschlagung der Selbstverwaltung ab. Als Mittel zu diesem Zweck genießt der „Islamische Staat (IS) in der Region die Unterstützung beider Mächte. Daraus resultierten in den letzten Tagen und Wochen zunehmende Aktivitäten der Dschihadisten. Erst am vergangenen Montag sind mehrere Angehörige des Zivilrats von Deir ez-Zor und Arbeiter in der Ölförderung angegriffen worden.

Reorganisierungsversuche des IS

Die Nachrichtenagentur ANHA interviewte die Sprecherin des Militärrats von Deir ez-Zor, Lilwa Abdullah, zu den IS-Aktivitäten in der Region. Die Kommandantin erklärt: „Nach der militärischen Niederlage des IS setzt dieser mit verdeckten Zellen seine Versuche fort, die Sicherheit der Region zu bedrohen und wieder Kontrolle zu erlangen. Bei Attentaten und Anschlägen nimmt der IS insbesondere Führungskräfte der QSD (Demokratischen Kräfte Syriens), der Stämme und der Gesellschaft sowie patriotische Menschen, die mit der Selbstverwaltung zusammenarbeiten, ins Visier. Mit dem Ausbau der Dienstleistungen in Deir ez-Zor haben auch diese Angriffe zugenommen.“

Ende September ist Abdullah selbst zum Ziel eines Attentatsversuchs geworden. Dabei wurde ihr Fahrer verletzt. Am 1. November wurde Abu Xebîl (Ehmed Xebîl) vom Militärrat von Deir ez-Zor ebenfalls zum Ziel eines solchen Attentatsversuchs.

Mit dem Iran verbundene Zellen sind ebenfalls aktiv

Auch wenn die QSD am 23. März 2019 den Sieg über den IS erklärt hatten, gehen die Operationen gegen die Islamisten bis heute weiter. Abdullah sagt zur Sicherheitslage in Deir ez-Zor: „In Deir ez-Zor ist nicht nur der IS aktiv, auch die türkische SNA (Syrische Nationalarmee), Milizen der Regierung in Damaskus und des Iran sowie verschiedene andere Kräfte sind in Zellenstrukturen organisiert. Die iranischen Strukturen sind mit den Sicherheitskräften der Regierung in Damaskus verbunden. Es ist ohnehin schon aufgeflogen, dass die Regierung in Damaskus in das Attentat auf Mushtar al-Hafal vom Stamm der Okaidat verwickelt war. Damaskus will die Kontrolle über die Region zurückgewinnen, indem Konflikte in der Region geschürt werden.“

Abdullah berichtet, dass manche dieser Zellen Propagandaaktivitäten für die Regierung in Damaskus durchführten, etliche jedoch vom Militärrat zerschlagen werden konnten. Der Militärrat habe außerdem unzählige IS-Zellen ausheben können.

Die Schwierigkeiten des Kampfes

Gefragt nach den Schwierigkeiten des Kampfes gegen diese Zellenstrukturen, erklärt die Militärratssprecherin: „Deir ez-Zor ist sehr groß und daher ist der Kampf großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Es bereitet uns Schwierigkeiten, dass wir nicht über die notwendige Militärtechnologie zur Aufklärung verfügen. Die internationale Koalition sollte unseren Kampf gegen diese Zellen stärker unterstützen.“

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