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Istanbul: Erstmals Kurse in den kurdischen Sprachen Hewramî und Kelhûrî

Der in Istanbul ansässige „Verein für kurdische Studien“ bietet ab dem 7. Dezember Online-Kurse in den kurdischen Sprachen Hewramî und Kelhûrî an. Damit soll der staatsideologisch legitimierten Assimilationspolitik ein Riegel vorgeschoben werden.

Der Istanbuler „Verein für kurdische Studien“ bietet ab dem 7. Dezember Kurse in den kurdischen Sprachen Hewramî und Kelhûrî an. Mit der Initiative soll der staatsideologisch legitimierten Leugnung- und Assimilationspolitik ein Riegel vorgeschoben werden, erklärt Eyüp Subaşı, der Ko-Vorsitzende des Vereins. Der interaktive Live-Unterricht mit engagierten Dozent*innen findet über Zoom statt und dauert drei Monate. Noch sind Anmeldungen möglich. Auch Soranî-Kurse können belegt werden.

„Es ist das erste Mal, dass in der Türkei oder in Nordkurdistan Sprachkurse in den Varianten Hewramî und Kelhûrî abgehalten werden”, sagt Subaşı, langjähriger Mitarbeiter und Sprachdozent des Vereins. Seit März 2017 setzt die Vereinigung als Komeleya Lêkolînên Kurdî ihre Arbeit fort, die kurdische Sprache, Kultur und Literatur zu fördern. Gegründet wurde die Einrichtung aber bereits vor 28 Jahren, am 18. April 1992, als das Kurdische Institut Istanbul („Enstîtuya Kurdî ya Stenbolê”). Die Namensänderung war Folge eines durch die Erdogan-Regierung per Notstandsregelung im Jahr 2016 erlassenen Vereinsverbots. Bis auf die Bezeichnung hat sich im Institut nichts geändert.

Subaşı meint, es gebe „besonders eifrige Bemühungen“, die auf vier Staaten aufgeteilte gesamtkurdische Bevölkerung voneinander zu isolieren. Man könne es im Grunde als ein breit gefächertes Programm bezeichnen. Dies führe gezwungenermaßen dazu, dass die Kurdinnen und Kurden sich untereinander nicht wirklich kennen. Mit den Kursen in den Dialekten Hewramî, Kelhûrî und Soranî, die in Süd- und Ostkurdistan gesprochen werden, sowie in den verschiedenen kurdischen Varianten in Bakur (Norden), wolle der Verein das gegenseitige Kennenlernen erleichtern, aber auch ein Interesse wecken für die Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der kurdischen Sprache und Kultur.

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