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Corona: Rojava meldet ersten Todesfall


Im Autonomiegebiet Nord- und Ostsyriens gibt es den ersten Toten durch eine Infektion mit dem Coronavirus. Nach Angaben der Selbstverwaltung war der Todesfall in Damaskus schon länger bekannt, doch auch die WHO leitete die Information nicht weiter.

Die Corona-Pandemie hat nun auch in Rojava ihr erstes Todesopfer gefordert. Wie die Gesundheitsbehörden der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens melden, ist ein 53 Jahre alter Mann aus Hesekê an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Das besonders dramatische daran: in Damaskus war der Todesfall schon länger bekannt, die Information soll allerdings vom syrischen Gesundheitsministerium als auch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht an die Selbstverwaltung weitergeleitet worden sein.
Nach Angaben der nordostsyrischen Gesundheitsbehörden wurde bei dem namentlich nicht genannten Patienten die SARS-CoV-2-Infektion posthum nachgewiesen. Der Betroffene sei am 27. März mit starken Symptomen aus einer privaten Klinik in dem Regime-Bezirk von Qamişlo in das staatliche Krankenhaus Watani verlegt worden, wo er über ein Beatmungsgerät mit Sauerstoff versorgt worden sei. Das von dem Patienten entnommene Probematerial wurde am 29. März, also zwei Tage später, an ein Labor in Syriens Hauptstadt Damaskus geschickt. Am 2. April starb der Mann. Auch das Krankenhaus Watani wurde offenbar über das positive Testergebnis nicht in Kenntnis gesetzt.
Das syrische Regime hatte die erste Corona-Infektion am 22. März gemeldet. Es handelte sich offiziellen Angaben nach um eine Person mit syrischer Staatsbürgerschaft, die aus dem Ausland eingereist war. Zum ersten Todesfall infolge der neuartigen Lungenkrankheit kam es genau eine Woche später. Insgesamt wurden in Syrien bisher 38 Infektionen bestätigt, laut den viel zitierten Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA gebe es in dem Land nur zwei Tote.
Rojava auf Pandemie nicht vorbereitet
Die nordostsyrische Autonomieregion versucht sich so gut es geht, auf die Corona-Pandemie vorzubereiten. Doch ohne internationale Hilfe wird ein Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 kaum zu bewältigen sein. Diese bleibt aber nach wie vor aus. Zuletzt hatte die kurdische Politikerin Ilham Ehmed beklagt, dass die WHO Nord- und Ostsyrien in keiner Weise beim Schutz vor der Seuche unterstützt.
Selbstverwaltung: WHO verantwortlich für Pandemie in Rojava
Das Gesundheitskomitee der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien hat die WHO nun mit deutlichen Worten kritisiert: „Für einen möglichen Ausbruch der Corona-Pandemie in der Region ist die WHO verantwortlich.”

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