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Übergriffe durch IS-Anhängerinnen in Camp Hol


Am Rande der Sicherheitsoperation gegen IS-Strukturen im nordostsyrischen Camp Hol ist es zu Übergriffen durch Anhängerinnen der Terrorgruppe gekommen. Eine Geflüchtete und zwei Asayîş-Mitglieder wurden verletzt.

Am Rande der Sicherheitsoperation gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Auffang- und Internierungslager Hol in Nordostsyrien ist es zu Übergriffen durch Anhängerinnen der Terrorgruppe gekommen. Eine 62-jährige Irakerin wurde am Samstag mit Steinen attackiert und am Kopf verletzt. Sie erlitt eine Platzwunde, die in einer Gesundheitseinrichtung von Heyva Sor a Kurd genäht werden musste. Zwei Angehörige der Asayîş, die Sicherheitsbehörde der Autonomieverwaltung (AANES), erlitten leichte Verletzungen. Bei einer der beiden Frauen diagnostizierte das ärztliche Personal des Lagers eine leichte Nasenfraktur.

Der Vorfall ereignete sich vor der campeigenen Vergabestelle für Identifikationskarten an die Bewohnerinnen und Bewohner. Denn parallel zur Sicherheitsoperation lässt die AANES die Identitäten der in dem Lager bei Hesekê lebenden Menschen prüfen. Aktuell konzentriert sich der Einsatz weiterhin auf den ersten Abschnitt des Camps, in dem irakische Vertriebene untergebracht sind. Personen, bei denen die Identitätsfeststellung bereits erfolgreich erfolgt ist, müssen ihre neuen Ausweise in der Vergabestelle abholen. Dort herrscht allerdings hoher Andrang, der zu langen Wartezeiten führt – und bei den aufgrund der Sicherheitsoperation bereits nervösen IS-Anhängerinnen zu Unmut.

„Sie versuchten Chaos und Unruhe zu stiften, deshalb wollten sie die weiblichen Asayîş-Mitglieder angreifen. Ich ging dazwischen und sagte, dass die Frauen lediglich ihre Arbeit machen und in Ruhe gelassen werden sollten. Daraufhin wurde ich von ihnen mit Steinen beworfen. Die Asayîş-Frauen stellten sich schützend vor mich und brachten mich hierher“, sagte die irakische Geflüchtete, die durch den Übergriff eine Kopfverletzung erlitt.

Minderjährige durch Brandanschlag schwer verletzt

Ein weitaus gefährlicherer Angriff von mutmaßlichen IS-Mitgliedern ereignete sich bereits in der vergangenen Nacht in Camp Hol. Wie die Asayîş mitteilte, steckten bislang Unbekannte das Zelt einer irakischen Bewohnerin in Brand. Dabei wurde die minderjährige Tochter der Frau verletzt. Die Flammen griffen auch auf ein benachbartes Zelt über, konnten von der Feuerwehr noch rechtzeitig gelöscht werden, bevor weitere Personen verletzt wurden. Das irakische Mädchen befindet sich derweil mit schwersten Brandverletzungen in einer Klinik in Hesekê. Nach den Tätern wird gefahndet.

Zweite Phase der humanitären Sicherheitsoperation

Bei dem Einsatz in Camp Hol handelt es sich um die zweite Phase der „Humanitären Sicherheitsoperation“, die im Frühjahr des vergangenen Jahres unter dem Eindruck terroristischer Anschläge gegen Bewohnerinnen und Bewohner, humanitäre Hilfsorganisationen und Sicherheitskräfte eingeleitet worden war. Seit Donnerstag läuft nun die neue Etappe der Operation, die von der Generalkommandantur der Asayîş koordiniert wird. Die Sicherheitskräfte werden von Antiterroreinheiten und Verbänden der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), darunter die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ), unterstützt. Bei der Operation sind bisher 27 IS-Verdächtige festgenommen worden, zudem wurden fünf Tunnel gefunden und 33 Zelte abgebaut, die vom IS offenbar für die Ausbildung und Scharia-Gerichte genutzt wurden.

 

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