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Ain Issa und Girê Spî: 2.000 Schüler:innen ohne Unterricht

In den Regionen um die besetzten Gebiete in Nordostsyrien können tausende Schüler:innen den Unterricht seit Jahren nicht mehr besuchen. Bei Girê Spî und Ain Issa sind etwa 2.000 Schüler:innen davon betroffen.

Die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr im Kanton Girê Spî haben begonnen. Die Materialien für das neue Schuljahr wurden verteilt und Lehrer:innen haben bereits ihre Klassen erhalten. Die Nachrichtenagentur ANHA sprach mit Cuman Îsa von der Schulverwaltung des Kantons Girê Spî. Er erklärt, dass es in den freien Gebieten des Kantons noch 97 Schulen gebe, die von der Bildungsverwaltung versorgt würden.

Seit vier Jahren kein Unterricht

Îsa berichtet, dass fünf Schulen wieder aufgebaut wurden. Sie waren von türkischen Angriffen zerstört worden. In Bezug auf die Schulen in der Nähe der Front erklärt er: „Leider hat der türkische Staat immer wieder Schulen und Siedlungen ins Visier genommen. Tausende von Schülerinnen und Schülern wie beispielsweise in den Dörfern Mestûr, Cedîde (al-Jadida), Siwêdiyê (Suwadiyah), Fatse, Xalidiyê (al-Khalidiya), Dibis und Sewan in der Nähe der Kriegsfront haben vier Jahre lang keinen Unterricht erhalten.“ In der Region befinden sich 23 Schulen, in denen 2.000 Schüler:innen unterrichtet werden sollten. Îsa erklärt: „Doch die Dörfer und Schulen in der Region werden jeden Tag von der türkischen Besatzungsarmee und ihren Söldnern unter den Augen der Welt bombardiert. Auf diese Weise wird das Recht der Kinder auf Bildung gemäß internationalen Abkommen und Gesetzen verletzt.“

Im vergangenen Jahr wurden die Schulen in Xazlî und Erîda direkt ins Visier genommen. Daraufhin schickten viele Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Schule. Die Schulverwaltung hat keine Lösung für die etwa 2.000 Schüler:innen, die keinen regulären Unterricht mehr bekommen. Etliche Eltern haben allerdings entschieden, ihre Kinder in kilometerweit entfernte Schulen weg von der Front zu schicken.

Nach Angaben der allgemeinen Schulverwaltung liegt die Zahl der Schüler:innen in Girê Spî in diesem Jahr bei voraussichtlich 9.700. 480 Lehrer:innen sind zum Unterricht eingesetzt. Nach der Besetzung des Kantons im Jahr 2019 hat sich die Bildungssituation massiv verschlechtert. Îsa führt aus: „Die meisten Dörfer, auch die weit von der Kriegsfront entfernten, sind unter Beschuss geraten. Einige der aktiven Schulen wurden ebenfalls geschlossen, da die Menschen aufgrund der ständigen Angriffe Angst haben, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Das gilt zum Beispiel für die Dörfer Cirin, Bexdik, Ehmediyê und Hîşê (al-Hishah).

 

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