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UN-Sonderbeauftragte in Şengal


Die stellvertretende Sonderbeauftragte der UNAMI-Mission, Irena Vojackova-Sollorano, ist in Şengal mit Vertreter:innen der Selbstverwaltung zu Gesprächen über die Lage in der ezidischen Region zusammengetroffen.

Die stellvertretende Sonderbeauftragte in der Hilfsmission der Vereinten Nationen für den Irak (UNAMI), Irena Vojackova-Sollorano, ist in Şengal zu Gesprächen mit der Autonomieverwaltung zusammengekommen. An dem Treffen mit der Diplomatin, die gleichzeitig humanitäre und residierende Koordinatorin der UN im Irak ist, beteiligten sich neben Vertreter:innen der Autonomieverwaltung auch Mitglieder des Volksrats von Serdeşt sowie Aktivistinnen der ezidischen Frauenbefreiungsbewegung TAJÊ.

Im Mittelpunkt der Zusammenkunft mit Vojackova-Sollorano standen die humanitäre und sicherheitspolitische Lage in Şengal, das System der Selbstverwaltung, der Wiederaufbau der Region sowie Perspektiven für die Rückkehr von ezidischen Vertriebenen, die seit dem IS-Genozid in Şengal unter schlechten Lebensbedingungen in Camps leben müssen. Der stellvertretende Ko-Vorsitzende des Demokratischen Autonomierats Şengal (MXDŞ), Heso Ibrahim, kritisierte gegenüber Vojackova-Sollorano die Beteiligung der UN am Zustandekommen des „Şengal-Abkommens“ zwischen den Regierungen in Hewlêr und Bagdad, weil die ezidische Gemeinschaft in den Prozess nicht miteinbezogen worden ist. Der Vertrag vom letzten Oktober sieht eine zentralisierte Kontrolle über die Region und damit die Auflösung aller autonomen Strukturen vor, die nach dem Völkermord im August 2014 aufgebaut wurden.

Vor dem Treffen in Şengal hielt sich Irena Vojackova-Sollorano im ezidischen Camp Şeriya nahe Dihok auf. Vor wenigen Tagen brannte es dort, etwa 1000 Menschen wurden durch das Feuer obdachlos. Momentan leben noch ungefähr 12.000 Ezidinnen und Eziden, die 2014 vor dem IS flüchten mussten, in 17 verschiedenen Lagern in Südkurdistan und dem Irak. Die Lebensbedingungen sind schlecht, zudem gibt es eine hohe Suizidrate. Die Autonomieverwaltung Şengals ruft die Menschen zur Rückkehr auf. | Foto: UNAMI

 

„Wir wünschen uns von den UN, dass das Selbstbestimmungsrecht des ezidischen Volkes respektiert wird“, sagte Ibrahim. Die Gespräche mit der UNAMI-Mission für den Wiederaufbau Şengals und Initiativen, den Geflüchteten in den Camps die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen, würden in jedem Fall weitergehen, betonte der Politiker. Gespräche auf dieser Ebene zwischen der Autonomieverwaltung und den Vereinten Nationen finden nicht zum ersten Mal statt. Anfang Mai bereiste eine Abordnung unter der Leitung von der UNAMI-Koordinatorin Zohra Tabouri zu Gesprächen nach Şengal.

 

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