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Selbstorganisierung im Werkstattviertel von Qamişlo


Die Revolution von Rojava ist überall in den selbstverwalteten Gebieten in Nord- und Ostsyrien zu spüren. Die gesellschaftliche Veränderung hat auch das Werkstattviertel von Qamişlo erreicht. 


Im ältesten Werkstattzentrum im Cizîr-Viertel in Qamişlo befinden sich etwa 1000 Arbeitsplätze. Das ganze Werkstattgebiet wird basisdemokratisch von den kurdischen, armenischen, aramäischen, assyrischen und arabischen Handwerkern selbst verwaltet. Die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Werkstätten bauten während der Revolution gemeinsam den Werkstatt- und Industrierat von Qamişlo auf. In ihm sind alle Identitäten vertreten. In der Koordination des Rates befinden sich acht Personen. Jede Person vertritt einen Arbeitsbereich. Probleme werden gemeinsam gelöst.
Das Werkstattviertel, das über eine große Arbeitskapazität verfügt, ist mit etlichen Herausforderungen konfrontiert. Es werden dort beispielsweise Fahrzeuge aus ganz Nordostsyrien repariert. Eines der Hauptprobleme ist die Versorgung mit Ersatzteilen. Kaputte Autoteile müssen entweder selbst repariert oder aus Nachbarländern beschafft werden, was aufgrund des Embargos schwierig ist.
Probleme werden im Dialog gelöst
Mihemmed Sediq vom Werkstatt- und Industrierat von Qamişlo sagt: „Trotz des Embargos und aller daraus erwachsenden Probleme haben wir es geschafft, jeden, der hier mit seinem Fahrzeug herkam, zu seiner Zufriedenheit zu versorgen. Wir bemühen uns sowohl darum, die Rechte der Kundschaft zu verteidigen, als auch die Menschen, die in den Werkstätten arbeiten, vor Unrecht zu bewahren. Wenn sich ein Kunde beschwert, dass sein Fahrzeug nicht gut repariert worden ist, bringen wir beide Seiten zusammen und lösen das Problem auf gerechte Weise.“
Unter unser gibt es keine Diskriminierung
Einer der Arbeiter in den Werkstätten ist Xaçir Armeniyan Mirkonyan. Er berichtet gegenüber ANF, dass sich die Menschen hier mit Respekt begegnen. „Die Beziehungen zwischen Kurden, Armeniern, Arabern und Suryoye im Werkstattviertel sind nicht nur wenige Jahre alt. Sie sind über Jahrtausende gewachsen. Wir leben schon so lange hier zusammen”, erklärt er. „Wir betrachten uns wie Verwandte. Das ist das Schönste hier. Es gibt auf keinen Fall Diskriminierung. Wir sind verantwortlich für die Gesellschaft und leben in Geschwisterlichkeit. Wir haben das Land hier nicht besetzt. Aber es gibt eine fremde Macht hier, und das ist der türkische Staat.“

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