IS-Kind an Dänemark übergeben – aber Deutschland untätig

 

Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien hat ein zwölfjähriges Kind, dessen Eltern als IS-Mitglieder von den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) gefangengenommen wurden, an Dänemark übergeben.

ANF / QAMIŞLO, 23. Juni 2019.

Dänemark hat ein zwölfjähriges Kind, dessen in Rojava inhaftierte Eltern Mitglieder der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) sind und die dänische Staatsbürgerschaft besitzen, zurückgenommen. Ein Repräsentant aus der Abteilung des Konsularischen Dienstes beim dänischen Außenministerium war gestern zu einem offiziellen Besuch eingetroffen, um mit der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien über die Rückführung von Kindern inhaftierter Dänen zu sprechen. Das Treffen fand im Büro für Außenbeziehungen der Autonomieverwaltung in der nordsyrischen Stadt Qamişlo statt. An dem Gespräch nahmen neben Abdulkarim Omar und Emel Dade, den beiden Verantwortlichen für auswärtige Angelegenheiten der Selbstverwaltung, auch Nojîn Mihemed von den Frauenverteidigungseinheiten YPJ teil. Dade erklärte nach dem Treffen: „Wir wünschen uns, dass dieser Besuch zur Entwicklung der Beziehungen zwischen der Autonomieverwaltung und der dänischen Regierung beitragen wird.“ Anschließend wurde das Kind am Grenzübergang Sêmalka der Obhut der dänischen Delegation übergeben.

In den letzten Monaten sind mehrere ausländische Frauen und Kinder an ihre Herkunftsländer übergeben worden. Zuletzt hatte die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien Anfang Juni zwei Frauen und sechs Kinder mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft an die USA übergeben. Zur Rückführung der Frauen und Kinder aus dem zerschlagenen „Islamischen Staat“ (IS) war es auf Ersuchen der USA gekommen. Die norwegische Regierung hat bereits ein Rückführungsabkommen mit der nordostsyrischen Selbstverwaltung unterzeichnet.

Rückführung von IS-Waisen nach Deutschland?

Auch die Bundesregierung hat sich nach monatelangem Aussitzen erstmals bereit erklärt, Kinder von IS-Angehörigen nach Deutschland zurückzuholen. Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung erklärte das Auswärtige Amt dies im Rahmen eines derzeit laufenden Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht in Berlin.

Das Auswärtige Amt reagierte mit der Erklärung auf die Klage der Großeltern zweier minderjähriger Waisenkinder, die sich derzeit im Flüchtlingslager Hol im Kanton Hesekê aufhalten. Ihre Mutter soll bei den Kämpfen um die letzte IS-Bastion al-Bagouz ums Leben gekommen sein.

Bisher hatte das Auswärtige Amt die eigene Untätigkeit mit fehlenden Möglichkeiten zur konsularischen Betreuung auf syrischem Boden gerechtfertigt. In dem Verfahren in Berlin erklärte es nun, weiterhin nicht „unmittelbar tätig werden“ zu können, sich aber bereits seit Monaten um eine Lösung mit Hilfe von Nichtregierungsorganisationen zu bemühen.

117 Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft in Nordsyrien und Irak

Die Bundesregierung hat nach Informationen des WDR erstmals einen genaueren Überblick über die Anzahl der Kinder deutscher IS-Dschihadisten, die sich derzeit in Gefangenenlagern und Gefängnissen in Nordsyrien und im Irak befinden. Bislang beruhten die Zahlen eher auf Schätzungen.

Demnach handelt es sich um 117 Kinder, bei denen eine deutsche Staatsbürgerschaft aufgrund mindestens eines deutschen Elternteils angenommen wird. Bei weiteren 21 Kindern gibt es Bezüge nach Deutschland, ihre Eltern sollen jedoch keine deutschen Staatsbürger sein.

Auftrag des MIT: QSD-Kämpfer vergiften

Ein Syrer wurde vom türkischen Geheimdienst damit beauftragt, Gift in das Essen der QSD-Einheiten zu mischen. Andernfalls sollte seine Familie ermordet werden, wurde ihm gedroht. Die QSD konnten ihn festnehmen, bevor er seinen Auftrag ausführte.

ERSİN ÇAKSU / DEZA DESTAN aus RAQQA, 23. Juni 2019.

Der türkische Staat setzt seine Aggression gegen Nord- und Ostsyrien mit verschiedenen Methoden fort. Nach dem militärischen Sieg der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) über den „Islamischen Staat“ (IS) sind die Schläferzellen in der Region aktiviert worden.

Bei Spezialoperationen der QSD und YPG in der Euphrat-Region sind in den vergangenen Wochen diverse Personen festgesetzt worden, die mit dem türkischen Geheimdienst und dem IS in Verbindung stehen. Sie haben umfangreiche Aussagen zu den Machenschaften des MIT in der Region gemacht. Zu ihren Aufträgen gehörten unter anderem Mordanschläge auf wichtige Persönlichkeiten. Um die Selbstverteidigungskräfte zu diskreditieren, wurden deren Uniformen bei Entführungen und Misshandlungen von Zivilpersonen genutzt.

Isa Abdulfatah Hemud ist vor anderthalb Monaten in Raqqa gefangengenommen worden. Seine Aussagen belegen, welche schmutzigen Methoden der türkische Staat anwendet. Er wurde damit beauftragt, sich den QSD anzuschließen, um Gift in das Essen zu mischen. Den Befehl dazu bekam er von einem Mann namens Abu Hala, der in der Türkei lebt und die türkische Staatsbürgerschaft angenommen hat. Hemud wurde gedroht, dass seine Familie ermordet wird, wenn er sich dem Befehl widersetzt.

Miete für eine Stunde Grenzöffnung: 32.000 Dollar

Hemud stammt aus Aleppo und ist nach eigenen Angaben 2016 über Idlib in die Türkei gegangen, um in Istanbul bei seinem Onkel zu arbeiten. Dort lernte er Abu Hala kennen, der ebenfalls aus Syrien kam und ihm den Vorschlag machte, im Grenzhandel zwischen Idlib und der Türkei zu arbeiten.

„Ich ging nach Hatay, um an der Grenze zu arbeiten. Ich war einen Tag in der Türkei und einen Tag in Syrien. Wir brachten kontinuierlich Waren und Menschen über die Grenze. Die Menge war dabei unerheblich, wichtig war nur die Zeit. Jede Stunde kostete 32.000 Dollar. Wenn du 32.000 Dollar gegeben hast, gehörte der Grenzübergang für eine Stunde dir und du konntest nach Belieben Waren und Menschen über die Grenze bringen“, erzählt Hemud.

Der auf diese Weise genutzte Grenzübergang befand sich laut Hemud in wenigen Kilometern Entfernung von dem Grenzkontrollpunkt Cilvegözü (Bab al-Hawa). Verantwortlich war dort ein türkischer Offizier namens Emrah. „Es war kein offizieller Übergang. Fahrzeuge kamen nicht durch, nur Menschen und Waren. Abu Hala kümmerte sich um die Anmietung. Wir brachten von beiden Seiten die Menschen und Sachen in die Nähe und wenn unsere Zeit gekommen war, brachten wir sie über die Grenze.“

Morddrohung gegen die Familie

Hemud sagt, dass er im Juni 2018 Probleme mit Abu Hala bekam und mit seiner Tätigkeit aufhörte. Er ging zurück zu seiner Familie nach Aleppo. Dort wurde er nach einer Weile von Abu Hala angerufen: „Er fragte mich nach militärischen Stützpunkten und dem Zustand der hiesigen militärischen Kräfte. Er rief häufig an und wollte schließlich, dass ich nach Raqqa gehe, mich den QSD anschließe und für ihn arbeite. Als ich ablehnte, zeigte er mir Fotos von unserem Haus und meiner Familie. Er drohte mir, dass jeden Tag ein Mitglied meiner Familie ermordet wird, wenn ich nicht tue, was er sagt.“

Hemud ging nach Raqqa. Abu Hala nahm erneut telefonisch Kontakt zu ihm auf und sagte, dass in Kürze ein Ausbildungsprogramm der QSD für neue Kämpfer beginnt und er sich einschreiben soll. Später ließ Abu Hala ihm über eine Frau verschiedene Medikamente zukommen, die er in das Essen der QSD-Kämpfer mischen sollte. Bevor er diesen Auftrag ausführen konnte, wurde er festgenommen.

Abu Hala arbeitet mit dem MIT zusammen

Nach Hemuds Aussage stammt Abu Hala aus Dara, lebt seit langer Zeit in Ankara und hat zusammen mit seiner Familie die türkische Staatsbürgerschaft angenommen: „Er ist sehr reich. Er hat in Ankara in der Nähe des Busbahnhofs ein großes Lokal. In Hatay hat er eine Busfirma. Er arbeitet mit dem türkischen Geheimdienst zusammen.“

Bildungsprogramm für Frauen in Raqqa

Der Frauenrat der nordsyrischen Stadt Raqqa bietet in Zusammenarbeit mit dem Bildungskomitee einen Alphabetisierungskurs an.

ANF / RAQQA, 23. Juni 2019.

Der Frauenrat der nordsyrischen Stadt Raqqa hat in Zusammenarbeit mit dem Bildungskomitee einen Alphabetisierungskurs für Frauen ins Leben gerufen. Der Kurs, der bisher 90 Frauen aus dem Stadtteil al-Mashlib angeboten wird, ist der erste seiner Art. Die meisten Teilnehmerinnen sitzen zum ersten Mal in einem Klassenzimmer.

An der Eröffnungszeremonie des Bildungsprogramms nahmen heute Vertreterinnen der Zivilgesellschaft und der Frauenbewegung teil. Rima Ibrahim aus dem örtlichen Gemeinderat erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA, dass dieser Alphabetisierungskurs Frauen die Möglichkeit biete, ihre Persönlichkeit besser kennenzulernen. „Schließlich bilden Frauen die Grundlage der Gesellschaft“, sagte Ibrahim.

Fehima Casim aus dem Frauenrat von Raqqa erinnerte in einer Ansprache an die gefallenen Kämpferinnen, die für die Verteidigung der Rechte von Frauen ihr Leben ließen. „Die Schergen des sogenannten Islamischen Staats, die über die Regionen Nord- und Ostsyriens herfielen, hatten es insbesondere auf die Frauen abgesehen. Heute können Frauen die sich in den Köpfen festgesetzten perfiden Ideen des IS aus eigener Kraft loswerden“, so Casim.

Êzîdxan-Kämpfer beenden Ausbildung in Şengal

 

An der Akademie „Şehîd Şengal“ in Xanasor ist eine Ausbildung für den Êzîdxan-Asayish mit einer militärischen Zeremonie und Vereidigung abgeschlossen worden.

ANF / ŞENGAL, 23. Juni 2019.

In der Kleinstadt Xanasor (Khanasor) in der Şengal-Region befindet sich die Akademie „Şehîd Şengal“. Dort ist ein Ausbildungsprogramm für Kräfte des Êzîdxan-Asayishs abgeschlossen worden. Die Absolventen des 25-tägigen Programms „Şehîd Brûsk“, benannt nach einem gefallenen YBŞ-Kämpfer, traten am Samstag zur Abschlusszeremonie an.

Die Ausbildung der Kräfte für die Sicherheit in Êzîdxan, dem „Land der Ezid*innen“, umfasste sowohl militärische als auch ideologische Komponenten. Außerdem erhielten die Absolventen Unterricht in der Geschichte Şengals. Auf der Vereidigungszeremonie der neuen Kämpfer hielt Sebeh Cirdo im Namen der Kommandantur des Êzîdxan-Asayishs eine Rede. Cirdo wies darauf hin, dass die Angriffe auf die ezidische Bevölkerung in Şengal seit dem IS-Überfall im August vor fünf Jahren weiter anhalten. „Um die Attacken auf uns abzuwenden, ist Bildung und die Organisierung unserer Bevölkerung lebensnotwendig. Als Şengal angegriffen wurde, gingen viele der Menschen aus der Region zum Widerstand über. Dadurch konnte sich das Volk organisieren. Viele junge ezidische Frauen und Männer traten den Reihen der Widerstandseinheiten YBŞ und YJŞ bei.“

Cirdo wies zudem auf die Ambitionen regionaler Akteuere hin, wonach der Êzîdxan-Asayish zerschlagen werden soll, um die Verteidigung der ezidischen Bevölkerung zu brechen. „Unser Asayish wird angegriffen, weil er das Volk beschützt. Wir tragen Hoffnung, dass unsere neuen Mitglieder ihren Aufgaben in Êzîdxan gerecht werden“, sagte Cirdo.

Türkei: Geflüchtete Frauen werden zur Prostitution gezwungen

Syrische Schutzsuchende werden in der Türkei in die Prostitution gezwungen, um ihr Überleben zu sichern. Andere verkaufen ihre Nieren. „Urfa ist ein einziges Bordell“, sagt eine Betroffene.

 

 

ANF /  RIHA, 22. Juni 2019.

Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Hilfsersuchen von Flüchtlingen in türkischen Behörden mit dem Ratschlag beantwortet werden, sich zu prostituieren.

Insbesondere in der kurdischen Region in der Türkei sind Schutzsuchende von Prostitution, Organ- und Drogenhandel bedroht. Mafiagruppen nutzen die schlechte ökonomische und angeschlagene psychische Situation der Schutzsuchenden aus. Die Mafia schlägt unter den Augen des Staates Profit aus dem Leid der Schutzsuchenden und wird von den Behörden zumindest geduldet, teilweise sogar kontrolliert. Insbesondere in Riha (Urfa), einer nordkurdischen Großstadt in der Nähe der Grenze nach Rojava, ist die Situation dramatisch. Nach Angaben lokaler Quellen gibt es in Riha mindestens 850 Bordelle. Diese Bordelle existieren mit Kenntnis der Polizeidirektion von Riha, die diese als „unter unserer Kontrolle“ beschreibt.

Es liegen Informationen vor, dass geflüchtete Frauen in den Armenvierteln von Riha von Staatsvertretern praktisch in die Prostitution gedrängt werden. Da sie keine Arbeit finden, wenden sie sich, um ihr Überleben zu sichern, an die Behörden, werden jedoch mit Aussagen wie „Entweder ihr haut ab und sterbt in eurem Land oder ihr prostituiert euch“ abgefertigt.

„Die Türkei ist schlimmer als das Assad-Regime“

Eine 35-jährige syrische Frau, die vor sieben Jahren vor dem Krieg geflohen ist und sechs Kinder hat, sagt folgendes: „Wenn ich morgens mit meinen Kindern aufwache, danke ich Gott dafür, dass wir einen weiteren Tag überlebt haben. Wir finden kaum Brot zum Essen. Vor sieben Jahren habe ich meinen Ehemann im Krieg in Syrien verloren. Es gab eine Explosion und er starb vollkommen unschuldig. Ich war dazu gezwungen, mit meinen Kindern in die Türkei zu kommen. Ich habe sechs Kinder und ich wollte mich schon dutzende Male umbringen, weil ich sie nicht versorgen kann. Aber niemand außer mir kann sich um sie kümmern. Deswegen habe ich es jedes Mal gelassen. Als wir hier ankamen, haben wir geglaubt, wir könnten uns ein neues Leben aufbauen. Wir dachten, wir sind jetzt hier und nicht mehr zwischen Assad und den salafistischen Oppositionellen. Wir hätten niemals geglaubt, dass die Türkei schlimmer als das Assad-Regime ist.“

„Geht und prostituiert euch“

Sie berichtet weiter: „Damit meine Kinder überleben, müssen wir sogar um Brot betteln. Wir leben mit drei Familien in einer Zweizimmerwohnung. Wir gehen fast jeden Tag zu den Hilfseinrichtungen des türkischen Staates. Auch wenn sie uns von Anfang an nicht gut behandelten, so konnten wir doch satt werden. Aber in den letzten drei bis vier Jahren setzen sie alles daran, uns nicht mehr zu helfen. Sie sagen uns, dass in unserem Viertel viele Frauen mit Wissen ihrer Männer als Prostituierte arbeiten, um die Familie zu ernähren. Wenn wir fragen, ob wir uns etwa auch prostituieren sollen, wird gesagt: „Ihr könnt gehen und in eurem Land sterben oder ihr prostituiert euch.“

„Urfa ist ein einziges Bordell“

Eine andere Frau, die einen großen Teil ihrer Familie im Krieg verloren hat, sagt: „Ich möchte meine Kinder mit sauberem Geld satt machen. Sie sollen uns entweder eine Arbeit geben, die wir machen können, uns helfen oder die Grenzen nach Europa aufmachen. Unsere psychische Situation wird immer schlimmer. Ich war in Syrien Lehrerin. Ich war gezwungen, mit meinem Mann und drei Kindern hierher zu fliehen. Mein Mann ist vergangenes Jahr vor Kummer gestorben. Meine Kinder werden ständig wegen ihrer Unterernährung krank. Die meisten Frauen aus Syrien müssen sich prostituieren. Diejenigen, die das nicht machen, werden dazu gedrängt. Die Ehemänner wissen das. Sie finden keinen Arbeitsplatz. Es gibt keine Arbeit. Auch die Männer prostituieren sich, um zu überleben. Urfa ist ein einziges Bordell. Die syrischen Flüchtlinge werden zur Prostitution, zu Drogen- und Organhandel genötigt. Ich kenne Dutzende Flüchtlinge aus Syrien, die ihre Nieren verkauft haben. Unsere Situation wird immer schlimmer. Der türkische Staat fördert sehenden Auges die Prostitution und andere unmoralische Dinge.“

Irak will nicht, dass die Ezidi nach Şengal zurückkehren

„Qamişlo-Anschlag und Brände in Şengal hängen zusammen“

Faris Herbo, Ko-Vorsitzender des Exekutivausschusses des Şengalrats, erklärt: „Die Explosionen in Kerkûk und Qamişlo und die Brände in der Şengal-Region sind nicht unabhängig voneinander zu sehen.“

XWEDÊDA SEYÎDO / ANF aus ŞENGAL, 22. Juni 2019.

Faris Herbo, Ko-Vorsitzender des Exekutivausschusses des Şengalrats, bewertete gegenüber Stêrk TV die Angriffe des türkischen Staates und die aktuelle Lage in der ezidischen Şengal-Region im Nordirak. Herbo erklärte, die Anschläge in Qamişlo und Kerkûk, wie auch die Brände in der Şengal-Region verfolgten die gleichen Ziele. Er sagte:

„Auch in Bagdad wurden Weizensilos und Lager angezündet. Die irakische Regierung muss dies genau untersuchen. Die Türkei und der Iran verfolgen, um der irakischen Wirtschaft zu schaden, eine schmutzige Politik. Diese Staaten haben ihren Anteil an den Brandstiftungen. Leider gibt es hier im Inneren Kräfte, welche diese Staaten bei der Umsetzung ihrer Pläne unterstützen. In der Şengal-Region sind 3750 Hektar Ackerland verbrannt, es gibt Tote. Die Brandstiftungen in der Şengal-Region haben zwei Ursachen. Erstens geht es darum, Konflikte zwischen der Selbstverwaltung und der Bevölkerung von Şengal zu schaffen. Zweitens die Menschen daran zu hindern, hierher zurückzukehren und ihre in diesem Jahr durch die Regenfälle gute Ernte einzufahren. So soll das Leben in Şengal zum Erliegen gebracht werden. Leider hat die irakische Regierung bisher in keiner Weise dagegen protestiert.“

Die irakische Regierung will nicht, dass die Menschen nach Şengal zurückkehren

Herbo fährt fort: „Die irakische Regierung hat den Menschen, deren Felder verbrannt, sind Hilfe versprochen. Aber das tut sie nicht, um den Bauern zu helfen, sie erfüllt ihre Pflicht. Wenn sie Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hätte, dann hätte es diese Brände nicht gegeben und unsere Bevölkerung wäre in Ruhe in ihr Land zurückgekehrt. Nur will die irakische Regierung nicht, dass unser Volk zurückkehrt.“

Herbo sprach auch über die Ezid*innen, welche die Şengal-Region verlassen mussten: „Die Frauen, die aus den Händen des IS befreit worden sind, leben unter sehr schweren Bedingungen. Sie werden fern von ihrer Heimat gehalten und müssen dort, wo sie hingegangen sind, wie Roboter arbeiten. Die irakische und die südkurdische Regierung wollen nach dem Massaker nicht, dass die Ezid*innen internationale Gerichtsverfahren einleiten und gegen sie aussagen, deshalb wollen sie auch nicht, dass die Menschen nach Şengal zurückkehren.“

Aufruf zur Solidarität mit Şengal

Zur Schließung des Korridors zwischen Şengal und Rojava sagt Herbo: „Dieser Korridor wurde von ezidischen Jugendlichen zum Preis ihres Blutes geöffnet. Die irakische Regierung und die ezidische Führung haben vor den Augen der Welt entschieden, den Korridor wieder zu öffnen. Aber die irakische Regierung hat nicht Wort gehalten. Wenn die irakische Regierung ihre eigenen Gesetze beachten würde, dann würde es auch keine türkische Invasion in Südkurdistan geben.“

Er schloss mit den Worten: „Ich rufe die Bevölkerung auf: Kommt zurück nach Şengal. Şengal ist sicher. Die YBŞ, YJŞ un das Ezidîxan Asayiş schützen Şengal.“

Die Frauen von Şêxmeqsûd (kurdisches Stadtviertel von Aleppo)

„Wir wollen unsere Kraft aus uns selbst beziehen“

Die Sprecherin der Frauenbewegung von Şêxmeqsûd, Fatma Hesan, spricht mit ANF über den Aufbau des Frauenrats von Nord- und Ostsyrien. „Lasst uns unsere Kraft aus uns selbst, aus unserem Widerstand ziehen und als Frauen stärker werden“, erklärt sie.

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AXIN TOLHILDAN / QAMIŞLO, 17. Juni 2019.

Die Stadtteile Eşrefiye und Şêxmeqsûd in Aleppo sind Beispiele der Selbstverwaltung. Die Bevölkerung hat ihre Viertel nicht verlassen, sondern erfolgreich Widerstand geleistet und eine Selbstverwaltung aufgebaut. Şêxmeqsûd befand sich seit Anfang 2013 im Visier der Dschihadisten. Seitdem wurde permanent in dem Stadtviertel Widerstand geleistet. Eine dieser unermüdlichen Widerstandskämpferinnen ist Fatma Hesen, die Sprecherin der Frauenbewegung Kongreya Star von Şêxmeqsûd. ANF sprach mit der Aktivistin im Rahmen des Gründungskongresses des Frauenrats von Nord- und Ostsyrien.

Welche Bedeutung hat der Frauenrat von Nord- und Ostsyrien?

Heute leisten wir von Efrîn bis Serêkaniyê, von Minbic und Tabqa über Raqqa und Deir ez-Zor auf breitem Spektrum Frauenarbeit. Als Ergebnis dieser Arbeiten haben wir den Gründungskongress des Frauenrates von Nord- und Ostsyrien durchgeführt. Wir hoffen, dieser Rat wird zur Ausbreitung der Frauenbewegung auf Syrien, den Mittleren Osten und die Welt beitragen. Die Worte unseres Vorsitzenden Apo [Abdullah Öcalan], seine Hoffnung und sein Projekt werden umgesetzt. Ich sage, lasst uns pausenlos Widerstand leisten und nichts von den Staaten oder der patriarchalen Mentalität erwarten. Lasst uns unsere Kraft aus uns selbst, aus unserem Widerstand ziehen und als Frauen stärker werden. Wir als Frauen können als Einheit die richtige Antwort in dieser Phase geben. Der Rat wird einen großen Beitrag zur Freiheit der Frau leisten. Wie es der Vordenker Apo gesagt hat, es gibt nichts, was unmöglich ist. Wir sind ein Volk, das seine Existenz aus der Negation geschaffen hat.

Können Sie über den Widerstand von Şêxmeqsûd und die Rolle der Frauen dort berichten?

Der Widerstand von Şêxmeqsûd dauerte etwa sieben Jahre an. Mit der Kraft, die wir aus dem Gedanken Apos zogen, leisteten Frauen, Männer, Kinder und Alte, alle gemeinsam Widerstand und ließen die Dschihadisten nicht nach Şêxmeqsûd vordringen. Der Vorsitzende war oft nach Aleppo gekommen, hat dort unterrichtet. Ich habe als Frau eine große Kraft aus den Treffen mit ihm gezogen, und mit dieser Kraft haben wir der Gewalt, der Schlaflosigkeit und dem Durst widerstanden. Wir haben gesagt, wir können hungrig bleiben, aber nicht ohne Şêxmeqsûd. Wir werden Şêxmeqsûd befreien.

Şêxmeqsûd ist ein Gebiet von strategischer Bedeutung. Wenn wir Şêxmeqsûd aufgegeben hätten, dann wäre ganz Aleppo gefallen. Unser Volk hat große Leistungen in Şêxmeqsûd vollbracht. So wurde hier zum Beispiel zum ersten Mal die Zeitung Ronahî gedruckt, mit unserer Zeitung war es genauso. In Şêxmeqsûd wurde auch die erste Kleidung für unsere Musikgruppen produziert. So viele junge Menschen sind dort dafür gefallen. Wir haben uns gesagt, wir mögen getötet werden, aber wir werden keinen anderen Weg wählen. Wir haben für die Kämpfer*innen im Krieg gekocht, die Verwundeten versorgt, die notwendigen Güter besorgt und versucht, alles was nötig war bereitzustellen.

Was war das schwerste in diesem revolutionären Prozess?

Das, was für mich am schwersten war, was ich niemals vergessen werde, ist, dass unsere Ärzte uns zurückgelassen haben und geflohen sind. Wenn unsere Freund*innen verletzt wurden, konnten wir nichts machen. Wir waren umzingelt, es gab keine Ärzte, keine Medizin, wir hatten nur ein paar Krankenschwestern, und das reichte in keiner Weise aus. Unsere Verletzten hatten innere Blutungen, aber wir konnten überhaupt nichts machen. Sie starben vor unseren Augen, aber uns waren die Hände gebunden. Ich kann das, was wir erlebt haben, niemals vergessen. Es wird mir trotz aller Probleme am stärksten in Erinnerung bleiben. Wir dachten nur daran, wie wir den Feind daran hindern konnten, nach Şêxmeqsûd vorzudringen.

Schließlich haben wir Monate und Jahre Widerstand geleistet, und wir haben gewonnen. Unser Erfolg wurde zum Beispiel für alle. Der Vordenker Apo hatte von diesem Erfolg gesprochen, vom revolutionären Volk. In Şêxmeqsûd verschmolzen die Bevölkerung und unsere militärischen Kräfte zu einer Einheit, deshalb waren wir erfolgreich. Während wir kämpften, haben wir in der Bevölkerung Bildungsarbeit gemacht. Wir als Frauen haben die Keller ausgeräumt und dort die Kinder betreut. Diese schwere Zeit hat uns zu einer Familie gemacht, jeder hatte seinen Arbeitsbereich, und so hat diese Familie gesiegt.

Frauenrat Nord- und Ostsyrien gegründet

 

In Amûdê ist ein Frauenrat für Nord- und Ostsyrien gegründet worden. 150 Delegierte haben einen 17-köpfigen Ausschuss gewählt, der die weitere Arbeit koordinieren soll. „Die Frauenrevolution ist noch nicht vorbei“, lautet das Fazit des Kongresses.

AXIN TOLHILDAN / AMÛDÊ, 15. Juni 2019.

Unter dem Motto „Die Einheit freier Frauen ist die Garantie für ein demokratisches Syrien“ hat gestern in Amûdê der Gründungskongress des Frauenrats Nord- und Ostsyrien stattgefunden. Nach ausführlicher Diskussion wurde eine Satzung verabschiedet und ein Koordinationsausschuss gewählt. Mitglieder der 17-köpfigen Koordination sind Jorjet Yaqûb, Ebîr Hesaf, Lemiya Xelo, Xewla El-Îsa, Zozan Mustefa, Stêra Qamsim, Necla Temo, Duha El-Fiteyih, Nalîn Reşo, Asya Abdullah, Jiyan Hisên, Sîham Emoka, Mizgîn Zêdan, Narîn Metînî, Buseyna Gêlo, Bêrîvan Hisên und Nusra El-Ebaka.

An dem Kongress nahmen neben 150 Delegierten aus Frauenorganisationen, politischen Parteien und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen der Region auch Gäste aus Syrien, Ost- und Südkurdistan, Europa und den USA teil.

Kräfte bündeln, Energie vereinen

In der Abschlussdeklaration des Gründungskongresses wird auf die beiden wichtigsten Missionen des Frauenrats für die kommende Zeit verwiesen: „Erstens, die Errungenschaften der Bevölkerung und der Frauen zu schützen und für eine Beteiligung von Frauen an einer neuen Verfassung für Syrien zu sorgen. Zweitens, mit politischen, gesellschaftlichen und ideologischen Methoden Wissenschaft, Ethik, Freiheit und das Leben in freier Partnerschaft zu stärken.“

Weiter heißt es in der abschließenden Erklärung: „Die Frauenrevolution ist noch nicht abgeschlossen. Frauen werden immer noch ermordet, sind von Gewalt betroffen und werden zwangsverheiratet. Damit Frauen nicht mehr von einer freien Ethik ausgeschlossen sind, müssen wir uns organisieren, unsere Kräfte bündeln und unsere Energie vereinen.“

Revolution basiert auf der Stärke von Frauen

Unter den geladenen Gästen in Amûdê war auch eine 13-köpfige Gruppe aus Südkurdistan. Şema Ednan ist Mitglied von Tevgera Azadî und hat sich gegenüber ANF zu ihren Eindrücken geäußert: „Auf diesem Kongress ist ein weiteres Mal deutlich geworden, dass die Revolution von Rojava auf der Stärke von Frauen basiert. In Rojava sind über 5000 IS-Anhänger ergriffen worden, das allein ist ein Erfolg für sich.“

Zu der aktuellen Invasion des türkischen Militärs in Südkurdistan erklärte Şema Ednan: „Dieselben Angriffe, die auf Rojava stattgefunden haben, finden im Moment auch in Südkurdistan statt. Wir hoffen sehr, dass sich die Bevölkerung von Başur und alle Frauen vereinen, um diese Angriffe ins Leere laufen zu lassen. Niemand darf zu diesen Besatzungsversuchen schweigen, alle müssen mit ganzer Kraft Widerstand leisten, damit der kolonialistische türkische Staat seine Ziele in Südkurdistan nicht erreicht. Wie auch Abdullah Öcalan sagt, kann eine Revolution in Kurdistan nur mit einer Frauenrevolution verwirklicht werden.“

In Hajin kehrt das Leben zurück

Die Stadt war eine der letzten Bastionen des IS in Syrien. Seit der Befreiung von Hajin durch die Demokratischen Kräfte Syriens (im März dieses Jahres) werden die Wiederaufbauarbeiten ohne Pause fortgesetzt.

ANF / DEIR EZ-ZOR, 16. Juni 2019.

Bereits kurz nach der Befreiung von Hajin hat die neue Stadtverwaltung ihre Arbeiten aufgenommen. Seit dem 1. April arbeitet die selbstorganisierte Verwaltung ohne Pause, um das Leben in dem Ortszentrum sowie den 34 angebundenen Dörfern wieder aufzubauen.

Eines der ersten Aufgaben der Verwaltung bestand darin, die sichtbaren Kriegstrümmer zu beseitigen. Rund sechs Tonnen Schutt wurden bereits aus den bewohnten Gebieten transportiert. Zu dieser Arbeit gehört auch das mühsame Entfernen von Minen- und Sprengfallen, die vom IS in der Region hinterlassen worden sind. Nur so ist es möglich, dass die Verbindungswege zwischen den Ortschaften wieder befahrbar sind.

Eine weitere vorrangige Aufgabe der Stadtverwaltung war es Bäckereien zu eröffnen. Mittlerweile gibt es fünf brotproduzierende Bäcker in der Region. Immer mehr Menschen können dank dieser Arbeiten aus den Camps wieder in ihre Heimatorte zurückkehren. Die Stadtverwaltung hilft diesen Menschen dabei, ihre Häuser zu reparieren und wieder bewohnbar zu machen. Auch die Wasserleitungen wurden von der Stadtverwaltung repariert. Die Bevölkerung hat somit wieder Zugang zu Trinkwasser in ihren Häusern und Wohnungen. Fortgesetzt werden die Arbeiten zur Wiedererrichtung des Abwassersystems.

Der vielleicht bedeutsamste Schritt zur Rückkehr in ein normales Leben ist die Wiedereröffnung der Schulen für die Kinder. Unter der Herrschaft des IS hatten diese nämlich keine Möglichkeit, den normalen Schulunterricht zu besuchen. Das an den Zivilrat von Raqqa angebundene Bildungskomitee hat nun in der Region zehn Schulen und neun Bildungszentren eröffnet. 323 Leher*innen arbeiten derzeit ehrenamtlich in diesen Schulen und betreuen 9.200 Schülerinnen und Schüler.

Mit dem Fahrrad durch Cizîr

In der nordkurdischen Bezirkshauptstadt Cizîr (=Cizre in türkisch-Kurdistan)  ist ein Fahrrad- und Naturverein gegründet worden. Frauen brechen mit dem Fahrradfahren ein Tabu.

ANF / ŞIRNEX, 16. Juni 2019.

Der am 20. April 2017 gegründete Fahrrad- und Naturverein in Cizîr (Cizre, Provinz Şirnex/Şırnak) führt vielfältige Aktivitäten durch. Mit Radtouren sollen die Menschen der Natur nähergebracht werden. Eines der Ziele des Vereins ist es, untätige Jugendliche aus den Kaffeehäusern zu holen und auch Frauen an den Fahrradaktivitäten teilhaben zu lassen.

Die Vereinsmitglieder sind davon überzeugt, dass es keine bessere Alternative als das Fahrrad gibt, wenn es darum geht, die touristischen Orte in der Umgebung auf naturfreundliche Weise zu entdecken. Yunus Das hat den Verein mitgegründet. Im Gespräch über die Aktivitäten des Vereins bringt er auch die Schwierigkeiten in der Region zur Sprache. Manchmal tut es einfach gut, die in der Region herrschende Agenda zu verlassen und sich mit der Natur zu beschäftigten, sagt er. „Was uns motiviert hat, war das Bedürfnis danach, uns für eine Weile von dem Lärm und der visuellen Verschmutzung der Stadt zu entfernen und in der Natur Luft zu schöpfen. Unser wichtigstes Mittel ist dabei das Fahrrad.“

Das und seine Mitstreiter wollen eine Fahrradkultur in Cizîr ins Leben rufen: „Wenn wir die Spuren unserer Aktivitäten in der Gesellschaft sehen und mitkriegen, dass so etwas wie eine Fahrradkultur entsteht, motiviert uns das natürlich. Für die meisten von uns ist das Fahrrad nur ein Spielzeug aus der Kindheit. Aufgrund unseres Alters, unserer Arbeit und unserer gesellschaftlichen Rolle lassen wir das Fahrrad in der Vergangenheit zurück. Das wollen wir ändern.“

Musik und Müllsammelaktionen

Bei den Radtouren des Vereins geht es nicht nur um Fahrradausflüge, erklärt Das: „Auf unseren Touren bemühen wir uns, ein Bewusstsein für Natur und Umweltschutz entstehen zu lassen. Das wird von der gesamten Gesellschaft unterstützt. Leider gibt es in Cizîr nicht viele Grünflächen. Da muss noch viel getan werden. Wir planen Baumpflanzungsaktionen im Frühjahr. Außerdem veranstalten wir gemeinsame Müllsammelaktionen. Damit wollen wir die Fehler berichtigen, mit denen wir der Natur schaden.“

Frauen auf dem Fahrrad?

Ayşe Bakırcı ist gerade erst Mitglied im Verein geworden. Seitdem benutzt sie auch wieder ein Fahrrad. Radfahren konnte sie bereits als Kind, aber als Jugendliche sagte ihre Familie: „Du bist jetzt groß, Fahrradfahren gehört sich nicht für dich.“ Dieses Tabu hat Ayşe jetzt gebrochen:

„Als ich ein Kind war, hatte ich keine Angst davor, dass ich hinfalle oder andere sich über mich lustig machen. Erst wenn man älter wird, werden einem diese Ängste durch den gesellschaftlichen Status eingeimpft. Als ich den Verein kennengelernt habe, habe ich das Radfahren wiedererlernt und damit ein Tabu gebrochen. Darüber bin ich sehr froh. Fahrradfahren ist keine Schande, sondern etwas sehr Schönes.“