Prof. Grabert: „Lange hält die Lager-Verwaltung diese Last nicht mehr aus“

 

Der Mainzer Arzt Prof. Dr. Gerhard Trabert vom Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“kehrte letzten Monat von seinem 6. Besuch aus Nord-Ost-Syrien zurück. Die türkisch-sprachige Tageszeitung Yeni Özgür Politika veröffentlichte am 27.9.19 ein langes Interview mit ihm. Hier aus seinem Bericht zum Camp Hol (aus dem Türkischen rückübersetzt, die Red.):

„In diesem Lager leben 70 000 Menschen. Da ist internationale Hilfe nötig. Die Verwaltung kann ihrer Verantwortung nur unzureichend unter extremen Druck gerecht werden. Lange hält sie diese Last nicht mehr aus.

Da sind vor allem IS-Familien. Die Stiftung der „Freien Frau von Rojava“ organisiert hier Unterricht für die IS-Frauen und ihre Kinder. Nähkurse werden gegeben. Die Angestellten der Stiftung machen ihre Arbeit in geschlossenen Räumen bei Temperaturen von 40 Grad. Stellen Sie sich vor, Sie unterrichten in der stickigen Hitze, und im Zimmer sitzen 30 bis 40 Frauen, alle komplett schwarz verhüllt. Aber die Frauen von der Stiftung machen das mit vollem Einsatz, geben ihre ganze Kraft, weil sie großes Selbstvertrauen haben und von dem Projekt absolut überzeugt sind. Ich meine, so muss man es machen.“