Sommerschule für Lehrende aus Efrîn

Aus Efrîn geflohene Lehrer*innen nehmen an einer Sommerschule an der Şehîd-Polat-Efrîn-Akademie in Şehba teil.

 

MÎRAN EBDO/ROJ DENİ / ŞEHBA, 3. Aug. 2019.

Mit der türkischen Besetzung von Efrîn am 16. März 2018 waren Hunderttausende gezwungen ihre Heimat zu verlassen und flohen in die Regionen Şehba und Şêrawa. Der türkische Staat und seine Kollaborateure hofften, die Bevölkerung werde sich zerstreuen und auflösen. Trotz aller Schwierigkeiten der Flucht konnten sich die Menschen aus Efrîn ihren hohen Organisierungsgrad bewahren und setzen einerseits den Widerstand fort, während sie sich andererseits Möglichkeiten zum Leben schaffen. Die Bevölkerung von Efrîn organisiert ihr Leben in Şehba auf kommunaler Grundlage. Trotz aller schwerwiegenden Probleme wurde auch die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Studierenden neu aufgebaut. Die Lehrer*innen von Efrîn sind in dem „Bildungskomitee für eine demokratische Gesellschaft“ (Komîteya Perwerdeya Civaka Demokratîk, KPCD) organisiert. Sie organisierten vom ersten Tag an den Unterricht für die Kinder aus Efrîn. Im ersten Jahr wurde noch in Zelten unterrichtet. Im zweiten Jahr waren bereits vom Krieg zerstörte Schulen wieder repariert und in Betrieb genommen worden, sodass der Schulbetrieb nur noch teilweise in Zelten ablief.

Mit Beginn der Sommerferien bilden sich die Lehrer*innen selbst weiter. An der Şehîd-Polat-Efrîn-Akademie findet zurzeit eine solche Bildungseinheit statt. Wir sprechen mit Zahide Mehmo aus der Leitung der Bildungseinheit.

„Diese Bildungseinheit wird einen Monat dauern. Diese Bildungseinheit zielt darauf ab, Lücken in der Fachausbildung und Persönlichkeitsprobleme zu überwinden. Die Lehrer*innen werden auch in ideologischer Hinsicht gestärkt und arbeiten daran, Probleme bei der kurdischen Sprache und Grammatik zu beseitigen“, erklärt uns Zahide Mehmo.

Zum Tagesablauf erläuter sie: „Wir beginnen früh mit Sport. Dann dauert die Bildung von 8.00 bis 16.00 Uhr. Natürlich gibt es zwischen den Stunden kurze und längere Pausen. Am Abend schauen wir uns als Lehrer*innen Filme oder Dokumentationen an. Unser Ziel ist es, dass sich unsere Lehrer*innen in jeder Hinsicht bilden. Außerdem arbeiten unsere Lehrer*innen auch in den Kommunen, den gesellschaftlichen Bildungskommissionen oder anderen Einrichtungen mit. So stellen die Lehrer*innen in einem gewissen Sinne die Führung der Gesellschaft dar und müssen entsprechend ausgebildet werden. Wir werden mit diesem Ziel an der Akademie unterrichtet.“