Überschwemmung und Ignoranz verschärfen das Leid der Flüchtlinge

Die Flüchtlinge im Erîş-Camp in Nordostsyrien leiden schwer unter den Folgen der Überschwemmung und der Ignoranz der Hilfsorganisationen.

ANF / HESEKÊ, 17. April 2019.

Das Erîş-Camp befindet sich etwa 15 Kilometer südlich von Hesekê und war im Juni 2017 für Flüchtlinge aus Deir ez-Zor errichtet worden. In dem Camp in der Nähe des Südstaudamms von Hesekê leben 9100 Schutzsuchende.

Aufgrund der heftigen Überschwemmungen der letzten Wochen in Nord- und Ostsyrien trat der Stausee über die Ufer und überschwemmte das Camp. Dabei entstand großer Sachschaden.

Unsere Lage ist tragisch“

Mihemed Mahmud al-Salih befindet sich seit etwa eineinhalb Jahren im Camp. Der Flüchtling aus Deir ez-Zor berichtet über die Situation dort: „Die Lage im Camp ist in jeder Hinsicht tragisch. Es kommt keinerlei Unterstützung von Seiten der Hilfsorganisationen.“

Aufgrund der Überschwemmung waren viele Flüchtlinge gezwungen, in weniger betroffene Teile des Camps umzuziehen. Al-Salih berichtet, man habe Aufrufe an Hilfsorganisationen gerichtet, aber nicht einmal Lebensmittelpakete erhalten. Viele Zelte seien zerstört worden, erklärt er und appelliert erneut an die Hilfsorganisationen, die Menschen im Camp zu unterstützen.

Es werden verdorbene Lebensmittel verteilt“

Reşa Meter Hamadi, Mutter von neun Kindern, kommt ebenfalls aus Deir ez-Zor. Sie berichtet darüber, dass Wasser in ihr Zelt eingebrochen sei und alle Nahrungsmittel verdorben sind. „Die verteilten Hilfsgüter sind sowieso in keiner Weise ausreichend. Die Situation ist einfach nur herzzerreißend“, beklagt sie.

1200 Zelte beschädigt

Alan Ibrahim aus der Leitung des Erîş-Camps berichtet, dass gemeinsam mit dem Regionalrat am Wiederaufbau des Camps gearbeitet werde. Etwa 1200 Zelte seien durch die Flut beschädigt worden. Mit Abschluss der Arbeiten sollen die Flutopfer in ein neues Camp verlegt werden.

Hilfsorganisationen arbeiten seit drei Monaten nicht

Seit drei Monaten sei keine Unterstützung mehr von Hilfsorganisationen gekommen, betont Ibrahim und erklärt, dass die gerade begonnenen Arbeiten nur langsam voranschreiten. Der Schulunterricht im Camp wurde unterbrochen und wird im Mai wieder aufgenommen.