Flucht von IS-Gefangenen verhindert

Im nordsyrischen Dêrik ist ein Fluchtversuch von IS-Gefangenen von den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) vereitelt worden. QSD-Sprecher Rêdur Xelil appelliert an die Weltgemeinschaft, eine Lösung für die IS-Gefangenen zu finden.

ANF / HESEKÊ, 6 April 2019.

Am Freitag hat ein Fluchtversuch aus einem Gefängnis für IS-Mitglieder in Dêrik stattgefunden. Nach vorliegenden Informationen konnte der Ausbruchversuch durch die Intervention der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) verhindert werden.

Als Verantwortlicher für auswärtige Angelegenheiten der QSD bestätigte Rêdur Xelil den Fluchtversuch vom gestrigen Abend. Den QSD sei es innerhalb von wenigen Stunden gelungen, die Situation unter Kontrolle zu bekommen, keiner der IS-Gefangenen sei flüchtig, erklärte Xelil. Die internationale Koalition gegen den IS habe Kontrollflüge über dem Gefängnis durchgeführt.

„Wie wir bereits zuvor erklärt haben, zeigt dieser Vorfall, dass es sich um Terroristen und Mörder handelt, die eine Gefahr darstellen. Aus diesem Anlass appellieren wir ein weiteres Mal an die internationalen Kräfte. Diese Gefangenen sind nicht nur für Rojava und Nordsyrien eine Gefahr, sondern für die ganze Welt. Es muss sofort eine tragfähige Lösung gefunden werden. Wir wiederholen unseren Aufruf zur Gründung eines internationalen Gerichtshof“, so der QSD-Sprecher.

In einer Erklärung der internationalen Anti-IS-Koalition teilte Scott Rawlingson mit, dass die QSD die Lage in Dêrik auf friedliche Weise geklärt hätten und die Koalition während des Vorfalls Luftunterstützung gegeben habe.

5000 IS-Gefangene in der Autonomieregion Nordsyrien

Nach dem militärischen Sieg der QSD über den IS in Syrien ist die Anzahl der in Gefangenschaft genommenen Islamisten mit 5000 beziffert worden. Der Großteil ist nicht-syrischer Herkunft. Sie befinden sich in Gefängnissen in Nordsyrien, die von den QSD überwacht werden. Zu den männlichen Gefangenen kommen Zehntausende Frauen und Kinder, die in gesonderten Bereichen in Flüchtlingscamps untergebracht sind. Im Flüchtlingscamp Hol leben zurzeit über 72.000 Menschen, neben den IS-Familien handelt es sich um Geflüchtete aus dem Irak und Syrien.