Alle Wege des IS führen über die Türkei

Die IS-Dschihadisten, die sich den QSD in Ostsyrien ergeben haben, kommen von überall auf der Welt. Ihnen ist gemein, dass sie sich alle in der Türkei der Terrormiliz angeschlossen haben.

ERSIN ÇAKSU / DIYAR CIWAN aus DEIR EZ-ZOR, 6. März 2019.

Gestern und vorgestern haben sich erneut zahlreiche IS-Dschihadisten und ihre Familien in al-Bagouz den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) ergeben. In al-Bagouz befinden sich noch etwa 2.000 IS-Dschihadisten mit ihren Angehörigen, vorwiegend aus dem Ausland.

Alle IS-Mitglieder außer denen aus dem Irak haben erklärt, über die Türkei nach Syrien eingereist zu sein. Der größte Teil der Dschihadisten hatte keinerlei Schwierigkeiten beim Passieren der Grenze von der Türkei nach Syrien.

Abdulhamid Dimashq berichtet, er sei aus Marokko in die Türkei eingereist. Er erklärt „Vor fünf Jahren bin ich über die Türkei eingereist und habe mich dem Staat [gemeint ist der IS] angeschlossen. Nachdem ich in der Türkei war, bin ich hierhergekommen. Ich weiß nicht, welches Abkommen es zwischen dem Staat und der Türkei gegeben hat, aber sie haben mich sehr entspannt über die Grenze gelassen. Ich bin offiziell ausgereist. Als ich angekommen bin, war ich eine Weile in Homs, dann war ich in Mayadin. Ich war nie in den Regionen Kobanê oder Cizîrê.“

Aus Indonesien in die Türkei und von dort zum IS

Abu Liya reiste aus Indonesien in die Türkei, um sich dem IS anzuschließen. Er berichtet, er sei vor vier Jahren über die türkisch-syrische Grenze gekommen: „Zuerst kam ich in die Türkei, von dort bin ich hierhergekommen. Nach meinem Grenzübertritt war ich in Tadmur, dann gingen wir nach Raqqa und von dort hierher.“

Aus Afghanistan in die Türkei und von dort zum IS

Suleyman ist IS-Dschihadist aus Afghanistan. Er berichtet: „Ich reiste über die Türkei nach Syrien. Ich war in Dscharablus. Zuvor war ich in Minbic gewesen. Dann ging ich nach Tabqa. Dort wurde ich verletzt. Nach Tabqa ging ich nach Raqqa und blieb eine Weile in Mayadin im Krankenhaus. Ich arbeitete dann für die Presse über das Internet.“ Auf die Frage nach Reue gibt er keine Antwort.

Von Dagestan in die Türkei und zum IS

Wir treffen auch zwei Dschihadisten aus Dagestan in Russland. Abubakir Dagestan erzählt in gebrochenem Arabisch, dass er vor dreieinhalb Jahren über die Türkei in Syrien eingereist sei.

Von Saudi-Arabien in die Türkei und dann zum IS

Mustefa Selah schloss sich im Irak dem IS an. Er erklärt, er sei „für den Islam“ dem IS beigetreten. Ein anderer IS-Dschihadist ist Senhad Salih aus Saudi-Arabien. Er reiste über Kilis nach Azaz ein und berichtet, seine Frau sei in der von dem protürkischen Dschihadistenverband „Schutzschild Euphrat“ kontrollierten Region in Nordsyrien. Er möchte nach Saudi-Arabien zurückkehren.