Frauenorganisierung in Şehba

Leyla Ibişim von der Koordination der Frauenbewegung Kongreya Star erklärt, dass die Frauen, die aus Efrîn nach Şehba geflohen seien, sich in kürzester Zeit selbst reorganisiert haben und nicht bereit sind aufzugeben.

von HÎVDA HEBÛN aus ŞEHBA. ANF, 23. Nov. 2018.

Nachdem das türkische Militär und seine Milizen in Efrîn eingefallen waren, waren Zehntausende Frauen gezwungen, die Region zu verlassen. In den Camps im Kanton Şehba, in dem sie jetzt leben, setzen sie ihren Widerstand fort.

Leyla Ibişim von der Kongreya Star-Koordination im Berxwedan-Camp in Şehba berichtet vom Widerstand der Frauen in Şehba und der Frauen aus Efrîn im Camp. Sie erklärt, sie als Frauen verfügten über eine starke Organisierung und hätten sich daher nicht so wie viele Frauen in den anderen Teilen Syriens verstreut. Frauen, die in Lagern in anderen Teilen Syriens untergebracht seien, werden immer wieder Opfer von schweren Übergriffen, einschließlich ihres Verkaufs. Die Situation in Rojava sei jedoch ganz anders, vergleicht sie: „In Rojava waren die Frauen organisiert. Sie kannten ihre Realität und ihre Kraft. Sie hatten eine solche Position auf der Grundlage der Philosophie des Vorsitzenden Apo erreicht. Wir haben aus seiner Philosophie Kraft gezogen. Er hat uns Wege der Organisierung aufgezeigt. Er hat uns beigebracht, dass es keine Befreiung der Gesellschaft ohne die Befreiung der Frau geben kann. Die Frauen in Rojava sind unter dem Grundsatz des Vorsitzenden Apo ‚Die Freiheit der Frau ist die Freiheit der Gesellschaft‘ organisiert.“

 

Die Frauen aus Efrîn sind aufrecht

„Wir sind aus Efrîn geflohen und hierhergekommen“, erklärt Ibişim weiter, „Wenn wir als Frauen über keine starke Organisierung verfügt hätten, dann hätten wir uns wie die Tausenden anderen Frauen in Syrien zerstreut und wären verschwunden. Unsere organisierte Struktur und unsere Einheit hat es möglich gemacht, dass wir uns wieder sammeln. Wir als Frauen haben uns gegenseitig verteidigt. Dass die Frauen in Rojava nicht gebrochen wurden, liegt daran, dass sie mit der Philosophie des Vorsitzenden Apo aufgewachsen ist. Die Frauen von Efrîn stehen aufrecht. Es waren auch die Frauen im Efrîn-Widerstand, welche bis zum Ende Widerstand geleistet und keine Kapitulation akzeptiert haben, sie haben niemals aufgegeben.“

Efrîn zu verlassen, war nicht leicht

Sie berichtet, wie schwer es war, Efrîn zu verlassen: „Wenn du dich umdrehst und zurückblickst, dann siehst du wie dein Land und deine Stadt geplündert wird. Es war so, als hätte unser Land uns gerufen. Es zu verlassen, war sehr schwer.“

In Şehba angekommen haben die Frauen wieder ihr eigenes System aufgebaut und zuerst die Selbstverteidigung organisiert. Ibişim betont: „Natürlich haben wir sehr gelitten, wir waren an der Seite jeder Frau, die gelitten hat, und haben ihren Schmerz geteilt.“

Die Organisierung von Frauen

Eine besondere Bedeutung im Rahmen der Organisierung liegt auf der Bildung, sagt Ibişim und führt aus: „Wenn eine Frau sich bildet, wenn sie ihre eigene Realität kennenlernt, wenn sie an der Politik teilnimmt, kann sie sich auch selbst verteidigen. Wir haben in Şehba zunächst unsere eigenen Kommunen aufgebaut. In diesen Kommunen haben wir alle Komitees, vorrangig aber Gerechtigkeits-, Verteidigungs- und Bildungskomitees aufgebaut. Das, was der Feind im Moment am dringendsten möchte, ist, unsere Camps zerschlagen. Deswegen arbeiten wir als Frauen in unseren Camps am Aufbau unserer Organisierung und der Stärkung unserer Einheit. Je stärker unsere Organisierung ist, desto geringer sind die Möglichkeiten des Feindes.“

Darüber hinaus gibt es Projekte, welche die Frauen in den Camps in Arbeit bringen und für ihr ökonomisches Auskommen sorgen. Leyla Ibişim schließt mit den Worten: „Als Frauen werden wir unsere Organisierung niemals aufgeben. Unser Ziel ist es, dort wo Frauen sind, sie zu erreichen und in eine organisierte Lage zu versetzen. Wenn wir das tun, dann werden wir auch die Frauen unter der Besatzung in Efrîn befreien.“