Türkei bombardiert Flüchtlingslager in Nordsyrien

 Nach dem Flüchtlingsdeal der EU mit der türkischen Regierung hat letztere ihre Grenze für syrische Flüchtlinge dichtgemacht. Wie? Ganz einfach: mit Schießbefehl.
ruber
Im befreiten Nordsyrien haben bereits 1 Million Menschen Zuflucht gefunden, und täglich kommen neue an. Kein Wunder: hier werden sie alle aufgenommen und versorgt, nicht schikaniert und diskriminiert wie in der Türkei oder auch bei uns. Die befreiten Gebiete Nordsyriens unter demokratischer Selbstverwaltung wirken wie ein Magnet.

Internationale Hilfe ist bisher nicht angekommen. Die türkische Regierung hat die Grenzen hermetisch abgeriegelt. Inzwischen geht sie dazu über, auch die Flüchtlingslager im befreiten Nordsyrien gezielt zu beschiessen. (Redaktion)

 ANHA / Afrin (Nordsyrien) 15.7.2017

 Gestern Abend haben die von der türkischen Besatzungsarmee  ausgehaltenen Banden von Azaz aus das Flüchtlingslager Rubar im Kanton Afrin mit Artillerie beschossen. Die Felder im Umkreis des Lagers sind durch die Bombardements abgebrannt. Deshalb gerieten vor allem die im Lager lebenden Kinder in Panik.

Die Flüchtlingsfrau Meysa Mihemed berichtet: “Ich war in unserem Zelt. Plötzlich lautes Getöse. Unser Zelt wurde von einem Geschoßstück getroffen. Wir bekamen einen großen Schrecken, rannten nach draußen und weg vom Lager. Die Kinder konnten wir kaum beruhigen. Will die türkische Regierung uns Angst machen, damit wie nochmal die Flucht ergreifen?”

Ein Mann namens Ebdilrehman: “Was haben die Kinder begangen, dass sie wieder in dauernder Furcht leben müssen? Ihretwegen sind wir von zuhause weg auf der Suche nach einem ruhigen Ort. Erdoğan und seine Banden aber erlauben uns nicht, hier in Sicherheit zu leben, sondern machen unseren Aufenthalt zur Hölle.”

Auch im Flüchtlingslager gibt es eine Selbstverwaltung. Die brachte heute Nachmittag ein Presse-Erklärung heraus:

“Die türkische Regierung hat zum zweiten Mal das Flüchtlingslager Rubar zum Ziel ihrer Beschiessung genommen. Die faschistische türkische Regierung hat gestern Abend (14. Juli) wieder mit Mörsern das Lager Rubar überfallen. Die haben das Lager gezielt getroffen und in der Umgebung einen Feuerbrand ausgelöst.

Wir verurteilen die Angriffe auf das Lager und seine Umgebung und rufen die internationale Gemeinschaft, alle Leute mit Gewissen und die internationalen Gremien, vor allem die Vereinten Nationen, dazu auf, solche Angriffe künftig zu verhindern. Mit ihren Angriffen verletzt die türkische Regierung die  internationalen Gesetze und die humanitären Werte.”

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