Die Revolution in Şêx Meqsûd (Aleppo)

ANHA / Aleppo, 30.6.2017, von Sılêman Ehmed.
meqsud_1 Interview mit Necla Hamza, (Araberin und) Mitglied des Frauenbüros des Demokratischen Syrischen Rates von Aleppo:

Für sie ist das Viertel Şêx Meqsûd ein Vorbild für ganz Syrien. In der Krise des Landes nehmen die bewaffneten Banden Städte und Dörfer ein und besetzen diese. Mit dem Islam als Vorwand benutzen sie die Verschiedenheiten zwischen Arabern, Kurden und den anderen Völkern, um alteingesessene Bewohner zu vertreiben. Das ist eine Version rassistischer Politik, wie sie in dieser Region zur Anwendung kommt.

meqsud_2 Im (überwiegend kurdischen) Stadtviertel Şêx Meqsûd ist in Verlauf der syrischen Krise entgegen dieser rassistischen Politik-Variante ein neues Beispiel entstanden: eine stabile Zusammengehörigkeit, eine Solidarität im Zusammenleben unter Kurden, Arabern, Turkmenen, Armeniern, Christen und verschiedenen Konfessionen, gegründet auf gegenseitige Zuneigung und Wertschätzung. Gegen die Angriffe der bewaffneten Banden haben sich die Bewohner des Viertels bewaffnet, haben Verteidigungs-Einheiten gebildet und das Viertel geschützt. Trotz des Wirtschafts-Embargos steht das Volk materiell und ideell Schulter an Schulter; jede Familie teilt ihr Brot mit den Nachbarn.

meqsud_3(Ende letzten Jahres, beim “Fall von Aleppo”, kamen etlich nicht-kurdische Stadtviertel hinzu.) Es war die kurdische Frau, die den neu Hinzugekommenen zeigte, was entschlossener Widerstand im Kampf bedeutet. “Diese Frau ist für uns wie eine Schule. Von ihr lernten wir, jeglichem Angriff zu widerstehen und uns zu organisieren. Und wir lernten auch von ihr, dass ein in jeglicher Hinsicht anderes Leben möglich ist.”

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