Keine Islamisten mehr auf den Straßen von Tabqa !

YÖP 2.5.17

Tabqa, eine Kleinstadt 50 km westlich von Rakka, ist von strategischer Bedeutung: Hier liegt der Flughafen von Rakka, und hier ist der Damm und das Elektrizitätswerk des “Assad-Sees”, des größten Stausees am Euphrat. Vom Baath-Regime war die Stadt in “Thaurah” umbenannt worden: das heißt “Revolution”.

Die “Demokratischen Kräfte Syriens” (DKS) hatten vor zwei Wochen mit amerikanischer Hilfe des nachts überraschend den Stausee überquert und waren seither vom Westen gegen die Stadt vorgerückt, langsam und unaufhaltsam. Heute am 2. Mai verkündeten sie die fast vollständige Befreiung. (Redaktion)

Die Einwohner von Kessare haben auf Anraten der BefreiungskämpferInnen in ihren Häusern ausgeharrt, bis ihr Viertel befreit war. Jetzt sind es vor allem die Kinder, welche den Geschmack der Freiheit sofort in vollen Zügen genießen. Sie spielen auf der Straße nach Lust und Laune. Eine Bewegung, die sie alle gelernt haben und voller Begeisterung zeigen, ist das V-Zeichen des Sieges. Sie mischen sich unter die KämpferInnen, denn das gibt ihnen die Zuversicht auf ein neues Leben. Die Brüder Ahmet und Muhammed Luhsen erzählen der ANF-Korrespondentin voller Eifer, wie das Leben unter der IS-Besatzung gewesen ist:

“Der IS nahm uns sogar die Menschenwürde. In sämtliche Lebensbereiche mischte er sich ein. Alles war verboten, alles wurde bestraft. Auf den Strassen durften wir nicht frei herumspringen, und selbst hinter unseren Haustüren waren wir nicht sicher. Unsere Kleidung, unser Aussehen, unsere Rasur, alles haben sie bestimmt. Sie haben uns nicht nur unsere Freiheit weggenommen, sie haben uns hilfsbedürftig und notleidend gemacht. Für die Frauen war das Leben im IS wie im Gefängnis. Sie mussten sich ganz in Schwarz hüllen. Wer sich nicht anpasste, wurde bestraft. Gottseidank haben uns die DKS-KämpferInnen von der IS-Tyrannei befreit. Jetzt sind sie mittten unter uns. Ihnen verdanken wir es, dass wir wieder angefangen haben, auf der Strasse zu spielen und vor den Haustüren rumzuspazieren. Unsere Frauen haben sich von der Dunkelheit befreit, unsere Kinder sind glücklich. Wir wissen, dass es jetzt besser wird. Wir sind wieder ins Leben zurückgekehrt. Wir sind voller Zuversicht.”

Die Kämpferin Ala Zaxo ergänzt: “Ihr seht ja, wir sind mitten unter den Leuten. Während der Offensive war unsere größte Sorge, dass der Zivilbevölkerung nichts passiert. Damit sie keinen Schaden erleidet, haben wir sie manchmal aus der heißen Kampfzone in sichere Gebiete geführt, manchmal – wie hier – ganz Nahe bei uns behalten. Mit uns zu sein, macht sie sehr glücklich.”

 

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