Frauendorf in Rojava geplant

JINHA aus Qamişlo (Rojava), 11.10.16

Die Projekte, welche für die Frauen in Rojava im Prozeß der Revolution realisiert werden, können als Beispiele für die ganze Welt dienen. Es soll ja ein neues Leben aufgebaut werden, und dafür wurde vor 2 Jahren die “Stiftung für die freie Frau von Rojava” ins Leben gerufen. Unter anderem sind ein Frauendorf und ein Frauenpark für nächstes Jahr geplant. Aber zahlreiche Projekte sind bereits verwirklicht, wie uns Axin Amed von der Leitung der Stiftung berichtet.

Es gab ja schon vorher Frauen-Strukturen und Initiativen wie Frauenhäuser und Frauenräte, auf deren Erfahrungen zurückgegriffen werden konnte. Mit der Gründung der Stiftung wurden nun Untersuchungen zu Gesundheit, Wirtchaft, Medien, Frauen-Archiv und Frauen-Geschichte, Frauen-Verfassung und -Bildung und weiteren Themen durchgeführt und dann konkrete Vorhaben in Angriff genommen.

Im Einzelnen erwähnte sie folgende Punkte:
– “Im Kanton Afrin ist dieses Jahr eine Zweigstelle der Stiftung eröffnet worden.
– Im Kanton Kobane konnten bislang wegen der Kriegsbedingungen noch keine Zweigstellen aufgemacht werden. Dort gibt es jetzt 879 Waisenkinder. Wir sind dabei, eine Akademie und Kindergärten aufzubauen.
– Kanton Cizîr: In den Städten Qamişlo und Derik haben wir 5 Kindergärten. 70 Kinder besuchen sie. Natürlich kümmern sich ErzieherInnen um die Kinder. In Serêkanîyê führen wir ein Gesundheitszentrum für die Dorfbewohner der Umgebung. Unter unseren Ärzten ist auch ein Facharzt für Psychologie.

In Qamişlo kümmern wir uns vor allem um die Gesundheitsprobleme in den Stadtvierteln. Wir haben uns vorgenommen, dass in jedem Haus zumindest eine Person in den Gesundheitsfragen ausgebildet wird. Bis jetzt haben wir schon 13 Gesundheitskurse gemacht. Auch für Kinder machen wir Unterricht in Kunst und Kultur, aufgrund der Nachfrage seitens der Eltern. Computer-Kurse führen wir durch und Näh- und Stick-Kurse in unseren Zentren. In Derik haben wir ein Büro; da gibt es Unterricht und Seminare. Diplomatische Beziehungen knüpfen wir mit Menschen, die von außen kommen. Und wir bemühen uns um die Bedürfnisse von Flüchtlingen.”

Zu letztem Punkt präzisiert Axin Amed: “In den beiden Newroz-Flüchtlingslagern haben wir Büros eröffnet. Hier leben Êzidi aus Şengal. Da wird ausgebildet für Beratungs-Dienstleistungen und in Gesundheitsfragen. Da kriegen wir ganz gute Ergebnisse. Die Frauen überwinden allmählich die Auswirkungen der Massaker und befreien sich von ihren reaktionären Vorstellungen. Im Roj-Lager sind die Araber aus dem Irak angesiedelt. Die Spuren der Islamisten und die Verheerungen sind noch deutlich zu sehen. Wir bemühen uns mit unseren Kursen, sie von den Traumatisierungen zu lösen. Und neu eintreffende Hilfslieferungen werden mithilfe unserer Büros in den Lagern verteilt, in Zusammenarbeit mit den dort existierenden Frauenräten und Volksräten.”

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