Autonomie und Selbstverteidigung auch in der Wirtschaft

JINHA 21.7.2016 Suleymaniye:

Vom 19. bis zum 21. Juli 2016 fand in Suleymaniye (autonome kurdische Region Nordiraks, von der PUK bzw. Talabani verwaltet) eine internationale Konferenz statt zum Thema: „Öcalans Ideen als Grundlage für Freiheit und Stabilität im Nahen Osten”. Nahide Zengin, die in Rojava das Projekt “Gewächshäuser für kommunale Gärten” initiiert hat (vergl. Flyer Nr. 11 vom 2.5.16), sprach am 3. Tag zum wirtchaftlichen Aufbau: Gegen die kapitalistische
Landnahme müssen wir die kommunale Wirtschaft entwickeln!
(Das Wort “kommunal” bedeutet in Rojava “kollektiv” und leitet sich von der Pariser Kommune ab.)

“Der Aufbau einer kommunalen Wirtschaft” war der Titel des Beitrags von Nahide Zengin, welche die Gärten von Rojava” (Bistanên Rojava) mit bergründet hat: Ausbeutung und Ausraubung werden vor allem auf dem Gebiet der Wirtschaft deutlich, so Zahide, und auf diesem Gebiet muss auch der Kampf gegen die Besetzung geführt werden: “Die Ursache aller Völkermorde und Versklavungen liegt in der Wirtschaft. Die ökonomische Autonomie (also Autarkie) und die ökonomische Selbstverteidigung müssen Hand in Hand gehen. Auf diese Art wird mit der wirtschaftlichen Ausbeutung Schluss gemacht; aber gleicjhzeitig ist es nötig, eine neue Wirtschaft aufzubauen. Bewahren und Neues Schöpfen sind die Grundlagen der Selbstverteidigung. Die Wirtschftswissenschaft muss neu definiert werden, mit der kommunalen Wirtschaft als Basis. Die Schaffung von Kommunen zielt auf die Schaffung von noch mehr Kommunen. Eine Wirtschaft, die Gebrauchswerte ausdrückt. Tauschwerte nur in dem Maß, wie es gesellschaftlich nötig erscheint. So in der Art muss die Wirtschaft neu aufgebaut werden.

Die demokratische kommunale Wirtschaft gründet auf der Ökologie und der Freiheit der Frau. Die kommunale Wirtschaft steht im Gegensatz zum Individualismus und hebt auf dem Wege der radikalen Demokratie den Gegensatz zwischen Subjekt und Objekt auf. Die Frau nimm alle Tätigkeiten, die ja gemeinschaftlich ausgeführt werden, als Wirtschafts-Tätigkeiten in die Hand. Die gesellschaftliche Arbeitsteilung wird neu geordnet, so dass die Frau nicht mehr vom gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben getrennt wird. Die gesellschaftlichen Organisationen sorgen dafür, dass Tausch und Markt so organisiert werden, dass Bedarf und Angebot nicht mehr im Gegensatz zueinander stehen. Der Markt muss in seinem Wesen demokratisch, kommunal und kollektiv sein.”

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