Die Frauen von Şırnak bedienen Dreschmaschinen

JINHA 12.7.2016 Şırnex:

Die ausgebombten Familien von Şırnak leben in Zelten in der Umgebung. Die Frauen müssen ihre Familien versorgen. Dazu haben sie brachliegende Felder in Bearbeitung genommen für Gemüse- und Getreideanbau. Um alles müssen sich die Frauen kümmern, vom Gemüse-Ernten bis zum Getreide-Dreschen. “Wir zerstören die alte Männer-Mentalität”, sagen sie und betreiben auch die Dreschmaschine.

So berichtet Ayşe Yılmaz: “Wir sind von Şırnak gekommen und haben in Nerex selber die Zelte aufgebaut. Wir Frauen haben die Zelte eingerichtet. Vom Kinder-Versorgen bis zum Essen-Anrichten und dem Saubermachen, um alles kümmern wir uns. Es ist sehr heiß,; manchmal fällt der Strom für die Ventilatoren aus, und wir produzieren Strom aus Sonnenenergie.

Die traditionelle Mentalität haben wir hinter uns gelassen. Um unser tägliches Brot zu sichern, schultern wir Frauen alle Aufgaben selber. Nachdem wir die Zelte eingerichtet haben, ging’s an die Versorgung mit Nahrung und ans Stillen der materiellen Bedürfnisse. An Lohneinkommen ist hier sowieso nicht zu denken. Um den gemähten und eingesammelten Weizen zu dreschen, habe ich mich auf die Machine gesetzt. Einige Männer habe komisch geguckt, als sie mich gesehen haben. Aber wer sagt, diese Arbeit könnten nur Männer machen? Die früheren Zeiten sind jetzt vorbei, und die reaktionäre Mentalität haben wir hinter uns gelassen. Der Staat will uns zerschlagen; aber wir leisten ihm Widerstand und bekämpfen gleichzeitig auch die feudale Männer-Ordnung.”

Ayşe betont, dass die YPS-JIN (die Frauen-Einheiten der ‘Zivilen Verteidigungskräfte’) bei ihr selbst eine gewaltige Transformation bewirkt haben: “Früher blieb ich zuhause und war sehr schüchtern. Ich schämte mich, rauszugehen. Aber ich unterhielt mich mit den YPS-JIN – Kämpferinnen, die in unser Viertel gekommen waren. Sie meinten, ich brauche mich vor überhaupt niemandem genieren und ich könne alles fertigbringen. Wenn ich heute die Dreschmaschine bediene, dann verdanke ich das ihnen. Mit ihnen zu diskutieren, hat mir Kraft und Mut gegeben.”

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