Rojava: Die Revolution in der Wirtschaft

YÖP 15.04.16 Dengir Güneş.

Ist die Revolution in Rojava sozialistisch?
Das wichtigste Kriterium dafür ist doch wohl: Ist die Wirtschaft in Rojava heute sozialistisch? Oder gehorcht sie weiter den Marktgesetzen, letztlich dem Wertgesetz?
Eine Studie der Journalistin Dengir Güneş, erschienen in “Yeni Özgür Politika” vom 15. und 16. April 2016, gibt keine eindeutige Antwort. Aber interessante Einblicke. Daraus haben wir eine Zusammenfassung und Abschnitte ausgewählt.

(Die Ausgangslage:

Erstens unterlag die vorwiegend kurdische Bevölkerung unter dem Baath-Regime der Arabisierungspolitik: Landenteignung, Vertreibung, Ansiedlung von Arabern.
Zweitens sollte Nordsyrien ausschließlich dazu dienen, Rohöl zu produzieren (die Raffinerie ist in Homs !) sowie das ganze Land mit Weizen zu versorgen.
Alles andere war verboten oder wurde verhindert. Ein typisches Beispiel: Die Bäume wurden abgeholzt, neue Bäume pflanzen wurde verboten, und heute kann man kilometerweit über das ausgetrocknete Land fahren, ohne einen Baum zu erblicken.
Und drittens wird Rojava durch das Wirtschafts-Embargo seitens der Türkei und des ‘Autonomen Gebiets Kurdistan’ des Irak abgeschnürt und muss seit der Ausrufung der Selbstverwaltung einen Krieg gegen den ‘Islamischen Staat’ führen. Und dennoch: Auch auf dem Terrain der Wirtschaft werden revolutionäre Umwälzungen zielgerichtet in Angriff genommen).

Die alternative Kommune-Wirtschaft

Trotz dieser Widrigkeiten entwickelt sich heute ein vielfältiges alternatives Wirtschaftssystem. Ziel ist ein alternatives, kommunales, teilnehmendes, solidarisches und flexibles System, in dem die Frau ihren Platz hat. Auch in der Wirtschaft soll das Modell der ‘Demokratischen Autonomie’ verwirklicht werden. Statt eines Regimes, wo das Volk ausgebeutet wird, sollen alle Schichten des Volkes teilnahmen und eine ‘gesellschaftliche Wirtschaft’, die dem Volke nützt, Priorität geniessen. Die Organisationsstruktur dieses Modells bilden die ‘Kooperativen’, die überall in ganz Rojava von der Landwirtschaft bis zur Industrie entstehen. Zu den Kooperativen, die vorwiegend in der Landwirtschaft geschaffen werden, gesellen sich Kooperativen in der Bauwirtschaft, im Handel und in anderen Wirtschaftsbranchen.

Auch die ‘Wirtschaftsausschüsse’ der kantonalen Exekutivräte (Kantonsregierungen) funktionieren nach dem Prinzip der ‘Ko-Präsidentschaft’ (ein Mann, eine Frau). Diese nach dem System der demokratischen Autonomie funktionierenden Wirtschaftsausschüsse werden auf der Grundlage der Komitees und Kommunen strukturiert. Wie auf anderen Gebieten auch teilen sich die Wirtschaftsausschüsse in verschiedene Zweige (Unter-Ausschüsse) auf. Und zwischen den verschiedenen Wirtschaftsausschüssen der Kantone stellt die ‘Allgemeine Wirtschafts-Koordination’ die Verbindung her. Die trifft sich ein Mal pro Woche und kümmert sich um die Versorgung mit Material, um die für die Ausfuhr bestimmten Produkte, die Kontrolle, den Zoll und alle gegen das Embargo zu treffenden Massnahmen. Die Mitglieder der Koordination treffen sich auch jede Woche zur Beratung mit Vertretern der Regierung, des Energie-Ausschusses und des Landwirtschaftlichen Kontroll-Ausschusses.
Landwirtschaft, Handwerk, Handel usw. strukturieren sich in Komitees. Wenn auf der Ebene des Kantons die allgemeinen Beschlüsse gefasst werden, so werden in den örtlichen und unteren Einheiten die Initiativen entwickelt und die Beschlüsse gefasst, an denen alle teilnehmen und die allen angemessen scheinen. Deswegen wird das Organistionsmodell der Komitees als das passende angestrebt. Und wie auf den Gebieten der Selbstverwaltung und der Verteidigung sticht auch in der Wirtschaft die Teilhabe der Frauen als Originalität hervor.

Wirtschafts-Akademien

Als ein Standbein für die alternative kommunale Wirtschaft wird die Ausbildung entwickelt. Dabei wird besonders Wert gelegt auf die Transformation der Mentalität. Dazu wurde die Wirtschafts-Akademie gegründet: Hier läuft der praktische mit dem ideologischen Unterricht parallel. Das Personal der neuen Unternehmen und Kooperativen nimmt an monatlichen Lerhrgängen dieser Akademien teil, damit es dann in der praktischen Arbeit eine gesellschaftliche, alternative und dem Volk gewidmete Haltung zeigt. In einer ersten Phase erhalten die Ingenieure, Techniker und Agronomen gemeinsam Unterricht, dann in einer zweiten Phase nach Branchen getrennt. In jeder Branche wird darauf geachtet, dass die praktischen und die theoretischen Lektionen die kommunale Wirtschaft zur Grundlage nehmen.
Trotz aller Fortbildungs-Massnahmen ist das Denken einer ‘Konsumgesellschaft’ nicht überwunden. Im Volk ist Ablehnung weit verbreitet, da seit jeher bis heute die Unternehmen in der Praxis halt fortwährend nur einer kleinen Schicht nutzten und auf Profitbasis arbeiteten,. Damit das System der Kooperativen richtig verstanden und ihm gegenüber Überzeugung und Vertrauen entwickelt werden, wurde die Bildung des Volkes intensiviert. Vertruen und Zustimmung entwickeln sich als praktisches Ergebnis dieser Anstrengungen und der Bildung.

Zentren der ökonomischen Entwicklung

Um die Wirtschaft zu entwickeln, war wohl einer der wichtigsten Schritte die Schaffung der ‘ökonomischen Entwicklungszentren’ (‘Navenda Geşgirina Abori’) am 13. Juli 2012. In 10 Städten hat man diese Zentren zur Beratung des Volkes und zur Lösung der Fragen geschaffen. Diese Zentren ergreifen Initiativen gemeinsam mit den Selbstverwaltungen der Kantone und dem TEV-DEM, um auf dieser Ebene Projekte ins Leben zu rufen, mehr Kooperativen zu gründen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Als erstes wurde die Gründung von Bau-Unternehmen sowie von Unternehmen für die Produktion und Verteilung von Erdöl in Angriff genommen, die Stromversorgung gesichert und Hilfen für die Bauern bereitgestellt. Um die landwirtschaftlichen Kooperativen zu entwickeln, wurde das Unternehmen ‘Kampanya Peşxistina Çandini’ gegründet.
Die 1. Wirtschaftskonferenz von Rojava am 16. und 17. Oktober 2015 mit Delegierten aus allen drei Kantonen gab der Wirtschaft so richtig Schwung. Es wurden Beschlüsse gefasst zur spezifischen Organisierung der Frauen in der Wirtschaft, zu Investitionen sowie zur Errichtung neuer Wirtschafts-Akademien und neuer Kooperativen.

(Die Ausgangslage:

Erstens unterlag die vorwiegend kurdische Bevölkerung unter dem Baath-Regime der Arabisierungspolitik: Landenteignung, Vertreibung, Ansiedlung von Arabern.
Zweitens sollte Nordsyrien ausschließlich dazu dienen, Rohöl zu produzieren (die Raffinerie ist in Homs !) sowie das ganze Land mit Weizen zu versorgen.
Alles andere war verboten oder wurde verhindert. Ein typisches Beispiel: Die Bäume wurden abgeholzt, neue Bäume pflanzen wurde verboten, und heute kann man kilometerweit über das ausgetrocknete Land fahren, ohne einen Baum zu erblicken.
Und drittens wird Rojava durch das Wirtschafts-Embargo seitens der Türkei und des ‘Autonomen Gebiets Kurdistan’ des Irak abgeschnürt und muss seit der Ausrufung der Selbstverwaltung einen Krieg gegen den ‘Islamischen Staat’ führen. Und dennoch: Auch auf dem Terrain der Wirtschaft werden revolutionäre Umwälzungen zielgerichtet in Angriff genommen).

Die alternative Kommune-Wirtschaft

Trotz dieser Widrigkeiten entwickelt sich heute ein vielfältiges alternatives Wirtschaftssystem. Ziel ist ein alternatives, kommunales, teilnehmendes, solidarisches und flexibles System, in dem die Frau ihren Platz hat. Auch in der Wirtschaft soll das Modell der ‘Demokratischen Autonomie’ verwirklicht werden. Statt eines Regimes, wo das Volk ausgebeutet wird, sollen alle Schichten des Volkes teilnahmen und eine ‘gesellschaftliche Wirtschaft’, die dem Volke nützt, Priorität geniessen. Die Organisationsstruktur dieses Modells bilden die ‘Kooperativen’, die überall in ganz Rojava von der Landwirtschaft bis zur Industrie entstehen. Zu den Kooperativen, die vorwiegend in der Landwirtschaft geschaffen werden, gesellen sich Kooperativen in der Bauwirtschaft, im Handel und in anderen Wirtschaftsbranchen.

Auch die ‘Wirtschaftsausschüsse’ der kantonalen Exekutivräte (Kantonsregierungen) funktionieren nach dem Prinzip der ‘Ko-Präsidentschaft’ (ein Mann, eine Frau). Diese nach dem System der demokratischen Autonomie funktionierenden Wirtschaftsausschüsse werden auf der Grundlage der Komitees und Kommunen strukturiert. Wie auf anderen Gebieten auch teilen sich die Wirtschaftsausschüsse in verschiedene Zweige (Unter-Ausschüsse) auf. Und zwischen den verschiedenen Wirtschaftsausschüssen der Kantone stellt die ‘Allgemeine Wirtschafts-Koordination’ die Verbindung her. Die trifft sich ein Mal pro Woche und kümmert sich um die Versorgung mit Material, um die für die Ausfuhr bestimmten Produkte, die Kontrolle, den Zoll und alle gegen das Embargo zu treffenden Massnahmen. Die Mitglieder der Koordination treffen sich auch jede Woche zur Beratung mit Vertretern der Regierung, des Energie-Ausschusses und des Landwirtschaftlichen Kontroll-Ausschusses.
Landwirtschaft, Handwerk, Handel usw. strukturieren sich in Komitees. Wenn auf der Ebene des Kantons die allgemeinen Beschlüsse gefasst werden, so werden in den örtlichen und unteren Einheiten die Initiativen entwickelt und die Beschlüsse gefasst, an denen alle teilnehmen und die allen angemessen scheinen. Deswegen wird das Organistionsmodell der Komitees als das passende angestrebt. Und wie auf den Gebieten der Selbstverwaltung und der Verteidigung sticht auch in der Wirtschaft die Teilhabe der Frauen als Originalität hervor.

Wirtschafts-Akademien

Als ein Standbein für die alternative kommunale Wirtschaft wird die Ausbildung entwickelt. Dabei wird besonders Wert gelegt auf die Transformation der Mentalität. Dazu wurde die Wirtschafts-Akademie gegründet: Hier läuft der praktische mit dem ideologischen Unterricht parallel. Das Personal der neuen Unternehmen und Kooperativen nimmt an monatlichen Lerhrgängen dieser Akademien teil, damit es dann in der praktischen Arbeit eine gesellschaftliche, alternative und dem Volk gewidmete Haltung zeigt. In einer ersten Phase erhalten die Ingenieure, Techniker und Agronomen gemeinsam Unterricht, dann in einer zweiten Phase nach Branchen getrennt. In jeder Branche wird darauf geachtet, dass die praktischen und die theoretischen Lektionen die kommunale Wirtschaft zur Grundlage nehmen.
Trotz aller Fortbildungs-Massnahmen ist das Denken einer ‘Konsumgesellschaft’ nicht überwunden. Im Volk ist Ablehnung weit verbreitet, da seit jeher bis heute die Unternehmen in der Praxis halt fortwährend nur einer kleinen Schicht nutzten und auf Profitbasis arbeiteten,. Damit das System der Kooperativen richtig verstanden und ihm gegenüber Überzeugung und Vertrauen entwickelt werden, wurde die Bildung des Volkes intensiviert. Vertruen und Zustimmung entwickeln sich als praktisches Ergebnis dieser Anstrengungen und der Bildung.

Zentren der ökonomischen Entwicklung

Um die Wirtschaft zu entwickeln, war wohl einer der wichtigsten Schritte die Schaffung der ‘ökonomischen Entwicklungszentren’ (‘Navenda Geşgirina Abori’) am 13. Juli 2012. In 10 Städten hat man diese Zentren zur Beratung des Volkes und zur Lösung der Fragen geschaffen. Diese Zentren ergreifen Initiativen gemeinsam mit den Selbstverwaltungen der Kantone und dem TEV-DEM, um auf dieser Ebene Projekte ins Leben zu rufen, mehr Kooperativen zu gründen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Als erstes wurde die Gründung von Bau-Unternehmen sowie von Unternehmen für die Produktion und Verteilung von Erdöl in Angriff genommen, die Stromversorgung gesichert und Hilfen für die Bauern bereitgestellt. Um die landwirtschaftlichen Kooperativen zu entwickeln, wurde das Unternehmen ‘Kampanya Peşxistina Çandini’ gegründet.
Die 1. Wirtschaftskonferenz von Rojava am 16. und 17. Oktober 2015 mit Delegierten aus allen drei Kantonen gab der Wirtschaft so richtig Schwung. Es wurden Beschlüsse gefasst zur spezifischen Organisierung der Frauen in der Wirtschaft, zu Investitionen sowie zur Errichtung neuer Wirtschafts-Akademien und neuer Kooperativen.

(Die Ausgangslage:

Erstens unterlag die vorwiegend kurdische Bevölkerung unter dem Baath-Regime der Arabisierungspolitik: Landenteignung, Vertreibung, Ansiedlung von Arabern.
Zweitens sollte Nordsyrien ausschließlich dazu dienen, Rohöl zu produzieren (die Raffinerie ist in Homs !) sowie das ganze Land mit Weizen zu versorgen.
Alles andere war verboten oder wurde verhindert. Ein typisches Beispiel: Die Bäume wurden abgeholzt, neue Bäume pflanzen wurde verboten, und heute kann man kilometerweit über das ausgetrocknete Land fahren, ohne einen Baum zu erblicken.
Und drittens wird Rojava durch das Wirtschafts-Embargo seitens der Türkei und des ‘Autonomen Gebiets Kurdistan’ des Irak abgeschnürt und muss seit der Ausrufung der Selbstverwaltung einen Krieg gegen den ‘Islamischen Staat’ führen. Und dennoch: Auch auf dem Terrain der Wirtschaft werden revolutionäre Umwälzungen zielgerichtet in Angriff genommen).

Die alternative Kommune-Wirtschaft

Trotz dieser Widrigkeiten entwickelt sich heute ein vielfältiges alternatives Wirtschaftssystem. Ziel ist ein alternatives, kommunales, teilnehmendes, solidarisches und flexibles System, in dem die Frau ihren Platz hat. Auch in der Wirtschaft soll das Modell der ‘Demokratischen Autonomie’ verwirklicht werden. Statt eines Regimes, wo das Volk ausgebeutet wird, sollen alle Schichten des Volkes teilnahmen und eine ‘gesellschaftliche Wirtschaft’, die dem Volke nützt, Priorität geniessen. Die Organisationsstruktur dieses Modells bilden die ‘Kooperativen’, die überall in ganz Rojava von der Landwirtschaft bis zur Industrie entstehen. Zu den Kooperativen, die vorwiegend in der Landwirtschaft geschaffen werden, gesellen sich Kooperativen in der Bauwirtschaft, im Handel und in anderen Wirtschaftsbranchen.

Auch die ‘Wirtschaftsausschüsse’ der kantonalen Exekutivräte (Kantonsregierungen) funktionieren nach dem Prinzip der ‘Ko-Präsidentschaft’ (ein Mann, eine Frau). Diese nach dem System der demokratischen Autonomie funktionierenden Wirtschaftsausschüsse werden auf der Grundlage der Komitees und Kommunen strukturiert. Wie auf anderen Gebieten auch teilen sich die Wirtschaftsausschüsse in verschiedene Zweige (Unter-Ausschüsse) auf. Und zwischen den verschiedenen Wirtschaftsausschüssen der Kantone stellt die ‘Allgemeine Wirtschafts-Koordination’ die Verbindung her. Die trifft sich ein Mal pro Woche und kümmert sich um die Versorgung mit Material, um die für die Ausfuhr bestimmten Produkte, die Kontrolle, den Zoll und alle gegen das Embargo zu treffenden Massnahmen. Die Mitglieder der Koordination treffen sich auch jede Woche zur Beratung mit Vertretern der Regierung, des Energie-Ausschusses und des Landwirtschaftlichen Kontroll-Ausschusses.
Landwirtschaft, Handwerk, Handel usw. strukturieren sich in Komitees. Wenn auf der Ebene des Kantons die allgemeinen Beschlüsse gefasst werden, so werden in den örtlichen und unteren Einheiten die Initiativen entwickelt und die Beschlüsse gefasst, an denen alle teilnehmen und die allen angemessen scheinen. Deswegen wird das Organistionsmodell der Komitees als das passende angestrebt. Und wie auf den Gebieten der Selbstverwaltung und der Verteidigung sticht auch in der Wirtschaft die Teilhabe der Frauen als Originalität hervor.

Wirtschafts-Akademien

Als ein Standbein für die alternative kommunale Wirtschaft wird die Ausbildung entwickelt. Dabei wird besonders Wert gelegt auf die Transformation der Mentalität. Dazu wurde die Wirtschafts-Akademie gegründet: Hier läuft der praktische mit dem ideologischen Unterricht parallel. Das Personal der neuen Unternehmen und Kooperativen nimmt an monatlichen Lerhrgängen dieser Akademien teil, damit es dann in der praktischen Arbeit eine gesellschaftliche, alternative und dem Volk gewidmete Haltung zeigt. In einer ersten Phase erhalten die Ingenieure, Techniker und Agronomen gemeinsam Unterricht, dann in einer zweiten Phase nach Branchen getrennt. In jeder Branche wird darauf geachtet, dass die praktischen und die theoretischen Lektionen die kommunale Wirtschaft zur Grundlage nehmen.
Trotz aller Fortbildungs-Massnahmen ist das Denken einer ‘Konsumgesellschaft’ nicht überwunden. Im Volk ist Ablehnung weit verbreitet, da seit jeher bis heute die Unternehmen in der Praxis halt fortwährend nur einer kleinen Schicht nutzten und auf Profitbasis arbeiteten,. Damit das System der Kooperativen richtig verstanden und ihm gegenüber Überzeugung und Vertrauen entwickelt werden, wurde die Bildung des Volkes intensiviert. Vertruen und Zustimmung entwickeln sich als praktisches Ergebnis dieser Anstrengungen und der Bildung.

Zentren der ökonomischen Entwicklung

Um die Wirtschaft zu entwickeln, war wohl einer der wichtigsten Schritte die Schaffung der ‘ökonomischen Entwicklungszentren’ (‘Navenda Geşgirina Abori’) am 13. Juli 2012. In 10 Städten hat man diese Zentren zur Beratung des Volkes und zur Lösung der Fragen geschaffen. Diese Zentren ergreifen Initiativen gemeinsam mit den Selbstverwaltungen der Kantone und dem TEV-DEM, um auf dieser Ebene Projekte ins Leben zu rufen, mehr Kooperativen zu gründen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Als erstes wurde die Gründung von Bau-Unternehmen sowie von Unternehmen für die Produktion und Verteilung von Erdöl in Angriff genommen, die Stromversorgung gesichert und Hilfen für die Bauern bereitgestellt. Um die landwirtschaftlichen Kooperativen zu entwickeln, wurde das Unternehmen ‘Kampanya Peşxistina Çandini’ gegründet.
Die 1. Wirtschaftskonferenz von Rojava am 16. und 17. Oktober 2015 mit Delegierten aus allen drei Kantonen gab der Wirtschaft so richtig Schwung. Es wurden Beschlüsse gefasst zur spezifischen Organisierung der Frauen in der Wirtschaft, zu Investitionen sowie zur Errichtung neuer Wirtschafts-Akademien und neuer Kooperativen.

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