Keine Islamisten mehr auf den Straßen von Tabqa !

YÖP 2.5.17

Tabqa, eine Kleinstadt 50 km westlich von Rakka, ist von strategischer Bedeutung: Hier liegt der Flughafen von Rakka, und hier ist der Damm und das Elektrizitätswerk des “Assad-Sees”, des größten Stausees am Euphrat. Vom Baath-Regime war die Stadt in “Thaurah” umbenannt worden: das heißt “Revolution”. „Keine Islamisten mehr auf den Straßen von Tabqa !“ weiterlesen

Schon 100 000 aus Rakka geflüchtet !

 

Nein, die Einwohner von Rakka haben sich nicht in einem Aufstand erhoben gegen die Schreckensherrschaft des Islamischen Staates (IS). Obwohl die Stadt weitgehend von den BefreiungskämpferInnen der “Syrischen Demokratischen Kräfte” umzingelt ist. Die Stadtbewohner sind von den täglichen öffentlichen Auspeitschungen und Hinrichtungen derart terrorisiert, dass sie alles aufzugeben bereit sind, um zu fliehen, um sich zu retten.

Die Zivilbevölkerung retten – das ist auch für die SDK das oberstes Gebot. Deshalb kommen sie bei der Befreiung der IS-Ortschaften nur langsam voran; immer wieder sichern sie “Korridore”, damit die Leute fliehen können. Die Flüchtenden werden dann mit dem Notwendigsten versorgt und ins sichere Hinterland geleitet. Viele unter ihnen schließen sich den Befreiungskräften an, wollen den IS bekämpfen, wollen Rache nehmen. „Schon 100 000 aus Rakka geflüchtet !“ weiterlesen

Rakka vor der Einnahme: Selbstverwaltungsrat bereits gegründet

ANHA / Rakka, 18.4.2017.

Rakka, die “Hauptstadt’” des IS (Islamischen Staates) in Syrien, ist von den “Demokratischen Kräften Syriens” praktisch umzingelt. Jetzt wurde in Ain Isa, einer Kleinstadt zwischen Rakka und Kobane, der “Zivile Rat von Rakka” gegründet. Hier die Gründungserklärung: „Rakka vor der Einnahme: Selbstverwaltungsrat bereits gegründet“ weiterlesen

„Die PKK ist viel mehr, sie ist überall“

Ein Gespräch mit zwei Aktivisten aus Gever (Yüksekova), Newroz-Delegation 2017, 23.04.2017

Eine Newroz-Delegation von Civaka Azad hat am 22.März 2017 zwei Aktivisten in der kurdischen Stadt Gever (türkisch Yüksekova) getroffen. Wir sprachen mit ihnen über die Auswirkungen der letztjährigen Ausgangssperren, über die anhaltende Repression des türkischen Staates und über die Rolle der PKK in den kurdischen Regionen.

Delegation: Hallo Ali*, hallo Güven*. Wir sind froh, euch hier in Gever zu treffen. Im letzten Jahr war die Stadt über zwei Monate hinweg massivster militärischer Angriffe ausgesetzt, die Menschen konnten ihre Häuser nicht verlassen. Wir wissen, dass hier aktuell immer noch nächtliche Ausgangssperren gelten. Auch gestern, an Newroz, gab es Schwierigkeiten. Könnt ihr uns erzählen, wie der Tag gestern verlief?

Ali: Wir haben uns an dem Platz versammelt, an dem Newroz gefeiert werden sollte. Vielleicht muss man etwas vorab wissen: Hier in Gever, in der Region, haben fast 99% der Menschen Sympathien für Öcalan, für die PKK. Daher begannen kurz nach Beginn des Festes einige Leute Slogans zu singen und zu rufen, zum Beispiel “Biji Serok Apo”. Die Polizei wollte diese Leute festnehmen, aber die anderen Menschen haben das verhindert. Dann kam die Polizei mit Pfefferballs und Tränengas. Sie haben Personen angegriffen und auch ungefähr zehn Leute verhaftet. Einer davon kommt aus meinem Dorf. Er ist jetzt in Haft. „„Die PKK ist viel mehr, sie ist überall““ weiterlesen

Die neuen Spielchen der Türkei in Syrien

Seyit Evran, Firatnews, 04.04.2017

Recep Tayyip Erdoğan und seine AKP schmieden derzeit neue Pläne für Syrien, Nordsyrien und Rojava. In den vergangenen Tagen war immer wieder die Rede davon, die für abgeschlossen erklärte Euphrat-Shield Operation unter einem neuen Namen möglicherweise fortzusetzen. Eingebunden in diese Pläne sind auch die USA. Doch während die Türkei von neuem anfängt ihre Syrienpläne mit den USA zu entwerfen, leiden hierunter zeitgleich die Beziehungen zu Russland.  Zudem beschleunigt die Türkei derzeit ihre Politik des demographischen Wandels in der Shehba Region in Nordsyrien. „Die neuen Spielchen der Türkei in Syrien“ weiterlesen

Verkehrte Welt? Das Pentagon muss der Türkei die Revolution von Rakka erklären

Mit amerikanischer Militärhilfe sind die “Demokratischen Kräfte Syriens” dabei, Rakka, die syrische Hauptstadt des IS, zu befreien. Auf was lässt sich die Revolutiuon da ein? General-Lieutnant Townsend, der operative Oberbefehlshaber der Koalitionsstreitkräfte im Nahen Osten, erklärte am 30.3.2017 auf einer telefonischen Presse-Konferenz aus Baghdad, die Perspektiven für Rakka. Daraus zwei interessante Auszüge: „Verkehrte Welt? Das Pentagon muss der Türkei die Revolution von Rakka erklären“ weiterlesen

Rojava: Absprachen mit den USA und Russland

Russische Soldaten in Afrin, amerikanische Hubschrauber bei Kobane… Das verwirrt uns: Ist die Revolution von Nordsyrien dabei, sich an die Imperialisten zu verkaufen? Da ist es nützlich, zu erfahren, wie die Revolutionäre selbst ihre Zusammenarbeit mit den USA und Russland bewerten. Deshalb geben wir ein Interview mit Salih Muslim wieder, dem Ko-Präsidenten der PYD und bekanntesten Führer der nordsyrischen Revolution.

 ANF, 26. März 2017. Ahmed Dicle stellt die Fragen an Salih Muslim:

Nach (der baldigen Einnahme von Rakka) wird für Syrien eine neue Seite aufgeschlagen?

Aus zwei Gründen ist es von Bedeutung, wenn der IS aus Rakka vertrieben wird. Erstens für die Sicherheit unserer Völker von Rojava, das ja an Rakka angrenzt. Damit wird der Feind vor unserer Nase vertrieben. Das wird unsere Völker beruhigen. Der Krieg ist dann nicht mehr so nah an unseren Grenzen. Und die zweite wichtige Entwicklung wird sein, dass die Einwohner von Rakka selbst ihr Leben in die Hand nehmen können. Das Volk von Rakka ist dann aus den Händen dieser Barbaren gerettet und kann sein eigenes Leben organisieren. Unser System einer Demokratischen Föderation hat dann eine weitere Ausdehnung. Wenn das Volk von Rakka es so entscheidet, wird es Teil dieses Systems sein. Wir erleben dann, dass all die Bewohner von Rakka und den vielen Dörfern und Orten der Umgebung sich das föderale System zu eigen machen und ihm zustimmen. „Rojava: Absprachen mit den USA und Russland“ weiterlesen

Aleppo: Zwischen Ruinen sprießt neues Leben

ANHA, von Mihemed Ebdo und Arıf Sılêman aus Aleppo, 25.03.2017.

Die Bewohner von Ost-Aleppo bauen mit neuen Produktionsmethoden das Leben wieder auf, wo das Regime und die islamistischen Gruppen ganze Straßenzüge in Schutt und Asche gelegt haben.

Die KämpferInnen von YPG und YPJ hatten Ende 2016 die östlich vom kurdischen Stadtteil Şêx Meqsûd gelegenen Viertel Biêdîn, Hulok, Eyn Tel, Şêx Faris, Bustan Başa, Heyderiye, Şêx Xidir und Saxûr von den islamistischen Banden befreit. In Eyn Tel wurde nach der Befreiung zwischen den Ruinen ein Garten angelegt. 25 Personen aus 15 Familien pflanzen hier Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen, Erbsen, Lattich-Salat, Petersilie und andere Gemüsesorten an.

Die Bewohner des Viertels ziehen zwischen den zerstörten Häusern Gemüse – so bringen sie mit unterschiedlichen Methoden wieder Leben in die Ruinen. “Wir durchleben eine schwere Zeit. Von außen, von anderen Ländern kriegen wir keinerlei Hilfe”, sagt ein Landsmann mit Namen Cûma Casim, “und mit dem selbstgezogenen Gemüse versuchen die Leute hier, sich mit dem Notwendigsten selbst zu versorgen.”

Gründung des 1. Frauendorfes in Rojava

Jinwar – Ökologischer Neuanfang der Frauen von Rojavavon Enzan Munzur, 11. März 2017

Bald wird der pfeifende Wind an dieser Stelle uns nicht mehr davon fegen können. Dann werden uns Bäume und Lehmbauten vor diesem staubigen Wind aus der mesopotamischen Wüste schützen. Diese Bäume und Lehmbauten werden uns den lebensnotwendigen Schutz im Sommer vor der herunterbrennenden Hitze anbieten. Wir werden gesund leben, hier weit weg von den Städten mit ihren giftigen Emissionen. „Gründung des 1. Frauendorfes in Rojava“ weiterlesen

Appell aus dem kurdischen Flüchtlingslager Maxmur