In der Gegend um Rakka erblüht neues Leben

Von Abdurrahman Gök, Dihaber / Rakka (Nordsyrien), YÖP 16.1.2017

 Die “Demokratischen Kräfte Syriens” (DKS) haben bisher in ihrer Offensive gegen die IS-Hochburg Rakka 180 Dörfer befreit, ca. 50 000 Einwohner auf 2.644 km² (s. Karte im “Info zur Kurd. Rev.” Nr. 39). Dass es sich um Befreiung und nicht um Eroberung handelt, wird im Bericht des Journalisten Abdurrahman Gök von seiner Reise ins Hinterland deutlich. (d.Red.). „In der Gegend um Rakka erblüht neues Leben“ weiterlesen

Eroberung und Befreiung

In den letzten zweieinhalb Monaten:
Wurde Aleppo vom syrischen Regime zerstört und besetzt;
– Bombardierte die Türkei die IS-Kleinstadt El Bab kaputt, ohne dass ihr die Eroberung gelingt;
– Schreitet die Offensive der “Demokratischen Kräfte Nordsyriens” zur Befreiung der IS-Hochburg Rakka stetig voran.

“Befreiung” statt “Eroberung” in der Offensive um Rakka:
– Weil im Kampf die Schonung der Zivilbevölkerung höchste Priorität hat;
– Weil die Kämpfer sich prioritär aus Bewohnern der Gegend (also Arabern) rekrutieren: Aus jedem befreiten Dorf stoßen neue Freiwillige hinzu;
– Weil die “befreiten” Bewohner drangehen, ihre Selbstverwaltung und Selbstverteidigung aufzubauen.

Die Kurden würden ihr Einflussgebiet ausweiten, heißt es in unseren Medien.
Völlig falsch. Die syrische Revolution dehnt sich aus. In kurdischen Gebieten hat sie ein kurdisches Gesicht. In arabischen Gebieten (wie Manbic und Rakka) hat sie ein arabisches Gesicht. Und überall hat sie ein Frauengesicht.

[Die Redaktion]

Aus Rojava: “Unsere Vorschläge zur Lösung der syrischen Krise”

ANF: Rimêlan (Nordsyrien) – von Berîtan Sarya. Interview mit Hediye Yusuf, Ko-Vorsitzende der “Demokrati­schen Föderation von Nordsyrien”:

Auf der zweiten Konferenz der De­mokratischen Föderation Nordsyri­ens Ende 2016 habt ihr gesellschaft­liche Vereinbarungen getroffen und politische Beschlüsse gefasst. Dabei wurde das Projekt einer Föderation konkretisiert. Wie wurde das in der Region und international aufgenom­men?

Die Grundlinien der Föderation wurden schon im März vergangenen Jahres be­kannt gemacht. Es gab Reaktionen so­wohl von Kräften innerhalb des Landes als auch von außerhalb. Sowohl das Regime als auch die syrische Oppositi­on sowie die türkische Regierung, Saudi-Arabien und Qatar sahen in einer syrischen Föderation nichts anderes als die Aufspaltung Syriens. Zweifellos hat­ten sie immer noch nicht verstanden, was unser Projekt beinhaltet; aber das Regime und die Opposition führen eine regelrechte Verleumdungskampagne: sie versuchen, das Projekt geradezu in sein Gegenteil zu verkehren. Aber nachdem wir dann den Regierungen in der Region und auf internationaler Ebe­ne sowie den politischen Kräften dort unsere Projekte erläuterten, verbesser­te sich das Verständnis für sie.

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Şirnak (türk. Kurdistan): Eine Stadt, die ausgelöscht wurde…

Nurcan Baysal, Nachrichtenportal T24, 04.01.2017

Nach einem Monat mache ich mich wieder auf den Weg nach Şirnex (Şırnak).

Ab dem Ortseingang von Nisebin (Nusaybin) beginnen die Straßenkontrollen. Die Betonklötze, welche die Straßenkontrollen absichern sollen, sind mit türkischen Fahnen bemalt.

Ich besuche zunächst den Ort Dergûl (Kumçatı). Hierher und in die umliegenden Dörfer waren viele Einwohner aus Şirnex nach der Zerstörung ihrer Stadt gezogen. In Dergûl lebten sie in Zelten, bis diese durch die Staatsbediensteten niedergerissen wurden. Ich hatte den Ort bereits besucht, als es die Zelte noch gab. Nun findet man nur noch vereinzelt Zelte.  Die Leute haben nun gemeinsam angefangen kleine Häuser zu errichten. Viele Menschen sind auch bei Bekannten in den Dörfern untergekommen. Wir besuchen auch die Dörfer, um mit einigen Menschen dort ins Gespräch zu kommen. Dann gibt es noch das Camp, das errichtet wurde, als die Êzîden aus Shengal flohen. Nun leben da rund 28 bis 30 Familien aus Şirnex. Eigentlich handelt es sich um die Überreste eines Camps. Denn viele Unterkünfte haben keine Türen, zerbrochene Fenster und manche sogar noch nicht einmal ein ganzes Dach. In diesen Baracken müssen die Menschen den Winter überstehen. „Şirnak (türk. Kurdistan): Eine Stadt, die ausgelöscht wurde…“ weiterlesen

„Mein Sohn heißt Verrat“

Von Aladdin Sinayiç, aus YÖP vom 4.1.2016

 Es gibt Schmerzen, die sind unermeßlich, die können nicht erzählt, die können nicht verstanden werden. Manche sind so groß, dass unsere Wirklichkeit nicht ausreicht, sie zu ermessen, sie als tatsächlich zu akzeptieren. Wenn eine Mutter ihr Kind, ein Stück von ihr selbst, den Namen “Verrat” gibt. „„Mein Sohn heißt Verrat““ weiterlesen

Êzîdî wieder in Gefahr!

YÖP vom 4.1.2017. Interview von Ramazan Marankoz mit Feleknas Uca

Am 3. August 2014 überfiel der IS (Islamische Staat) das kurdische Volk der Êzîdî (Jesiden) in ihrem Siedlungsgebiet Şengal (Nordirak), um sie auszurotten. Tausende wurden geötet, Tausende Frauen und Kinder versklavt. Aber Hunderttausende konnten sich dank der militärischen Intervention der PKK retten.

ezidiIm türkischen Teil Kurdistans ließen sich 33 000 Êzîdî nieder, versorgt von der Bevölkerung und den kurdischen Stadtverwaltungen. Jetzt hat Erdoğan die kurdischen BürgermeisterInnen verhaften lassen und Statthalter eingesetzt. Sämtliche zivilen Organisationen, Zentren und Initiativen wurden verboten, auch die, welche sich um die Flüchtlinge kümmerten. Und die 1029 Êzîdî-Flüchtlinge, die noch im Lager Fidanlık von Diyarbakır leben, sollen jetzt gegen ihren Willen in AFAD-Lager (der Regierung) deportiert werden. Feleknas Uca, HDP-Abgeordnete von Diyarbakır, schlägt Alarm: „Êzîdî wieder in Gefahr!“ weiterlesen

Hände weg von Şengal! Wir Êziden werden uns weiterhin selbst organisieren!

Êzîdischer Frauenrat

 

 

 

 

 

Der Vertreter der Regionalregierung Kurdistan-Irak (KRG) und Funktionär der Demokratischen Partei Kurdistans (PDK) Necirvan Berazani droht mit einem Angriff auf Shengal.

Als Dachverband des Ezidischen Frauenrats e.V. schließen uns einer Erklärung des Rates der Êzid*innen zum Wiederaufbau von Shengal, der Partei für Freiheit und Demokratisierung der Ezid*innen (PADÊ), der Bewegung der Freien Frauen Shengals (TAJÊ) sowie des Rates der Jugend Shengals vom 26.12.2016 bezüglich dieser Drohungen an. „Hände weg von Şengal! Wir Êziden werden uns weiterhin selbst organisieren!“ weiterlesen

Frauen-Kooperative für Milchprodukte in Derik (Nordsyrien)

Von Berîtan Sarya, Derik / ANF 24.12.2016

In Rojava werden die wirtschaftlichen Aktivitäten der Frauen in Form von Kommunen und Kooperativen organisiert. Seit etwa 2 Jahren treffen sich die Frauen hauptsächlich in kleinen Kooperativen außer Haus, sichern ihren eigenen Lebensunterhalt und tragen gleichzeitig mit Produkten, deren Preise der Kaufkraft der Gesellschaft angemessen ist, zur Versorgung der Bevölkerung bei. „Frauen-Kooperative für Milchprodukte in Derik (Nordsyrien)“ weiterlesen

Vier Jahre Revolution in Nordsyrien – Bilanz

Aus: “Özgürlükçü Demokrasi” vom 31.12.2016

( = “Freiheitliche Demokratie”, Internet-Zeitung, erscheint seit 8/2016)

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Panorama

Zu Beginn des Jahres 2012 begann faktisch der syrische Bürgerkrieg. Nach vier Jahren gibt es Hunderttausende Tote. Die Städte sind in Ruinen. Die Region wird als Schlachtfeld des 3. Weltkrieges taxiert. Und genau hier proklamiert die Revolution von Rojava aufgrund politischer, diplomatischer, militärischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen: “Eine andere Welt ist möglich!” „Vier Jahre Revolution in Nordsyrien – Bilanz“ weiterlesen

Frauenrat von Minbic packt soziale Probleme an

Aus: Gazete Şûjin vom 23.12.2016

Minbic-Frauenrat
Minbic-Frauenrat

Die Stadt Minbic in Nordsyrien ist vor ein paar Monaten aus dem Klauen des IS (Islamischen Staates) befreit worden. Von der Agentur Reuters wurde ein Bild zum “Foto des Jahres” gekürt, auf dem eine Frau von Minbic nach der Befreiung ihren schwarzen Umhang wegwirft. Aber das war erst der Beginn der Frauenrevolution hier. dÜ)

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„Frauenrat von Minbic packt soziale Probleme an“ weiterlesen