QSD fordern Anerkennung der Selbstverwaltung

Die Jahreskonferenz der Demokratischen Kräfte Syriens endete mit einer Abschlusserklärung, in der die syrische Regierung zum Dialog und zur Anerkennung der autonomen Selbstverwaltung aufgerufen wurde.

ANF / HESEKÊ, 25. Aug. 2019.

Am Samstag hat in der nordsyrischen Kantonshauptstadt Hesekê die Jahresversammlung der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) stattgefunden. Unter dem Motto „Nach dem Ende des Terrors Stabilität garantieren“ diskutierten rund 600 Delegierte der in den QSD zusammengeschlossenen militärischen Verbände YPG, YPJ, Jaish al-Thuwar, Liwa al-Shamal al-Democrati, Jabhat al-Akrad, Quwwat as-Sanadid, dem Militärrat der Suryoye und geladene Gäste aus der Politik und Zivilgesellschaft auf der nicht öffentlichen Sitzung über den weiteren Kampf gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) und eine Neustrukturierung der QSD. Die Konferenz endete mit einer gemeinsamen Abschlusserklärung, die vom QSD-Pressesprecher Mustafa Bali verlesen wurde.

„Als Demokratische Kräfte Syriens haben wir in dieser bedeutsamen Phase unsere Jahresversammlung durchgeführt, um den Kampf nach dem historischen Sieg über den IS angemessen zu planen und Sicherheit und Frieden in Nord- und Ostsyrien zu garantieren. Die Versammlung zielte auch darauf ab, die QSD weiter zu stärken und das Ziel eines dezentralen, freien, vielfältigen und demokratischen Syriens zu verwirklichen. Auch wenn der IS als Territorialmacht durch militärische Schläge inzwischen nicht existent ist, so stellt er doch weiterhin eine Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit in der Region und weltweit dar. Insofern ist der Kampf gegen den IS in eine schwierigere als die vorrangegangene Phase eingetreten. Der IS hat seine Kriegstaktiken geändert und versteckt sich mit seinen klandestinen Zellen innerhalb der Zivilbevölkerung. Wir erklären unsere Entschlossenheit, diese Zellenstrukturen in kürzester Zeit zu vernichten und betonen die Bedeutung, welche die notwendige Unterstützung der internationalen Koalition für einen endgültigen Sieg hat.

Der Kampf gegen die Terrororganisation IS ist unsere Hauptaufgabe. Wir haben zuvor schon erklärt, dass der türkische Staat Efrîn besetzt hat und dort versucht, eine neue Front gegen unsere Kräfte zu eröffnen. Wir betonten, dass dieses Vorgehen unseren gemeinsam mit der internationalen Koalition geführten Krieg gegen den IS negativ beeinflusst hat. Auf dieser Grundlage möchten wir unsere Unterstützung für Aktivitäten der USA erklären, die Türkei davon abzuhalten, die Sicherheit an unserer Grenze und den Frieden in der Region zu stören und sich auf eine von allen Seiten akzeptable Form zu einigen. Wir sind bereit, in diesem Sinne unsere Pflicht zu erfüllen.

An dieser Stelle wiederholen wir unser Wort, dass die Bevölkerung Efrîns in ihre Häuser zurückkehren muss und stellen fest, dass ohne die Rückkehr der Vertriebenen kein dauerhafter Frieden in Syrien möglich ist.

Wir fordern die syrische Regierung einmal mehr auf, einen friedlichen Weg zu finden, um die Lage Nord- und Ostsyriens und die kurdische Frage dauerhaft zu lösen und appellieren an sie, endlich das Bevölkerungsmosaik der Region anzuerkennen. Die syrische Regierung muss mit einem innersyrischen Dialog beginnen und auf der Grundlage der Anerkennung der Demokratisch-Autonomen Selbstverwaltung Gespräche führen sowie alle Bevölkerungsgruppen in einem multiethnischen, dezentralen und vielfältigen Syrien akzeptieren.

Als Demokratische Kräfte Syriens arbeiten wir seit etwa einem halben Jahr an einer Restrukturierung mit Hinblick auf den Bedarf und die Entwicklungen in der Region. Wir haben mit dem Aufbau der lokalen Militärräte einen wichtigen Schritt in diesem Sinne gemacht. Darüber hinaus haben wir kompetente und fachkundige Institutionen gegründet.

Auf der heutigen Konferenz haben wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Gründung eines Gesamtmilitärrats unternommen. Die Militärräte werden sich unter diesem Dach organisieren. Wir haben militärische Koordinierungsmechanismen aufgebaut, damit alle Bereiche entsprechend arbeiten können. Unser Entwurf entspricht sowohl dem internationalen Recht als auch den entsprechenden Abkommen.

Zuletzt möchten wir den Vertretern des Demokratischen Syrienrats, der politischen Parteien, der demokratischen Einrichtungen und unserem Alliierten, der Internationalen Koalition danken. Unser einziges Ziel ist die Sicherheit unseres Landes, unserer Bevölkerung und der Welt.“