Efrîn: Folter in den Gefängnissen der Besatzungstruppen

Eine von den Besatzungstruppen verschleppte Person berichtet über die in den Gefängnissen in Efrîn herrschende Brutalität.

ANF / EFRÎN, 2. Nov. 2018.

Die Entführungen und Lösegelderpressungen von Zivilisten durch die Besatzungstruppen in Efrîn dauern an.

Im Moment befinden sich in Efrîn etwa 54 verschiedene türkeitreue Milizen. Dies führt nach Angaben der Nachrichtenagentur ANHA dazu, dass Zivilisten von der einen Miliz entführt, von Angehörigen freigekauft und dann ein paar Tage später von einer anderen Miliz verschleppt werden.

Ein Zivilist, der aus dem Dorf Dimilya entführt worden ist und dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden kann, berichtet detailliert über die Zustände in den von der Sultan-Murad-Brigade und dem türkischen Militär kontrollierten Gefängnissen von Efrîn. Er war von der Miliz Furqat al-Hamza zusammen mit Dutzenden anderen Menschen entführt worden und erzählte, dass die Dschihadisten den Gefangenen die Augen verbunden hätten, um ihnen die Orientierung zu nehmen.

Milizen ‚handeln‘ mit Gefangenen

Nach tagelangem Aufenthalt in einer unterirdischen Zelle sei er für 2.000 Dollar an die Sultan-Murad-Brigade verkauft worden: „Die Zelle, in der ich mich befand, war im Untergeschoss eines Gefängnisses. Es gab dort etwa 1.000 Gefangene, unter ihnen auch Frauen. Die Dschihadisten, die mich gefangen genommen hatten, haben mich gemeinsam mit 179 weiteren Gefangenen an die Sultan-Murad-Bande verkauft. Es gab dort Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren. Uns wurden wieder die Augen verbunden und wir wurden mitgenommen. Wir wussten nicht, wo wir waren. Dann erreichten wir einen Ort und uns wurde gesagt, wir wären jetzt in der Türkei.“

Der Betroffene befand sich daraufhin sechs Monate lang in einem vom türkischen Militär und den Milizen kontrollierten Gefängnis.

Frauen haben sich wegen der Folter selbst verbrannt

Die Person berichtete auch von Frauen, die ebenfalls für Lösegeld aus Efrîn entführt worden seien: „Die Mitglieder der Sultan-Murad-Bande haben die Frauen gefoltert. Während ich im Gefängnis der Sultan-Murad-Bande war, haben sich zwei Frauen aufgrund der Folter selbst verbrannt.“

Die Milizionäre praktizieren jede Art von Folter

Er berichtete auch über die Foltermethoden der Besatzungstruppen: „Die Banden hängten die Entführten an die Zimmerdecke. Dann setzten sie alle möglichen Foltermethoden ein. Den Menschen wurden Stromschläge versetzt, sie wurden mit kochendem Wasser übergossen, es wurden Fingernägel herausgerissen, Ohren abgeschnitten und geschmolzenes Plastik auf den Körper getropft. Alle 24 Stunden bekamen wir ein Stückchen Brot. Wir waren 45 Gefangene in einem Zimmer. Den Verletzten wurde keine Medizin gegeben. Ein Zivilist ist in einem Gefängnis von Furqat al-Hamza verhungert. Ein Gefangener aus dem Dorf Xelîlko ist unter der Folter gestorben. Ein anderer ist den Verletzungen erlegen, die ihm bei der Folter zugefügt wurden.“