Muttersprachlicher Unterricht an Schulen in Nordsyrien

Lehrer*innen und Schüler*innen im nordsyrischen Şedadê erzählen über den erfolgreichen Unterricht mit den neuen muttersprachlichen Schulbüchern.

ANF / HESEKÊ, 24. Okt. 2018.

Als sich die Region Şedadê (asch-Schaddadi) unter der Herrschaft des IS befand, gab es dort keine Schulen mehr. Schulen waren in Trainingslager oder Folter- und Hinrichtungsstätten des Islamischen Staat (IS) umgewandelt worden. Nachdem die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) den Kanton Hesekê vollständig vom IS befreit hatten, kehrte wieder Leben in die Region zurück. Nach der Befreiung wurden zivile Einrichtungen der autonomen Selbstverwaltung eröffnet. Insbesondere der Bildung maß die autonome Selbstverwaltung eine herausragende Bedeutung bei.

In diesem Sinne wurden von der autonomen Selbstverwaltung Bildungszentren zum Wiederaufbau der Schulen der Region eröffnet. Das erste Bildungszentrum wurde in der mehrheitlich von Arabern bewohnten Kreisstadt Şedadê eingerichtet. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler hat in der Region mittlerweile wieder 14.000 erreicht. Die Selbstverwaltung drängte darauf, dass Schulbücher auf Arabisch nötig seien, um den Kindern Unterricht in ihrer Muttersprache geben zu können. Daraufhin hat das Erziehungskomitee für eine Demokratische Gesellschaft (KPC-D) Schulbücher in den Sprachen der Menschen der Region drucken lassen.

Zuvor waren Beschuldigungen laut geworden, die autonome Selbstverwaltung habe Kurdisch zur einzigen Sprache an den Schulen gemacht und zwinge alle Völker der Region dazu, Kurdisch zu sprechen. Lehrer und Schüler nahmen zu diesen Behauptungen gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA Stellung. Die Lehrer*innen bewerten den Bildungsgang positiv. Dass die Bücher ebenfalls auf Arabisch seien, stelle eine nach den Grundsätzen der Demokratischen Nation zwingende Notwendigkeit dar. Die Beschuldigungen, die erhoben werden, zielten allein darauf ab, die Menschen der Region gegeneinander aufzubringen und die Errungenschaften der autonomen Selbstverwaltung zu vernichten.

Ein Lehrer erklärte, dass die Bücher außerdem leicht verständlich sind und dazu beitragen, insbesondere Schüler*innen, die Lücken aufweisen oder ein anderes Lerntempo besitzen, zu unterstützen. Auch die Schülerinnen und Schüler stellten klar, dass sie in ihrer Muttersprache unterrichtet werden.