Autonomes Bildungssystem in Nord- und Ostsyrien

Das Schulwesen in Nord- und Ostsyrien wird vom „Bildungskomitee für eine demokratische Gesellschaft“ gestaltet. Eines der Ziele ist muttersprachlicher Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler.

ANF / REDAKTION, 14. Okt. 2018.

Das „Bildungskomitee für eine demokratische Gesellschaft“ (Komîteya Perwerdeya Civaka Demokratîk, KPCD) hat in Nordsyrien große Schritte unternommen, um das Schulwesen in Nordsyrien weiterzuentwickeln. Es sind Unterrichtsmaterialien in kurdischer, arabischer und aramäischer Sprache erstellt worden, Tausende Lehrerinnen und Lehrer haben sich anhand dieser Lehrbücher auf das neue Schuljahr vorbereitet.

Efrîn und Şehba

Hunderttausende Menschen mussten Efrîn aufgrund der türkisch-dschihadistischen Besatzung verlassen und sind nach Şehba gegangen. Das Bildungskomitee hat große Anstrengungen unternommen, damit der Unterricht auch dort weitergehen kann. Inzwischen sind Schulen für alle Bildungsstufen eingerichtet worden. In Şehba gibt es 5205 Kinder aus Efrîn an Grundschulen, 775 Schülerinnen und Schüler an der Mittelstufe und 449 am Gymnasium. Sie werden von 823 Lehrerinnen und 120 Lehrern unterrichtet.

Außerdem wurden in Şehba zur Vorbereitung auf das neue Schuljahr Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer durchgeführt.

Minbic

In Minbic sind 317 Schulen auf das neue Schuljahr vorbereitet worden, in denen 4000 Lehrerinnen und Lehrer insgesamt 110.000 Schülerinnen und Schüler unterrichten.

Euphrat-Region

In Kobanê sind 400 Schulen für das neue Schuljahr hergerichtet worden, in Girê Spî 350 Schulen. Im vergangenen Jahr gab es in Kobanê 57.522 Schülerinnen und Schüler, in Girê Spî 50.711. Im neuen Schuljahr wird eine noch höhere Anzahl erwartet. Das Bildungskomitee hat außerdem Fortbildungen für den Lehrkörper angeboten, an denen in Girê Spî 2073 und in Kobanê 2626 Lehrerinnen und Lehrer teilgenommen haben. In den Kreisstädten Silûk und Eyn Îsa sind Lehrerfortbildungen in Kurdisch und Arabisch durchgeführt worden.

Cizîrê

In Qamişlo gibt es 37.934 Schülerinnen und Schüler, in Hesekê 104.072 an insgesamt 2225 Schulen. Damit sich Probleme aus den vergangenen Jahren nicht wiederholen, musste der gesamte Lehrkörper der Region an pädagogischen Fortbildungen teilnehmen, die mit einer Prüfung abgeschlossen wurden.

Die neu befreiten Gebiete

Auch in den von der IS-Herrschaft befreiten Gebieten Raqqa, Tabqa und Deir ez-Zor arbeitet das Bildungskomitee auf Hochtouren. Insgesamt gibt es 285.000 Schülerinnen und Schüler. Für den gesamten Lehrkörper wurden Fortbildungen durchgeführt.

In Raqqa werden ungefähr 120.000 Schülerinnen und Schüler an 281 Schulen von 4100 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet, die vom Bildungskomitee eingesetzt wurden. Für die Fortbildung des Lehrkörpers sind zwölf Institute eingerichtet worden.

In Tabqa befinden sich 200 Schulen, an denen 57.493 Schülerinnen und Schüler von 2000 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden.

In Deir ez-Zor sind 450 Schulen für das neue Schuljahr hergerichtet worden. Nach Angaben des Bildungskomitees haben sich bisher 108.000 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Da in der Region weitere Gebiete von der IS-Herrschaft befreit werden, wird die Anzahl weiter steigen. Für die Region sind 5300 Lehrerinnen und Lehrer beauftragt worden. Das Schuljahr beginnt in Deir ez-Zor am 16. Oktober.