Institut für aramäische Sprachen in Hesekê eröffnet

Im nordsyrischen Hesekê hat die Suryoye-Bevölkerung zur Bewahrung und Entwicklung der aramäischen Sprachen die Institute Qin al-Shin und Olf Taf eröffnet.

ANF / HESEKÊ, 1. Sept. 2018.

Die Sprache der Suryoye – das Aramäische – stand aufgrund der Einflüsse des syrischen Systems und wegen Vernachlässigung vor dem Verschwinden. Es war zu einer Sprache geworden, an die sich nur noch die Alten erinnerten. Um ihre Sprache vor dem Aussterben zu bewahren und weiterzuentwickeln, hat die Assyrische Union ein Institut für aramäische Sprachen eröffnet. Gemeinsam mit dem Bildungsrat der Demokratisch-Autonomen Selbstverwaltung des Kantons Cizîrê in der Demokratischen Föderation Nordsyriens hat die Assyrische Union im Juni bereits das Institut Qin al-Shin eröffnet. Mittlerweile gibt es ein weiteres Sprachinstitut, in dem die Kinder der Suryoye ihre Muttersprache erlernen. Neben kulturellen Aktivitäten im Olf-Taf-Institut finden jeden Freitag zudem verschiedene Freizeitaktivitäten wie Ausflüge oder Besuche im Schwimmbad statt.

Heseke Aramäisch

Um sich selbst als Bewahrerin der Sprache und Kultur der Suryoye zu präsentieren, hatte die syrische Regierung in Hesekê zwar eine Privatschule eröffnet. An dieser Schule wurden die Kinder der Suryoye-Bevölkerung allerdings nach dem Lehrplan des Baath-Regimes unterrichtet. Aramäischer Sprachunterricht fand lediglich im Rahmen von Religionsunterricht statt.

Miriam Malki ist die Direktorin des Qin-al-Shin-Instituts. Sie sagt, dass Kultur und Sprache sehr eng zusammenhängen. Das Erlernen des Aramäischen falle den Kindern mit Hilfe von Spielen und Gesang viel leichter. Durch die Anwendung der Muttersprache in Alltagssituationen werde zudem die sprachliche Kompetenz der Kinder erweitert. Nach Angaben von Malki hat das Institut Qin al-Shin 60 Schülerinnen und Schüler. Da der Andrang aber so groß war, wurde vor wenigen Tagen im Nasra-Viertel das Olf-Taf-Institut eröffnet. Hier lernen sogar 70 Kinder ihre Muttersprache. Malki betont, dass nun Lehrpersonal ausgebildet werde, um die Arbeit erweitern zu können