Kooperative Şîlan: Unser Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung

Die Kooperative Şîlan stellt seit einem Jahr im Stadtteil Hileliye in Qamişlo Kleidung her. Wie die Mitarbeiterin Suat Silêman erklärt, sei der Zweck der Kooperative nicht der finanzielle Gewinn, sondern der Dienst an der Gemeinschaft.

In der Bekleidungskooperative arbeiten 65 Personen. Sie ist nur eine von vielen Kooperativen, die in Rojava / Nordsyrien inzwischen betrieben werden. Über diese Kooperativen organisiert die Bevölkerung den eigenen ökonomischen Bedarf unter Vermeidung von Ausbeutung.

Als die Kooperative vor einem Jahr gegründet wurde, zahlten alle 65 Mitglieder 10.000 syrische Lira (40€) als Startbetrag. Die Mitglieder der Kooperative sind so in der Lage, die Bevölkerung mit günstiger Kleidung zu versorgen. Gleichzeitig versuchen sie Ausbeutung zu verhindern, indem sie eine ungerechte Gewinnverteilung verhindern.

Es finden alle zwei Monate Mitgliederversammlungen statt, auf denen die Arbeit und die generelle Situation bewertet werden.

Kooperative Şîlan Qamışlo

Eine der Mitarbeiterinnen ist Suat Silêman. Die 43-jährige Mutter von sieben Kindern erklärt, dass sie anfangs nicht Mitglied der Kooperative werden wollte, weil ihr die Verantwortung zu groß erschien. Letztendlich habe sie sich doch dafür entschieden: „Ich halte die Kooperative von 8:00 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends offen. Die Kooperative ist gleich bei mir in der Nähe, deswegen ist es nicht wirklich schwer. Ich kann mir sowohl Zeit für meine Kinder zu Hause nehmen, als auch für die Kooperative. Inzwischen habe ich mich sowieso sehr an diese Arbeit gewöhnt und hänge an ihr.“

Suat erklärt, dass die von der Kooperative verkauften Kleidungsstücke im Durchschnitt preiswerter als auf dem Markt seien. „Um der Bevölkerung unsere Dienste anzubieten, ziehen wir ständig von Laden zu Laden, um qualitativ hochwertige, günstige Materialien zu bekommen. Unser Ziel ist, die Ausbeutung der Bevölkerung und die Verteuerung auf den Märkten zu verhindern. Teilweise haben wir das auch schon erreicht.“

Suat berichtet weiter, dass die Kooperative gut von der Bevölkerung angenommen werde. Andere Viertel würden sich ein Beispiel daran nehmen und wollten ebenfalls Kooperativen aufbauen.