Kooperativen bringen die Wirtschaft in Nordsyrien voran

ANF Qamışlo, 9.12.2017

Abdullah Öcalan hat in seinen Büchern und seinen Erklärungen großen Wert auf die Organisierung der gesellschaftlichen Ökonomie in Kooperativen gelegt. Dies setzen die Menschen Nordsyriens nun um und bilden Kooperativen, Ökonomie- und Kooperativkomitees.

In der Demokratischen Föderation Nordsyrien (DFNS) wurden schon 142 Kooperativen gegründet, um die Wirtschaft der Region zu entwickeln. In der Region Cizîrê wurden 87 Kooperativen, 21 in der Region Efrîn und 34 in der Region Firat aufgebaut. Auch in den neu befreiten Gebieten entwickeln sich die Kooperativen rasant. Sie spielen eine wichtige Rolle dabei, den gesellschaftlichen Bedarf günstig zu decken und Spekulation und Schwarzhandel präventiv zu begegnen.

Die Kooperativen verstärken die Solidarität und den Zusammenhalt zwischen den Bewohner*innen der Regionen und tragen zu einer Vergesellschaftung der Arbeit auf dem ökonomischen Sektor bei. Trotz des Embargos hat sich die Ökonomie der Kooperativen seit 2012 kontinuierlich erweitern können. Sowohl die Verantwortlichen der DFNS, als auch die Gesellschaft im Allgemeinen messen den Kooperativen einen besonderen Wert bei. Der kurdische Vordenker Abdullah Öcalan hat in seinen Büchern und seinen Erklärungen großen Wert auf die Organisierung der gesellschaftlichen Ökonomie in Kooperativen gelegt, Dies setzen die Menschen Nordsyriens nun um und bilden Kooperativen, Ökonomie- und Kooperativkomitees.

Die Projekte der Frauen spielen eine Avantgarderolle

Frauen leiten sowohl selbst aufgebaute Kooperativen, übernehmen aber zusätzlich Verantwortung bei anderen Projekten. Eine dieser Kooperativen, die von Frauen autonom gegründet wurde, ist die Kooperative Şiler in Qamişlo.

In Cizîrê sind 3.080 Familien Teil von Kooperativen

Zum Aufbau der Kooperativen in Nordsyrien wurden viele Komitees gegründet. Eines der Komitees ist das Landwirtschaftskomitee. Es versorgt die Landwirt*innen mit dem, was sie für den Betrieb benötigen. Das Industriekomitee ist mit der Deckung des Bedarfs der Gesellschaft beauftragt. Das Handelskomitee „Solidarität“ versorgt sowohl Kooperativen als auch die Gesellschaft mit Lebensmitteln, Zement oder Metall. An dieser Kooperative in Cizîrê nehmen etwa 6.000 Personen teil. Das Komitee für Tierprodukte ist für die Haltung von Hühnern, Kühen und Schafen zuständig.

Nach Angaben der Vereinigung der Kooperativen Rojavas beteiligen sich allein im Kanton Cizîrê 3.080 Familien an den Kooperativen.

Teuerung wurde verhindert

Nebîle Mihemed, die Ko-Vorsitzende der Kooperativenvereinigung von Cizîrê, erklärt gegenüber ANHA, dass in den befreiten Gebieten – in Raqqa, Tabqa oder Dêra Zor – viele Kooperativen gegründet werden konnten. Sie berichtet, dass die Kooperativen und Projekte für die Bewohner*innen durchaus einträglich sind. Die Kooperativen seien dem Bedarf in Nordsyrien entsprechend entwickelt worden und konnten einer Verteuerung auf den Märkten, dem Schwarzmarkt und der Spekulation entgegenwirken.