Appell der Stammesführer, die einheimischen Terroristen zu schonen

ANHA aus Rakka, 15.10.2017.

Die Stammes- und Meinungsführer von Rakka richten heute angesichts der aussichtslosen Lage der IS-Kämpfer im Zentrum der Stadt einen Appell an die DKS, einen Weg in sichere Gebiete offenzuhalten:

„Als Stammes- und Meinungsführer von Rakka richten wir, um das Blutvergiessen zu stoppen und die Tragödie unseres zivilen Volkes, das im Stadtzentrum eingeschlossen ist, zu beenden, einen Apell an die Demokratischen Kräfte Syriens mit folgenden Vorschlägen. Derzeit sind nur noch wenige Terroristen im Stadtzentrum, und sie sind umzingelt. Sie haben nur die Wahl zwischen Tod oder Ergebung, einen anderen Ausweg gibt es nicht. Nun ist unser Ziel nicht, zu töten, sondern die Freiheit und die Rettung. Ein Weg soll für die einheimischen Terroristen geöffnet werden, damit sie aus Rakka raus sich unter unsere Sicherheit begeben können.

Stammesführer Rakka Appell

(Frauen sind auf dem Foto nicht zu sehen!)

Wir bemühen uns, für die irregeleiteten Leute einen Weg und eine Methode zu finden, damit sie (aus der Umzingelung) rauskommen. Es geht uns vor allem darum, das Leben der Zivilisten, die von den IS-Banden als Schutzschilde mißbraucht werden, zu retten. Gleichzeitig sollen die in der Stadt verbliebenen Gebäude vor der Zerstörung bewahrt werden.

Als Stammesführer und Honoratioren von Rakka geben wir hiermit bekannt, dass wir den Abtransport dieser Leute aus Rakka sichern werden. Dadurch entsteht das Vertrauen und die Hoffnung, dass auch in anderen Gegenden derartige Schritte gemacht werden. So kann tatsächlich Frieden und Ruhe entstehen. Wenn unsere Stadt vom Schmutz des Terrors gesäubert und Rakka dank eines großen Kampfes befreit ist, werden wir in der Stadt in Freiheit leben.

Im Vertrauen, dass unser Ansinnen noch einmal positive Antwort findet aus Respekt für die Stammesstruktur unserer Gesellschaft und aus Rücksicht auf das Leben unserer Zivilisten, danken wir noch einmal den Kräften der DKS.“