Rakka: Êzidî-Kämpferinnen retten 14-jährigen Êzidî-Jungen

ypgrojava.org vom 16.8.2017, DIHABER

Im Verlauf des 73. Genozids an den Êzidî in Şengal ist der 11-jährige Saleh Hesen Reşo zusammen mit seiner ganzen Familie gefangen genommen und unter Folter in Mossul zum Übertritt zum Islam gezwungen worden. Nach militärischem und religiösem Training brachten ihn die IS-Banden nach Rakka, um gegen die SDK zu kämpfen. Während einer Operation von YJŞ – Kämpferinnen (Êzidinnen) wurden 10 IS – Leute getötet und der Junge aus ihren Klauen befreit.

Die Fraueneinheiten von Şengal, YJŞ, haben sich seit Anfang August der „Grossen Schlacht“ um Rakka angeschlossen, um den Völkermord zu rächen und die zivilen Geiseln zu retten. Saleh Hesen Reşo ist einer der Êzidî, welche von den YJŞ in Rakka befreit wurden. Er war erst 11 Jahre alt, als die IS-Banden in Şengal einfielen, um den 73. Genozid an die Êzidî – Gesellschaft zu begehen.

Rakka Ezidi Junge gerettet

Er erzählte der DIHABER-Korrespondentin, dass seine ganze 7-köpfige Familie in Xanasor gefangen und nach Mossul verfrachtet wurde. Reşo und sein Zwillingsbruder Sebah wurden vom Rest der Familie getrennt und unter Folter gezwungen, zum Islam überzutreten. Man brachte sie nach Hama, dann Homs, dann Mansurah, Tabqa und schließlich nach Rakka. Sie wurden zu religiösem Unterricht und militärischem Training gezwungen.Derzeit werden noch 30 bis 35 seiner Verwandten vom IS als Geiseln gefangen gehalten. Abgesehen von seinem Bruder kennt er das Schicksal der anderen nicht.

An dem Tag, als Frauen, Kinder und Männer von einander getrennt wurden, so erzählt Reşo, hat man ihn und seinen Zwillingsbruder in eine Kindergefängnis gebracht. Er weiß nicht, wie lange sie dort gefangen gehalten wurden, aber dass sie unzählige Male gefoltert und zum Islam-Übertritt gezwungen wurden. Er sagt, dass Dutzende von Êzidî-Kindern, die nicht übertreten wollten, vor seinen Augen massakriert wurden. Er akzeptiert es, Moslem zu werden, weil er terrorisiert war von allem, was er durchmachte und mit ansah.

Später wurden die Kinder in Grupen nach Rakka und Umgebung gebracht, ohne dass man ihnen gesagt hätte, wohin. Er sagt, er kann jjtzt mit einer Kalashnikow und mit anderen Waffen umgehen.

In all dieser Zeit war er mit seinem Zwillingsbruder zusammen. Danach wurden sie nach Hama, Homs, Mansurah und Tabqa gebracht. „In jeder dieser Städte hielt sie uns 3 oder 4 Monate. Sie kümmerten sich besonders um uns. Wir wollten nicht all diese Trainingskurse absolvieren, aber wir konnten nichts sagen aus Angst. Sie trennten uns Brüder nicht von einander, ich weiß auch nicht warum.“

Er berichtet, dass er von Zeit zu Zeit mit seinem Bruder heimlich auf Kurdisch sprach: „Wenn die IS-Leute das merkten, bedrohten sie uns, dass wir ja nicht wieder Kurdisch sprechen. Schließlich brachten sie mich von Hama nach Rakka und steckten mich in eine Gruppe von IS-Kämpfern. Nach ein paar Tagen wurde ich zur Front gebracht. Einige Stellungen des IS wurden von Bomben getroffen. Die IS-Banden sind in Rakka festgefahren. Sie setzen auch die Êzidî-Kinder im Kampf ein. Hier trennten sie mich von meinem Bruder Sebah, steckten ihn in eine anderen Gruppe in einem Haus nicht weit von unserem. Während einer Operation wurden 10 IS-Leute neben mir getötet, und ich wurde gerettet. Aber ich weiß immer noch nicht, wo mein Bruder jetzt ist.“