Nordsyrien: Aramäische Kinder werden in ihrer Muttersprache unterrichtet

Olva Hac Mensûr – Rênas Remo aus Qamişlo. ANHA 30.8.2017.

Wovon die Aramäer immer geträumt haben: Dieses Schuljahr werden in Nordsyrien ihre Kinder, wie die anderer Völker auch, in ihrer Muttersprache unterrichtet. Unterdrückt seit Menschengedenken wie andere Völker auch waren die Aramäer diskrimiert und ihrer Rechte, Identität und Kultur beraubt worden.

Aber die Revolution von Rojava hat die Demokratische Autonome Selbstverwaltung ausgerufen, hat unter Mitarbeit aller Völker die Erziehungskomitees der Demokratischen Gesellschaft (KPC-D) aufgebaut und die Sprachen der Völker, die in Nordsyrien leben, als offizielle Unterrichtssprachen eingeführt. Im neuen Schuljahr werden die aramäischen Kinder zum ersten Mal offiziell von der 1. bis zur 6. Klasse in ihrer eigenen Sprache unterrichtet.

Galînos Yûsif Îsa, der im KPC-D die Aramäer vertritt und schon seit 2 Jahren Aramäisch unterrichtet, gab dies bekannt und stellt die Aramäisch-Schulbücher vor, die neu gedruckt und an die Schulen verteilt worden sind. Am Orhî-Institut von Qamişlo sind die LehrerInnen, die im neuen Schuljahr Aramäisch unterrichten werden, vorbereitet worden und werden nun an drei Schulen in Hesekê, Derik und Tirbespiyê ihren Dienst aufnehmen.

Aramäisch Schulbücher

Isa erwähnte in seiner Rede, dass in Zeiten des Assad-Regimes die Schulbücher und Lehrpläne die Geschichte, die Politik und die gesellschaftliche Identität des aramäischen Volkes in keiner Weise berücksichtigten. Nun werden 3 Institute zur Ausbildung von Aramäisch-LehrerInnen eröffnet, sagte Galînos Yûsif Îsa, und schloss mit den Worten: „In der Muttersprache unterrichtet zu werden und diese zu lernen, das war schon immer der Traum der Aramäer. Mit dem Demokratischen System ist er Wirklichkeit geworden.“