Diese Barbarei des Jahrhunderts mussten die Kinder von Rakka erleben

ANF / Rakka, 25.8.2017

Im Schlammpfuhl der zerstörerischen Krise von Syrien hat jede Seele ihren Anteil an Leiden und Schmerzen abbekommen. Gerade die Kinder haben in extremem Ausmaß erlebt, dass es in diesem Krieg um die Hegemonie keinerlei Skrupel gibt, und Dutzende Geschichten von Leidenswegen und Schrecken peinigen die Erinnerungen der Kinder, voller Seelenangst und Traumata. In dieser Hinsicht spiegelt sich in den Kindern von Rakka nur das Schicksal aller Kinder in Syrien.

Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Das Licht, welches die Kinder von Rakka vor der Dunkelheit und den Barbaren unseres Jahrhunderts rettet, das sind die KämpferInnen der DKS, der Demokratischen Kräfte Syriens. Zwei dieser Kinder, die schließlich von den KämpferInnen der DKS gerettet worden sind, sprachen mit der Reporterin der Nachrichtenagentur ANHA über all das Elend und Leid, das sie erdulden mussten.

Eines dieser Kinder ist das Mädchen Muna El-Ismael; sie ist zusammen mit ihrer Mutter aus den Klauen der IS-Banden durch die SDF gerettet worden. Sie weint, denn noch kann sie nicht recht glauben, dass sie schließlich sicheres Gebiet erreicht hat. Muna hat ihren Vater verloren, und statt mit anderen Gleichaltrigen zu spielen, berichtet sie wie eine Erwachsene: „Die Kinder starben vor meinen Augen. Jetzt habe ich niemanden mehr zum Spielen.“

Als Muna mit ihrer Mutter zusammen mit anderen Familien verzweifelt versuchte, sicheres Gebiet zu erreichen, explodierten fünf versteckte Minen. Alle Leute mit ihnen starben; nur Muna mit ihrer Mutter konnten entkommen.

Eyhem Ehmed, fünfzehn Jahre alt, kann sich nicht mehr daran erinnern, warum er von den IS-Banden gefangen genommen worden war. Er weiß nur, dass die IS-Henker ihn ohne Grund festgenommen und ununterbrochen gefoltert haben. Als der IS Rakka absperrte und eindrang, hat er als erstes alle Schulen besetzt und als Militärquartiere eingerichtet.

Eyhem ist eines der Kinder, denen man ihre Schulen genommen hat. Er erinnert sich noch genau daran, wie die IS-Banditen sie vor ihrer Schule gejagt haben, und berichtet: „Der IS griff unsere Schule an, schoss auf uns und verteilte seine Scharfschützen auf dem Dach unserer Schule. Nur zwei meiner Freunde blieben mit mir zurück, aber die starben dann bei den Bombardements.“

Eyhem hatte mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, und jeden Tag flossen Tränen über seine Wangen. Das einjährige Baby seines Bruders und sein Onkel wurden massakriert; sein Bruder selbst trat auf eine Mine und verlor beide Beine. Der junge Eyhem wurde gerettet. Aber er ließ viele andere Kinder zurück, die sogar zuhause getötet worden sind von den IS-Banden. Er versucht, sein Weinen zu schlucken, um sich zu beruhigen.

Rakka Kinder Gerettete Frauen und Kinder

Rakka Mädchen MunaMuna kann noch nicht glauben, dass sie jetzt in Sicherheit ist. Sie hat niemanden mehr zum Spielen

Rakka Junge EyhemEyhem weiß nicht mehr, warum er ununterbrochen gefoltert worden ist